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DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

aus DER SPIEGEL 26/1971

Montag, 21. 6.

20.15 Uhr. ARD. Report München (Farbe)

Moderator: Klaus Stephan. Sind Berlins Bürger bereit, die demonstrative Bundespräsenz zugunsten von Erleichterungen im Berlin-Verkehr aufzugeben? »Report« erläutert die Ergebnisse dieser Blitzumfrage. Außerdem kommt ein Schulpsychologe zu Wort, der aufgrund einer wissenschaftlichen Analyse den Wert von Schulzeugnissen in Zweifel zieht. Ein weiteres Thema: Gesetzeslücken, die unseriöse Geschäftspraktiken von Charterflug-Gesellschaften begünstigen und dadurch die Flugsicherheit gefährden.

20.15 Uhr. ZDF. Gesundheitsmagazin »Praxis« (Farbe)

Moderator: Hans Mohl. Der Jahreskongreß der internationalen Zahnärztevereinigung ist für »Praxis« Anlaß, über »neue Wege der Zahnmedizin« zu berichten.

21.05 Uhr. ZDF. Boulevard der Dämmerung

In dieser makabren Paraphrase auf das Hollywood der zwanziger Jahre läßt Billy Wilder die alte Garde aus der Glanzzeit der Traumfabrik auftreten: Gloria Swanson als welke Stummfilm-Diva, die vom Comeback träumt, Erich von Stroheim als ihr zum Butler degradierter früherer Regisseur, sowie Buster Keaton. Cecil De Mille und einer der Warner Brothers. Das ZDF zeigt den mit drei Oscars ausgezeichneten Film von 1950 zu Billy Wilders 65. Geburtstag (22. Juni).

21.45 Uhr. ARD. Die Fernseh-Diskussion (Farbe)

Über die Auseinandersetzungen um den Abtreibungsparagraphen 218 unterhalten sich die Gynäkologin Ursula Brandenburg, der Wiener Kulturphilosoph Friedrich Heer, der Münchner Generalstaatsanwalt Wilhelm Lossos, die Schriftstellerin Erika Runge und Adolf Müller-Emmert, Vorsitzender des Bundestagsausschusses für die Strafrechtsreform. Leitung: Paul Matussek.

22.50 Uhr. ARD. Ein großer graublauer Vogel (Farbe)

Der mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnete erste Spielfilm (1970) des Münchner Dokumentarregisseurs Thomas Schamoni (SPIEGEL 31/1970) ist so poetisch wie kaum ein anderer Jungfilm deutscher Produktion. Begabter als seine im Filmgeschäft mittlerweile routinierten Brüder Ulrich ("Es") und Peter ("Schonzeit für Füchse") mischt Thomas Schamoni Science-fiction« Parodie und saloppe Dialoge ("Die Bäume hängen mal wieder voller Gangster") zu einem rätselhaften Kriminalmärchen über die Jagd zweier Banden auf eine ominöse Geheimformel, die in einem Rimbaud-Gedicht verschlüsselt ist. Deutsche Erstaufführung.

Dienstag, 22. 6.

20.15 Uhr. ZDF. Alle, die nach Umtata wollen (Farbe)

Reportage des ZDF-Redakteurs Manfred Rohde über die Transkei, jenes von Schwarzen besiedelte Gebiet Südafrikas mit beschränkter politischer Mitbestimmung, das von der weißen Zentralregierung in Pretoria als Paradebeispiel für das angebliche Funktionieren ihrer Apartheid-Politik betrachtet wird.

21.50 Uhr. ZDF. Aspekte (Farbe)

Moderator: Walther Schmieding. ln der Sendung wird kritisiert, daß Schallplatten, anders als beispielsweise Bücher, nicht zum »Kulturgut« gerechnet und deswegen mit einer 11-Prozent-Mehrwertsteuer belastet werden. Anschließend stellt das Kulturmagazin junge japanische Komponisten vor und berichtet von der Berliner »Artothek«, die Originalplastik, -graphik und -gemälde kostenlos für zwei bis sechs Monate verleiht.

