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Die Woche 6. bis 12. Juni 1998 Chronik

aus DER SPIEGEL 25/1998

SAMSTAG, 6.6.

GRENZKRIEG Die Luftwaffe fliegt am Abend rund 210 Europäer, darunter 94 Deutsche, aus der umkämpften eritreischen Hauptstadt Asmara aus.

SONNTAG, 7.6.

GRÜNE Die Partei von Bündnis 90/Die Grünen hat auf ihrem kleinen Parteitag in Bonn das Vier-Jahres-Programm für eine rot-grüne Regierung beschlossen. In dem Programm verzichten die Grünen auf frühere konkrete Forderungen zum Benzinpreis. Gleichzeitig wird die Fraktion aufgefordert, der Verlängerung des Bundeswehr-Einsatzes in Bosnien im Bundestag zuzustimmen.

RÜCKZUG Die Bahn AG zieht alle ICE-Züge der ersten Generation vorläufig aus dem Verkehr. Nachdem sich die Hinweise verdichten, daß ein Radbruch schuld an der Katastrophe von Eschede sei, sollen nun die Räder der Hochgeschwindigkeitszüge einer Ultraschall-Überprüfung unterzogen werden.

MONTAG, 8.6.

NIGERIA Diktator Sani Abacha stirbt im Alter von 54 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. Die EU äußert in ersten Reaktionen Hoffnung auf eine nun mögliche demokratische Zukunft für Nigeria.

SANKTIONEN Die EU beschließt verschärfte Strafmaßnahmen gegen Belgrad wegen der anhaltenden Krise im Kosovo. Der Katalog sieht sowohl das Einfrieren der Auslandsguthaben der jugoslawischen Regierung als auch einen Investitionsstopp für Serbien vor.

INITIATIVE Uno-Generalsekretär Kofi Annan fordert auf einer Sondervollversammlung die Staatengemeinschaft zu einem gemeinsamen Kampf gegen das »Weltrauschgiftproblem« auf. Mehr als 30 Staats- und Regierungschefs haben ihre Mitarbeit zugesagt.

DIENSTAG, 9.6.

MÄNNERFREUNDSCHAFT In Bonn treffen sich Helmut Kohl und Boris Jelzin zu deutsch-russischen Regierungskonsultationen. Geld allerdings versprach der knappe Kanzler dem bankrotten russischen Freund nicht.

SCHLANKHEITSKUR In Düsseldorf stellt der neue Ministerpräsident von NRW, Wolfgang Clement, sein abgespecktes Kabinett vor: Nach der Fusion mehrerer Ressorts präsentiert Clement nur noch acht statt zwölf Minister und Ministerinnen.

MITTWOCH, 10.6.

DROHUNG Auf dem DGB-Kongreß in Düsseldorf warnt Helmut Kohl die Gewerkschaften vor mangelnder Neutralität im Wahlkampf. Der Noch-Regierungschef rät zur Vorsicht, da sie es »in wenigen Monaten mit den gleichen Leuten« an der Regierung zu tun haben könnten.

SEUCHE I Die EU-Kommission befürwortet, das Exportverbot für britisches Rindfleisch unter scharfen Auflagen aufzuheben.

SEUCHE II In St. Denis bei Paris wird die Fußballweltmeisterschaft eröffnet.

DONNERSTAG, 11.6.

KATHOLIKENTAG Bundespräsident Roman Herzog fordert in seiner Rede zum 150. Jubiläum der Katholikentage die katholische Kirche auf, weiter im staatlichen Beratungssystem für schwangere Frauen zu verbleiben. Damit wendet er sich gegen Pläne des Papstes, aus dieser Beratung auszuscheiden.

EINSATZ Die Nato überprüft die Möglichkeit eines militärischen Eingriffs als Antwort auf die Eskalation der Krise im Kosovo.

FREITAG, 12.6.

KAUFRAUSCH Ein Sprecher der VW-Tochter Audi teilt mit, VW habe mit den Eigentümern des Luxuswagenherstellers Lamborghini eine Absichtserklärung für eine Übernahme unterzeichnet. Nach Rolls-Royce und Bentley wäre dies der dritte VW-Einkauf.

WAS GESCHAH ...

... am Montag in Paris? Joseph Blatter gewinnt mit angeblich gekauften Stimmen überraschend die Wahl zum Fifa-Präsidenten.

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