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Die Sowjetunion lehnte Intervention in Polen ab

aus DER SPIEGEL 37/1989

Rumänien hat eine Intervention der Truppen des Warschauer Pakts in Polen gefordert. In einem Schreiben an das Politische Konsultativkomitee des Bündnisses, dem alle sieben Mitgliedsländer angehören, schlug Staatschef Nicolae Ceausescu Alarm: In Polen sei der Sozialismus in Gefahr. Der Brief, dessen Existenz erst jetzt bekannt wurde, stammt aus dem Frühsommer. Ceausescus Verlangen fand in dem Gremium jedoch keine Unterstützung. Die Sowjetunion erklärte, jedes Land habe das Recht auf seine eigene Entwicklung. Präsident Michail Gorbatschow betonte aber in einem Telefonat mit dem Vorsitzenden der kommunistischen Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PVAP), Mieczyslaw Rakowski, die UdSSR würde es mit Sorge sehen, wenn in Polen das gesellschaftliche System in Frage gestellt würde. 1968 waren Einheiten des Warschauer Pakts - ohne rumänische Verbände - in die Tschechoslowakei einmarschiert und hatten den Reformkurs von Parteichef Alexander Dubcek gewaltsam beendet.

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