22.05 Uhr. ARD. Fußball-Länderspiel Norwegen -- Deutschland

Ausschnitte einer Eurovisionssendung des norwegischen Fernsehens.

Mittwoch, 23. 6.

20.15 Uhr. ARD. Neuer Mann am Nil (Farbe)

Gerhard Konzelmann, ARD-Korrespondent in Beirut, informiert in seiner Reportage »Ägypten zwischen Krieg und Hoffnung« über die Konsequenzen, die der Ägypten-Besuch des Staatschefs Podgorny für die Politik der Regierung Sadat hat.

20.15 Uhr. ZDF Magazin (Farbe) Moderator: Gerhard Löwenthal.

Donnerstag, 24. 6.

19.25 Uhr. ARD (WDR-Regionalprogramm). Dem Unheimlichen auf der Spur (Farbe)

Erste Folge einer vierteiligen Serie von Andre Libik über »Grenzgebiete der Psychologie« (siehe Seite 118).

20.15 Uhr. BR III. Hermann Hesse -- Ein Heiliger der Hippies? (Farbe)

Als »einen Meister der psychedelischen Erfahrung« und den »Poeten der Reise nach innen« verehrt die amerikanische Jugend den deutschen Neuromantiker Hermann Hesse. Ober die Ursachen dieses Hesse-Kultes berichten Jochen Richter und Franz Baumer in ihrem Feature.

21.20 Uhr. HR III. Das letzte Hurra Spencer Tracy spielt in dem John-Ford-Film von 1958 einen Provinzbürgermeister aus der Pionierzeit, der nach 20 Amtsjahren der modernen Wahlkampf-Strategie seines jungen Gegenkandidaten unterliegt.

21.30 Uhr. ZDF. Journalisten fragen -- Politiker antworten

Über den Artikel 14 des Grundgesetzes ("Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen") diskutieren vier Unternehmer mit Bundestagsmandat, Philipp von Bismarck (CDU), Gerhard Kienbaum (FDP). Wolfgang Pohle (CSU) und Philip Rosenthal (SPD), mit den Bundesvorsitzenden der Partei-Jugendorganisationen Heiner Bremer (Jungdemokraten), Jürgen Echternach (Junge Union) und Karsten Voigt (Jungsozialisten).

22.45 Uhr. ARD. Wer hilft dem deutschen Film?

Über das falsch konzipierte Filmförderungsgesetz und seine unzureichende Novellierung unterhalten sich Wolfram Engelbrecht. Präsident des Hauptverbandes Deutscher Filmtheater, Alexander Grüter, Vorstand der deutschen Filmproduzenten-Verbände, der Filmkritiker Werner Kließ, der Regisseur Alexander Kluge und Joachim Raffert, Präsident der Filmförderungsanstalt Die Gesprächsleitung hat Werner Hess. Intendant des Hessischen Rundfunks.

Freitag, 25. 6

17.15 Uhr. ARD. Tele-Skop (Farbe)

Die Sendung beschäftigt sich mit der Frage, ob Amnesty International audi für militante politische Gefangene eintreten sollte.

20.15 Uhr. ARD. Fragen Sie Frau Hoene (Farbe)

Der Jungfilmer Nick Wagner stellt iii seinem »Porträt einer berufstätiger Frau« eine 36jährige verheiratete Chefsekretärin vor, die den Lebensunterhall ihrer Familie allein bestreitet.

21.45 Uhr. ZDF. Was heißt hier dokumentarisch? (Farbe)

64 Prozent der deutschen Fernsehzuschauer -- so haben Meinungsforscher herausgefunden -- akzeptieren kritiklos, was über den Bildschirm läuft, und betrachten das Fernsehen als unanfechtbare Autorität. In seiner Sendung, die »den Zuschauer zu einer kritischeren Haltung gegenüber dem Fernsehen bringen will, weist Helmut Greulich nach, »warum es keine objektiven Filme gibt": anhand von zwei Filmen über dasselbe Thema -- eine Schiffsreise nach Helgoland -, das durch unterschiedliche Motive, Kameraführung, Schnitt, Kommentar, Musik oder Geräusche mal als romantisch-verklärte Idylle, mal als negatives Beispiel für Massentourismus dargestellt wird.

