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Briefe

Die Welt ist kein Ponyhof
aus DER SPIEGEL 51/2009

Die Welt ist kein Ponyhof

Nr. 49/2009, Debatte: Die Deutschen und ihr kompliziertes Verhältnis zu Israel

Ein ganz wichtiger Artikel. Ich bin auch 1949 geboren und hatte einen ziemlich reaktionären Vater, mit dem ich mich auseinandergesetzt habe. Aber verantwortlich für die Taten seiner Generation fühle ich mich trotzdem nicht. Allerdings dafür, das, was ein Teil dieser Generation getan hat, auf keinen Fall wieder geschehen zu lassen.

DAMASKUS BJÖRN LULEY LEITER GOETHE-INSTITUT SYRIEN

Da fetzen sich zwei sehr ernsthafte und kompetente Betrachter der Szene und schaffen es, die so komplexe Situation im Verhältnis Israels zu seinen Nachbarn - und auch die historische Rolle Deutschlands und »der Deutschen« - umfassend und doch übersichtlich zu beschreiben. Ihre so sehr persönlich, schonungslos und offen vorgetragenen Argumente erlauben es dem Leser, sich als Beobachter sein eigenes Urteil zu bilden. Ein exzellentes Beispiel hoher Streitkultur! Und ein Schnellkurs in Geschichte, der sich ausgezeichnet für jeden Leistungskurs eignen würde.

NEUBEUERN (BAYERN) HANSJOCHEN KLAUSS

Die Art und Weise, wie Broder argumentiert, zeigt sich auch hier in den USA - etwa bei der Hälfte der amerikanischen Juden. Es ist ein psychologisches Substrat, ein besessenes Festhalten an der Idee des Belagertseins. Und damit ein posthumer Triumph des »Dritten Reiches«.

WASHINGTON PROF. NORMAN BIRNBAUM MITHERAUSGEBER DER MONATSZEITSCHRIFT »BLÄTTER FÜR DEUTSCHE UND INTERNATIONALE POLITIK«

Ich habe selten so viel sprühenden Geist, lässigen Witz und tief Hintergründiges aus einem Text herausdestilliert wie aus diesem. Das war wieder einmal der SPIEGEL at it's best.

BAD BEDERKESA (NIEDERS.) WOLFRAM KULLMANN

Unsägliche Blindheit und Rechthaberei auf beiden Seiten. Mir wurde übel beim Lesen.

KÖLN HANS-JÜRGEN APPELT

Mich irritiert die permanente Wiederholung überholter Überzeugungen dieser und der vorangegangenen Generationen. Was mich und andere jedoch interessiert, ist die Beendigung von Kriegen, Leid und Benachteiligung von Menschen jeder Ethnie, Religion oder Staatsangehörigkeit. So empfinde ich Israelis auch nicht als Juden, sondern als Bürger eines Landes, die aufgrund permanenter kriegerischer Auseinandersetzungen Frieden, Menschlichkeit und Demokratie leider nicht erleben dürfen. Diesen Zustand, aber auch das Leid der Palästinenser, gilt es in aller Interesse schnellstens und pragmatisch zu beenden. Die alten Maulkörbe dienen nur der Fortsetzung des Kriegs.

KÖLN MARKUS A. SEIDEL

Ein ausgezeichnetes Beispiel, wie eine Debatte ohne persönliche Diffamierungen - wenn auch nur haarscharf daran vorbei - geführt werden kann. Ausgang des Schlagabtausches: eins zu null für Follath. Broder sieht zwar die vorhandenen und imaginierten Splitter in den Augen der anderen, aber nicht den Balken in seinen eigenen.

BRANNENBURG (BAYERN) DR. FERDINAND KUBA

Herrlich, die psychologische Ebene! Immer wenn eine Gruppe eine herausragende Bedeutung quasi per Geburt für sich reklamiert, provoziert mich das. Das ist wahrscheinlich eine allgemein häufig vorkommende Regung - wohl schon länger als 2000 Jahre geeignet, Konflikte entstehen zu lassen. Die Welt ist kein Ponyhof, aber vielleicht ein Affenfelsen?

LÜNEBURG HEINO LAUKAT

Beide Herren sind in der Vorstellung einer Volkszugehörigkeit gefangen. Den einen hindert die Scham über das durch Nazi-Deutschland Geschehene, eine klare Position zu beziehen. Der andere zeigt die Israel-typische Bunkermentalität.

HAMBURG ORTWIN MEISS

Broder, Follath - sofort zurück an die Arbeit! Weder Juden noch Palästinenser können warten, bis ihr bei Lamm und Lobster über alles entschieden habt.

PARIS HANSGEORG HERMANN

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