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DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

aus DER SPIEGEL 32/1978

Montag, 7. 8.

20.15 Uhr. ZDF. Stichproben

Thema des Verbrauchermagazins: getürkte Prospekte von Touristikunternehmen.

21.15 Uhr. ARD. Prager Notizen

Das Material für sein 30-Minuten-Feature sammelte Helmut Clemens, am 3. Juli wegen seiner Kontakte zu Charta-77-Leuten und ehemaligen Reform-Kommunisten ausgewiesener CSSR-Korrespondent, trotz Dauer-Bewachung durch die Sicherheitspolizei. Clemens« Dokumentation zum 10. Jahrestag des Sowjet-Einmarsches in Prag, der offizielle Anlaß für seine Ausweisung, sendet die ARD am 17. August. 21.15 Uhr. Nord III, West III und Hessen III. Der Dieb von Bagdad (sw)

»Tausendundeine -- Nacht« -- Verfilmung (1924) von Raoul Walsh, einer der schönsten Stummfilme mit Douglas Fairbanks.

21.20 Uhr. ZDF. Buckel

TV-Spiel nach dem neuen Bühnenstück (1975) des exilpolnischen Dramatikers Slawomir Mrozek, der in Paris lebt. ZDF-Hausregisseur Thomas Fantl hat die Parabel um Sommergäste in einer polnischen Ferienpension auf dem Lande fürs Fernsehen verfilmt. 21.45 Uhr. ARD. Dr. Muffels Telebrause

Nach einem Start mit platten Späßchen präsentiert der Hessische Rundfunk nun die zweite Folge seiner Blödel-Sene.

23.00 Uhr. ARD. Herr Satan persönlich (Wh., sw)

Spielfilm (1955) von und mit Orson Welles, ein prätentiöser Verwirr-Thriller um die dunkle Vergangenheit eines Milliardärs.

23.15 Uhr. ZDF. Steckbrief Literatur-Quiz.

23.30 Uhr. Nord III, West III und Hessen III. Seelenambulanz (Wh.)

TV-Autor Dieter Lesche über ein vorbildliches Therapie-Modell für psychisch Kranke, das an der Marburger Universität erprobt wird.

Dienstag, 8. 8.

19.30 Uhr. ZDF. Balduin, das Nachtgespenst

Französischer Kino-Ulk (1968) mit Louis de Funès und Jean Gabin. Regie: Denys de la Patellière. 21.00 Uhr. ARD. Report

Moderator: Franz Alt. Ein Porträt des Arbeitgeber-Präsidenten Otto Esser ("Der leise Mächtige"), Gespräche mit Bischof Frenz und Jusos über Menschenrechtsverletzungen auf Kuba und die Bilder des Journalisten und Photographen Jacob Holdt vom armen Amerika.

21.20 Uhr. ZDF. Die sanften Elefanten

Mit 450 000 Beschäftigten gehören die katholische und die evangelische Kirche zu den größten Arbeitgebern der Bundesrepublik. Daß für sie weder Tarifverträge noch die Bestimmungen des Betriebsverfassungsgesetzes gelten, kritisieren ZDF-Mitarbeiter Pater Gregor A. Heussen als »patriarchalisch«, Gewerkschaftsvertreter als »üblen Anachronismus

22.00 Uhr. ZDF. Stadtbilder

Vier Kurzfilme zum Thema »Rassismus, Rauschgift und Idyll«.

Mittwoch, 9.8.

20.15 Uhr. ARD. Die Moral der Frau Dulska

Polnische TV-Verfilmung der Spießer-Komödie von Gabryela Zapolska (1860 bis 1921), deren Stücke früher Skandale provozierten und heute in Polens Schulen Pflichtlektüre sind. Die Zapolska 1907 zur Uraufführung ihres Stückes: »Ich wollte in dieser spießbürgerlichen Tragifarce ein Abbild der bourgeoisen Gemeinheit geben.«

20.15 Uhr. ZDF. Bilanz

Moderator: Wolfgang Schröder. Geplant sind ein Live-Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Graf Lambsdorff, Erläuterungen zum neuen Steuerpaket, ein Bericht zu den Erdgas-Lieferungen aus Algerien und über die Probleme bei der Besetzung von Aufsichtsräten nach dem neuen Mitbestimmungsgesetz.

21.20 Uhr. Bayern III. Konflikt (sw) Wenig bekannter Humphrey-Bogart-Film (1945) von Curtis Bernhardt. 21.40 Uhr. ARD. Bilder aus der Wissenschaft

Geplante Themen: »das Strahlen-Risiko bei der Mammographie« das in der Bundesrepublik immer noch heruntergespielt wird«, und die Manipulationsmöglichkeiten am Zellkern.

21.45 Uhr. Nord III, West III und Hessen III. Die Sendung der Lysistrata (Wh., sw)

Um Fritz Kortners Aristophanes-Verfilmung gab es vor 17 Jahren Krach in der ARD. Der SWF-Intendant lehnte die Ausstrahlung anfangs aus »sittlichen Gründen« ab, dem BR war das Antikriegs-Stück »zu erotisch für Vierzehn- bis Sechzehnjäbrige«, dem SDR »politisch (zu) einseitig«. Heute wirken Romy Schneiders Liebesszenen eher brav, die politische Provokation scheint bescheiden.

22.10 Uhr. ZDF. Brücken von Manhattan

»Eine Liebeserklärung an New York« nennt Klaus Harpprecht, seit Anfang des Jahres »Geo«-Chefredakteur, sein letztes Feature fürs ZDF.

