Die IRA bangt um Einfluß
Die Terroristenbewegung Irish Republican Army (IRA) fürchtet um ihren künftigen Einfluß - deshalb der Bombenanschlag im Londoner Victoria-Bahnhof am vorigen Montag (ein Toter, 41 Verletzte) und das Raketenattentat auf den Regierungssitz Downing Street 10 elf Tage zuvor. Die IRA mißtraut den seit langem laufenden, vom Londoner Nordirland-Minister Peter Brooke geführten britischirischen Sondierungen zur Beilegung des 22 Jahre alten Ulster-Konflikts. Beunruhigt sind die Bombenleger, weil auch der politische Arm der IRA, Sinn Fein, den Friedensgesprächen »selbst auf die Gefahr politischer Risiken« hin zustimmt. Eine neue Generation von IRA-Terroristen will eine Befriedung gewaltsam verhindern oder sich zumindest einen Platz am Verhandlungstisch erbomben. Um der IRA keinen »Publicity-Sauerstoff« (Innen-Staatssekretär John Patten) zuzuführen, lehnte das Londoner Unterhaus vorige Woche eine gemeinsame Erklärung zu dem jüngsten Terror-Anschlag ab.