Olympia Mehrheit der Deutschen lobt Gaucks Sotschi-Boykott

Die Kanzlerin ist irritiert, doch von den Deutschen gibt es Lob: Zwei Drittel der Bevölkerung finden, dass der Olympia-Boykott von Bundespräsident Joachim Gauck eine gute Entscheidung ist.
Die Mehrheit der Deutschen ist mit der Sotschi-Absage von Präsident Gauck zufrieden

Die Mehrheit der Deutschen ist mit der Sotschi-Absage von Präsident Gauck zufrieden

Foto: MARCO-URBAN.DE

Berlin - Die Entscheidung von Präsident Joachim Gauck, die Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi nicht zu besuchen, hält die Mehrheit der Deutschen für die richtige Entscheidung. Laut einer Forsa-Umfrage vom Dienstag befürworten 65 Prozent der Deutschen die Absage Gaucks. Nur 29 Prozent finden, dass der Präsident eine falsche Entscheidung getroffen hat.

Der SPIEGEL hatte vergangene Woche berichtet, dass Gauck nicht zu den Olympischen Spiele nach Russland reisen wird. Auch von der EU-Justizkommissarin Viviane Reding bekam der Präsident Rückendeckung für seine Entscheidung, sie wird im Februar ebenfalls nicht nach Sotschi reisen. Frankreichs Präsident François Hollande und die gesamte französische Regierung haben sich Gaucks Olympia-Boykott angeschlossen.

Anders als Reding und Hollande begründete Gauck seine Entscheidung nicht öffentlich. Seine Absage ist jedoch als Kritik an den Menschenrechtsverstößen in Russland gewertet worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel war laut einem SPIEGEL-Bericht irritiert, weil sie von dem Boykott des Präsidenten aus den Medien erfuhr.

Schon im Vorfeld der Winterspiele in Sotschi, die im Februar 2014 stattfinden, protestieren zahlreiche Sportler gegen ein Gesetz, das die Duma im Juni verabschiedet hatte. Es stellt die "Propaganda" für Homosexualität gegenüber Minderjährigen unter Strafe.

cth/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.