22.55 Uhr. ZDF. Im Schillingshof (Wh.)

Marlitt-Verfilmung von Karl Wittlinger und Herbert Baumann. Die »Gartenlaube«-Geschichte um zwei verfeindete Gutsherren-Familien in der Gründerzeit wird »wie ein tragisch-pathetisches Schauspiel vorgetragen« (ZDF).

Donnerstag, 10.8.

20.15 Uhr. ARD. Europa im Vergleich Die ARD-Korrespondenten Wolf Feiler (Rom), Rolf Seelmann-Eggebert (London) und Ulrich Wickert (Paris) analysieren das Urlaubsverhalten der Italiener, Engländer und Franzosen.

20.15 Uhr. Nord III, West III und Hessen III. Der verrückte Professor Jerry-Lewis-Ulk von 1963, eine Parodie auf »Dr. Jekyll und Mr. Hyde«.

21.20 Uhr. ZDF. Kennzeichen D

Beiträge zur umstrittenen Einführung des »Wehrkunde«-Unterrichts in DDR-Schulen und eine Reportage über die »XI. Weltfestspiele der Jugend und Studenten« in Kuba.

21.45 Uhr. ARD. Panische Nächte Ausschnitte aus Udo Lindenbergs diesjähriger Deutschland-Tournee.

22.05 Uhr. ZDF. Aussagen nach einer Verhaftung auf Grund des Gesetzes gegen Unsittlichkeit (sw)

Das südafrikanische Rassismus-Stück des Anti-Apartheid-Autors Athol Fugard hat der US-Wahlmünchner George Moorse »intim und hautnah« inszeniert. Darsteller des Black-and-White-Paars, das wegen »gesetzwidrigen geschlechtlichen Umgangs« vor Gericht kommt: die Fassbinder-Entdeckungen Hanna Schygulla und Günther Kaufmann.

23.00 Uhr. ARD. Angst vor der Angst (Wh.)

Als »Fallstudie« versteht Rainer Werner Fassbinder seinen Fernsehfilm, den er nach einer Erzählung der Schweinfurter Hausfrau Asta Scheib drehte: Eine Ehefrau, die ihr zweites Kind erwartet, wird plötzlich von mysteriösen Obsessionen und Ängsten geplagt.

Freitag, 11. 8.

20.15 Uhr. ARD. Die Waise von Lowood (sw)

Hollywood-Verfilmung (1944) des romantisch-düsteren Romans »Jane Eyre« von Charlotte Bronte, mit Joan Fontaine und Orson Welles. Regie: Robert Stevenson.

21.50 Uhr. ARD. Plusminus

Geplante Themen: die Novelle zum Filmförderungsgesetz, die Krise des französischen Textilimperiums Boussac und die Erfahrungen des Ex-Wirtschaftsministers Friderichs als Boß der Dresdner Bank.

22.20 Uhr. ZDF. Aspekte

Ein Film zum 50. Todestag des Dichters Klabund, Berichte über Städte-Sanierung in der Toskana und in der CSSR und eine Reportage über Versuche, den Tourismus im Tessin durch Kultur-Programme anzukurbeln. 23.05 Uhr. ZDF. Weißer Oleander (Wh., sw)

Der amerikanische Gruselfilm (1946) des Hollywood-Regisseurs Joseph L. Mankiewicz verlegt die Blaubart-Fabel ins Amerika des 19. Jahrhunderts.

Samstag, 12.8.

20.15 Uhr. ARD. Camping, Camping Als »leichte Sommerkost«, die zeigen soll, daß »manche Alltagsprobleme hüben und drüben die gleichen sind«, annonciert die ARD diesen Urlaubs-Schwank des DDR-Fernsehens. 22.20 Uhr. ARD. Johnny Halliday Show des französischen Rock-Stars im Pariser Palais des Sports. 23.05 Uhr. ARD. Die Apachen Amerikanischer Kavallerie-Western (1965) von Robert B. Springsteen.

Sonntag, 13.8.

15.30 Uhr. ZDF. Hi-Hi-Hilfe

Seinen zweiten Jux-Film (1965) mit den Beatles nennt Regisseur Richard Lester einen »abendfüllenden Comic strip«.

19.30 Uhr. ZDF. Lady Windermeres Fächer

Boy Goberts Inszenierung der Oscar-Wilde-Komödie, die »möglichst getreu dem englischen Originaltext folgt« (Gobert), in einer Aufzeichnung aus dem Hamburger Thalia-Theater. In der Hauptrolle: Ingrid Andree.

21.50 Uhr. ARD. Die Herausforderung

Den Alltag von drei DDR-Pastoren, »die Herausforderung durch eine Gesellschaft, in der die Kirche ihre Vorrechte verloren hat«, will Adalbert Wiemers verdeutlichen. Bei den Gesprächen, die er im Herbst 1977 im Ost-Berliner Stadtteil Adlershof führte. in dem brandenburgischen Dorf Altlandsberg und in einer kleinen Gemeinde in der Uckermark, wo eine 29jährige Pastorin ihre erste Pfarrstelle betreut, beeindruckten ihn »der Überlebenswille der Kirche und die konsequente Haltung ihrer Mitglieder«.

22.35 Uhr. ARD. Schaukasten Berichte von Bunuels neuestem Kinofilm »Cet obscur objet du désir« (Photo: Carole Bouquet und Fernando Rey), der demnächst auch in deutschen Kinos anläuft, und dazu ein Gespräch mit dessen Drehbuch-Autor Jean Carrière. Außerdem: Helmut Costards »Der kleine Godard« und Wim Wenders' neues Projekt »Hammett«, das der »Pate«-Produzent Francis Coppola finanziert.

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