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DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

aus DER SPIEGEL 52/1970

Montag, 21. Dezember

20.15 Uhr. ARD. Panorama (Farbe). Moderator: Peter Merseburger. In dem Magazin wird der amerikanische Ankläger bei den Nürnberger Prozessen, Telford Taylor, über sein neues Buch »Nürnberg und Vietnam« interviewt. Außerdem berichtet Panorama über die Endphase des Contergan-Prozesses und die Zukunft der geschädigten Kinder sowie über Deutsche in Wroclaw (früher Breslau), die in die Bundesrepublik übersiedeln wollen.

20.15 Uhr. ZDF. Gesundheitsmagazin »Praxis« (Farbe). In einer kritischen Bestandsaufnahme wird untersucht, wie lange noch herzkranke Kinder auf Wartelisten deutscher Universitätskliniken stehen und warum in den Wartezimmern der Ärzte soviel Zeit sinnlos abgesessen wird.

21.00 Uhr. ZDF. Drei Töchter. Vor dem historischen Hintergrund der Katholiken-Ächtung in der CSSR nach 1950 beschreibt der Spielfilm (1967) des tschechoslowakischen Regisseurs Stefan Uher, 40, die Geschichte eines Großbauern, der -- um Erbauseinandersetzungen zu vermeiden -- seine drei Töchter in ein Kloster steckte.

21.45 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Richard Hamilton (Farbe>. Ein vom britischen Fernsehen übernommenes TV-Porträt des 48jährigen Mitbegründers der englischen Pop-art.

22.50 Uhr. ARD. Der kleine Yankee. Der erste Spielfilm (1970) des schwedischen Kurzfilm-Regisseurs Lars Forsberg, 39, beschreibt das Schicksal einer kontaktgestörten 23jährigen, die durch ihren psychischen Defekt in dauernden Konflikt mit ihrer Umwelt »gerät. Dienstag, 22. Dezember

20.15 Uhr. ZDF. Bojan im Traumland (Farbe). In dem Bericht über Gastarbeiter-Kinder zeigt die ZDF-Reporterin Eva Müthel die Schwierigkeiten der rund 600 000 ausländischen Arbeiterfamilien in der Bundesrepublik.

21.00 Uhr. ARD. Achteinhalb. Federico Fellinis autobiographisch gefärbte Studie über die Krise eines alternden italienischen Filmregisseurs (Marcello Mastroianni) wurde bei der Uraufführung (1963) von italienischen Kritikern zwiespältig beurteilt -- als »Fellinis Göttliche Komödie« und als »Masturbation eines Genies«. Fellini über die surreal verfremdete Selbstanalyse, die heute als sein wichtigstes Werk gilt: »Ich habe eine ganze Menge Komplexe damit begraben. Ich fühle mich jetzt leichter.« 21.50 Uhr. ZDF. Aspekte (Farbe). Moderator: Reinhart Hoffmeister. Als ersten Beitrag der Reihe »Zensur in Europa« werden die staatlichen Kontrollmöglichkeiten über die Theater-, Film-, Literatur- und Fernsehproduktion in England, Jugoslawien und Schweden untersucht. Außerdem ist der bisherige Hamburger Schauspielhaus-Intendant Lietzau gebeten worden, sich zu seinem spektakulären Rücktritt zu äußern.

Mittwoch, 23. Dezember 20.15 Uhr. ARD. Wanderer zwischen drei Welten. In den letzten 15 Jahren konnte über eine halbe Million Deutsche aus Polen, Rumänien, Rußland und der Tschechoslowakei im Rahmen der Familienzusammenführung nach Westdeutschland umsiedeln. Einige davon hat WDR-Reporter Olrik Breckoff bei ihrer Ankunft hier beobachtet. Wie sie sich inzwischen zurechtgefunden haben, zeigt der Bericht.