22.50 Uhr. ZDF. Das Dorf der Verdammten

Englischer Science-fiction-Film (1959) von Wolf Rilla, einem Sohn des deutschen Schauspielers Walter Rilla.

Samstag, 26. 6.

16.45 Uhr. ARD. Der Markt (Farbe)

Das Wirtschaftsmagazin bringt einen Bericht über die fragwürdigen Methoden einiger Elektro-Konzerne, ihre Vertreter -- als Warenhaus-Verkäufer getarnt -- für hauseigene Produkte werben zu lassen. Außerdem wird untersucht, ob die deutsche Luftfahrtindustrie international konkurrenzfähig ist und, aus Anlaß der Posener Messe, über die Bedeutung der deutsch-polnischen Handelsbeziehungen berichtet.

19.15 Uhr. BR III. Pro & contra (Farbe)

In seinem Filmbericht aus China zieht der BBC-Reporter Max Hastings »eine Bilanz nach fünf Jahren Kulturrevolution« und zeigt »Perspektiven für den westdeutschen Handel«.

20.15 Uhr. ZDF. Flucht in Ketten

Stanley Kramer beschreibt in seinem mit zwei Oscars prämiierten Film (1958) die Flucht zweier Sträflinge. einem Neger (Sidney Poitier) und einem Weißen (Tony Curtis), die -- aneinandergekettet -- durch Florida gehetzt werden.

20.15 Uhr. NDR, RB, SFB III, Kämpfe in Italien (Farbe); 21.00 Uhr. WDR III, Prawda (Farbe)

Die beiden Godard-Filme von 1969 dokumentieren die marxistische Periode des französischen Regisseurs (siehe Seite 108).

Sonntag, 27. 6

16.45 Uhr. ARD. Eine neue Generation: Der Lehrer um 30 (Farbe)

In der neuen Folge dieser NDR-Reihe wird demonstriert, daß »ein Lehrer, der fortschrittlich sein will, an vier Fronten zu kämpfen hat: mit den Eltern, den Schülern, der Behörde und mit seinen konservativen Kollegen«.

20.15 Uhr. ARD. Kennen Sie Georg Linke? (Farbe)

Das Fernsehspiel des Autoren-Teams Rolf Hädrich und Dieter Meichsner ("Alma mater") beschreibt einige Tage im Leben eines Berliner Tischlermeisters, der bei der Baader-Befreiung seine ersten Erfahrungen mit politischer Gewalt macht. In der Hauptrolle: der Berliner Karikaturist OSWIN.

20.15 Uhr. ZDF. Fußball-Länderspiel Schweden-Deutschland

Aufzeichnung aus dem Ullevi-Stadion in Göteborg.

20.15 Uhr. WDR III. Wer hat uns gerufen? (Farbe)

In diesem kritischen Bericht »von Amerikanern, über Amerikaner, für Amerikaner« soll belegt werden, daß »die amerikanischen Interventionen, besonders in der Dritten Welt, meistens wirtschaftliche Gründe« haben und »der Geheimdienst CIA ein maßgeblicher Drahtzieher vieler Einmischungsversuche in die Angelegenheiten anderer Länder ist«.

20.15 Uhr. NDR, RB, SFB III. You cant take it with you

Frank-Capra-Film von 1938 mit James Stewart. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

20.15 Uhr. BR III. Fury

Fritz Lang wertet diese »Analyse der Macht und der Freiheit an Hand eines Falles von Lynchjustiz« als seinen -- nach »M« -- wichtigsten Spielfilm.

21.55 Uhr. ARD. Das Theater ist tot -- es lebe das Theater!

Mit Filmberichten aus den Münchner Kammerspielen, der Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer und des Westfälischen Landestheaters in Castrop-Rauxel versucht der Münchner Journalist Edmund Wolf zu klären, ob »lebendiges Theater in Konkurrenz mit den technisch-visuellen Massenmedien unterliegen muß«.

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