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Briefe

Die halbe Seite
aus DER SPIEGEL 39/1972

Die halbe Seite

(Nr. 38/1972, Panorama)

Wenn ein Magazin für 1,80 Mark verächtlich von einem Drei-Groschen-Blatt schreibt, offenbart das manches. Wenn es weiter ein so nicht gefallenes Zitat eines deutschen Bischofs ohne Recherchen übernimmt, so ist das wenig löblich. Wenn gar der wörtliche Ausspruch eines englischen Abtreibers ("Furchtbar, diese Babys im Abfall") als antichristliche Tendenzen ·in der »neuen bildpost« von einem Arbeitskreis »analysiert« werden, sagt das wohl schon alles über diese »Dokumentation« wahrhafter Laien, der sie im SPIEGEL fast eine halbe Seite opfern zu müssen glaubten.

Wenn last not least diese »Dokumentation« bei Ihnen beginnt: »Die »neue bildpost' liefert dem Leser keine Informationen, sondern Meinungen. Diese Meinungen erheben den Anspruch, objektiv, allgemein gültig und für alle einsichtig zu sein« -- so fragen wir uns verblüfft, was denn, vom sechsfachen Preis abgesehen, uns vom SPIEGEL eigentlich unterscheiden soll. Vielleicht nur die Tatsache, daß wir in keinem so großen Glashaus sitzen.

Lippstadt DR. MARTIN RIEDLINGER Chefredakteur »neue bildpost«

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