21.15 Uhr. ZDF Magazin (Farbe). Moderator: Gerhard Löwenthal. Geplant ist ein Beitrag über den Stand der Friedens und Konfliktforschung in der Bundesrepublik und ein Bericht über »die sich abzeichnenden Tendenzen einer Politisierung der Bundeswehr«. Freitag, 25. Dezember

15.00 Uhr. WDR (III). Das Cabinet des Dr. Caligari. Das expressionistische Horrorstück (19191 von Robert Wiene ist einer der berühmtesten deutschen Stummfilme. Mit Werner Krauß. 17.25 Uhr. ARD. Der Tiger von Eschnapur (Farbe). Der pittoresk-künstliche Indienfilm (19591, zu dem Fritz Lang schon 1919 ein Stummfilm-Drehbuch geschrieben hatte, ist der erste Film, den der Wiener Hollywood-Regisseur nach dem Kriege in Deutschland gedreht hat. Die Fortsetzung des pompösen Maharadscha-Films, »Das indische Grabmal«, zeigt die ARD am Samstag, 26. Dezember, 18 Uhr.

20.15 Uhr. WDR (III). Junge Frau von 1914 (Farbe). Arnold Zweigs Roman wird in einer zweiteiligen Fernseh-Adaption gezeigt, die der DDR-Schriftsteller Heinz Kamnitzer für den Deutschen Fernsehfunk in Ost-Berlin bearbeitet hat. Zweite Folge: Samstag, 26. Dezember, 20.15 Uhr.

21.15 Uhr. NDR, RB, SED (III). Der Kirschgarten (Farbe). Die Tschechow-Komödie wird in einer Aufzeichnung aus dem Münchner Residenztheater gesendet. Inszenierung: Rudolf Noelte. Samstag, 26. Dezember

14.15 Uhr. ARD. »Pan Tau« (Farbe). Zweite Folge einer 13teiligen tschechisch-deutsch-österreichischen Kinderserie (siehe Seite 136).

15.45 Uhr. ARD. Unbewältigte Gegenwart (Farbe). Für diese Analyse hat der Berliner Publizist Matthias Waiden Studenten, Arbeiter, Schriftsteller, Politiker, Hausfrauen, Manager, Wissenschaftler, Bauern und Beamte über die »alten Tugenden« Treue, Ehre, Vaterlandsliebe und Mut befragt.

22.05 Uhr. ARD. Wie ein Schrei im Wind (Farbe). In dem Kinofilm von Sidney Hayers (1966) spielt Rita Tushingham ein stummes Mädchen, das am Rande der kanadischen Wildnis lebt und eines Tages von einem bärtigen Trapper für 1000 Dollar gekauft wird.

23.10 Uhr. ZDF. Der unsichtbare Dritte (Farbe). Der Hitchcock-Thriller (1959) zeigt die Jagd ·einer feindlichen Spionageorganisation auf einen New Yorker Werbemann (Cary Grant), der irrtümlich für einen Agenten gehalten wird.

Sonntag, 27. Dezember

16.35 Uhr. ARD. Die unwürdige Greisin. Der französische Regisseur, Maler und Bühnenbildner René Allio, 46, hat für seinen preisgekrönten ersten Spielfilm (1965) Bertolt Brechts »gleichnamige Kalendergeschichte als Vorlage benützt. Die damals 83jährige Pariser Aktrice Sylvie spielt darin die biedere Buchdrucker-Witwe, die nach dem Tode ihres Mannes plötzlich mit einer für die Umwelt skandalösen Selbstverständlichkeit ihr Leben genießt.

21.00 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Eika Katappa (Farbe). In seinem 140-Minuten-Film hat der Münchner Werner Schroeter, 25, Liebes-, Abschieds- und Eifersuchtsszenen mit mythischen Gestalten (jung Siegfried, Therese von Konnersreuth« heiliger Sebastian> besetzt und mit einer Mixtur aus Opern- und Schlagermusik zu einem manieristischen Potpourri montiert.

21.45 Uhr. ZDF. »Es gibt schwierige Vaterländer, eines davon ist Deutschland« (Farbe). Dieses Zitat aus Bundespräsident Heinemanns Antrittsrede stellt ZDF-Redakteur Hans-Dieter Grabe seiner Sendung voran, in der über Heinemanns Versöhnungsbemühungen bei den Staatsbesuchen in Holland, Dänemark und Norwegen berichtet wird.

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