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Didier Mauroux,

aus DER SPIEGEL 8/1997

38, Direktor der französischen Filiale des britischen Schuhherstellers Doc Martens, demonstrierte Mildtätigkeit mit Markenschwindelware. Ende Januar waren in Frankreich 13 000 illegal produzierte Kopien der bei modebewußten Jugendlichen beliebten Doc-Martens-Treter beschlagnahmt worden. Mauroux verzichtete auf die fällige Vernichtungsaktion und stiftete die Raubkopien französischen Obdachlosen und sozial Bedürftigen. Anders ein ähnlicher Fall in Deutschland. Hier beschlagnahmte Anfang Februar der Hamburger Zoll eine Importladung von 60 000 gefälschten Fußbällen, verziert mit den Logos von sieben Bundesligavereinen. Die Bälle sollten verbrannt und nicht an Heime oder Kindergärten verschenkt werden. Wegen anhaltender Proteste der Öffentlichkeit wurde bislang auf das Brandopfer verzichtet. Die französische Doc-Martens-Zentrale hatte ihre Mildtätigkeit allerdings argumentativ abgesichert. Die Kopien könnten in keiner Weise mit den in Großbritannien hergestellten Originalen (Durchschnittspreis: rund 200 Mark) mithalten, betonte ein Firmensprecher, aber es gebe heutzutage genug Leute, die froh seien, »überhaupt etwas an den Füßen zu haben«.

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