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Luftwaffe Dickes Geschäft

aus DER SPIEGEL 21/1995

Der Rüstungskonzern Daimler-Benz Aerospace (Dasa) und die Lufthansa hoffen auf ein lukratives Geschäft mit der Bundeswehr. Die Dasa will vier gebrauchte Lufthansa-Airbusse A-310 zu Mehrzweck-Flugzeugen für die Luftwaffe umrüsten. Die Flieger könnten dann wahlweise 222 Passagiere oder Fracht befördern und außerdem als Tanker für Tornado-Kampfflugzeuge bei Out-of-area-Einsätzen dienen. Damit könnte die Luftwaffe ihre alten Boeing 707 ausmustern. Trotz der Kosten von gut einer halben Milliarde Mark dürfte das Projekt bei den Bonner Parlamentariern Anklang finden. Die vier Boeing der Luftwaffe, häufig auch für Abgeordnetenreisen genutzt, fallen wegen kleinerer altersbedingter Defekte immer öfter aus. Außerdem verursacht eine Boeing pro Jahr 15 Millionen Mark mehr Betriebskosten als der Airbus. Drei Airbusse besitzt die Luftwaffe bereits: Sie wurden 1990 von der DDR-Linie Interflug übernommen. Einer dient als Truppentransporter. Die beiden anderen wurden auf Wunsch des Kanzleramts mit luxuriöser Ausstattung für Fernflüge der Bundesprominenz hergerichtet; sie taugen daher nicht mehr für die zunächst vorgesehene Hauptaufgabe - den Soldatentransport zu Routineübungen der Bundeswehr in den USA und Kanada.

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