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Sportrechte Die Geschäfte des Anwalts

aus DER SPIEGEL 2/1995

Axel Meyer-Wölden, Anwalt von Boris Becker, hat über Jahre hinweg bei Sat 1 abkassiert. Nach einem Vertrag von Ende 1988, Laufzeit ursprünglich vier Jahre, mußte Sat 1 »sämtliche Verwertungsrechte an Sportveranstaltungen« von Meyer-Wöldens Firma ISPR beziehen. Die ISPR, deren Geschäfte seine Frau Antonella führte, erhielt den marktunüblich hohen Provisionssatz von 20 bis 25 Prozent. Kaufte Sat 1 seine Sportrechte bei anderen Agenturen, erhielt die ISPR »im Hinblick auf die vereinbarte Exklusivität« trotzdem den halben Provisionssatz - Lohn ohne direkte Leistung. Im August 1991 übernahmen die Sat-1-Haupteigner Kirch und Axel Springer Verlag das ISPR-Business bei Sat 1; seit 1992 verkaufen sie ihrem Sender für teures Geld die Rechte an der Fußball-Bundesliga. Der ISPR blieb Meyer-Wölden, ein Freund des Kirch-Intimus Joachim Theye, als Berater mit geschätztem Millionen-Jahreshonorar verbunden. Zugleich ist der langjährige Tennis-Organisator (Grand Slam Cup) mit seiner Internationalen Sportmarketing GmbH weiter im Rechtehandel tätig. Über seine verwobenen, einträglichen Geschäfte mit Sat 1 redet der promovierte Jurist (Thema der Doktorarbeit: Reinheitsgebot im Lebensmittelrecht) nicht. Irgend jemand, meint der Münchner, müsse sich den alten Vertrag »unrechtmäßig« verschafft haben - deshalb wolle er nun Strafanzeige stellen.

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