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Briefe

Die Alternativen bleiben im Nebel
aus DER SPIEGEL 39/2009

Die Alternativen bleiben im Nebel

Nr. 37/2009, Essay: Das neue linke Lebensgefühl

Herzlichen Dank für diesen Essay, in dem die unseligen Schranken zwischen rechts und links durch Benennung von Ross und Reiter einzureißen versucht werden. Allerdings hat schon Erhard Eppler vor gut 30 Jahren mit seiner Unterscheidung von wert- und strukturkonservativ eine tragfähige Positionierung versucht, ohne dass diese bis heute zu einem befriedigenden und befriedenden Ende gefunden hätte.

LEIPZIG FRANK DIETERICH

Präziser hätte man wohl den (Un-)Geist der letzten 20 Jahre kaum zusammenfassen können. Während echte Konservative im Zweifel eher auf Gott / Kirche / Staat setzen, humanistisch geprägt sind, historisch denken, glauben die selbsternannten Neo-Konservativen an die »unsichtbare Hand« des freien Marktes, neigen zum Sozialdarwinismus und blicken höchstens bis zu den Quartalszahlen. Die Werte der echten Konservativen haben was mit Ethik zu tun, die der BWL-Schnösel werden im Dow Jones abgebildet.

FULDA (HESSEN) DR. DIETRICH UNVERZAGT

Der Essay hat mich einerseits sehr angesprochen, andererseits auch irritiert. Denn es läuft mir kalt den Rücken herunter, wenn ich den Schlusssatz beziehungsweise das Werther-Zitat lese. Sollen wir nun alle in letzter Konsequenz die Waffe an die Schläfe legen und abdrücken, weil dieses Leben hienieden und die Politiker daselbst keine großen Ziele und Emotionen mehr hervorbringen? Die Verachtung des Mittelmaßes ziert jeden (selbsternannten) Intellektuellen, aber sie beleidigt auch all diejenigen, die die Dinge so sehen, wie sie sind - und nicht, wie sie sein könnten.

HAMBURG KONSTANZE HAUSS

Endlich wird hier eine Paradoxie angeprangert, an der ich mich schon lange reibe. Meine Sympathie gilt zwar den Grünen beziehungsweise Linken, aber abgesehen von kulturellen Bedürfnissen harmoniert mein Ideal von geistiger Elite nicht mit den egalitären Ansichten des linken Spektrums. Doch haben die Konservativen dieses Ideal, wenn sie es denn je repräsentierten, schon lange verraten.

PUCHHEIM (BAYERN) HANS CHRISTIAN RIES

Matussek packt alle Übel dieser Welt in einen Sack, wirft ihn den Alt- und Jungkonservativen an den Kopf und beschimpft sie als selbstzufrieden, süffisant, verkichert, kaltschnäuzig und kaltherzig. Die Alternativen bleiben im Nebel. Wir sollen uns einschiffen wie Werther, entdecken (was?), gewinnen (was?), streiten (worüber?), scheitern (an was?). »Oder mit aller Ladung in die Luft sprengen« - dieser Essay bietet sich dafür an.

BRUTTIG-FANKEL (RHLD.-PF.) DR. URSULA SCHNEIDER

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