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DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

aus DER SPIEGEL 6/1971

Montag, 1. Februar

20.15 Uhr. ARD. Monitor (Farbe). Moderator: Claus-Hinrich Casdorff. Das WDR-Magazin bringt einen Beitrag zum Thema »Wer wird Kanzler-Kandidat der Union?« und -- unter dem Motto »SPD ohne Konzept?« -- ein »Kreuzfeuerinterview« mit dem Bundesgeschäftsführer der SPD, Hans-Jürgen Wischnewski. Anschließend wird über den Versuch der Philipp Holzmann AG berichtet, ihr lädiertes Image durch Zeitungsanzeigen zu verbessern: Die Frankfurter Baufirma war von »Monitor« wegen ihrer katastrophalen Gastarbeiter-Unterkünfte angegriffen worden.

21.00 Uhr. ZDF. Ein Tag zuviel, Der Debütfilm des belgischen Kurzfilm-Regisseurs Lucien Deroisy -- eine kunstvolle Kriminalgeschichte um den Mordanschlag auf einen Gelehrten in einer Provinzstadt -- entstand nach Alain Robbe-Grillets erstem Roman »Las Gommes« (1953). Deutsche Erstaufführung.

21.30 Uhr. ARD. Die Fernseh-Diskussion. Unter Leitung von Rudolf Mühlfenzl, Kurt Wessel und Leo Brawand wird ein TV-Hearing über Willy Brandts »Bericht zur Lage der Nation« abgehalten. Teilnehmer: die Staatssekretäre Egon Bahr und Philip Rosenthal, der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages, Otto Wolff von Amerongen, der CDU-Bundestagsabgeordnete Richard von Weizsäcker, der frühere DDR-Jurist Werner Barm und Peter Christian Ludz, der Materialien für die Kanzler-Rede zusammengestellt hat.

22.50 Uhr. ARD. Tele Mack, Tele-Mack, Telemack (Farbe). Für dieses 45-Minuten lange Selbstporträt konnte der Düsseldorfer Kinetiker Heinz Mack, 39, ein 1961 erdachtes, scheinbar utopisches Projekt realisieren: In der tunesischen Sahara schuf Mack aus phosphoreszierenden Plexiglas-Stücken, quecksilberbedampften Metallfolien und silbrig gleißenden Lichtsäulen einen »artifiziellen Garten in der Wüste« und erprobte phantastische Lichtreflexe (SPIEGEL 44/1969).

Dienstag, 2. Februar

20.15 Uhr. ZDF. Zwanzig Jahre Konjunktur (Farbe). In dem ersten Beitrag eines zweiteiligen Reports über Konjunktur und Geldwert analysiert ZDF-Redakteur Horst Wünsche die Wirtschafts-Zyklen der beiden letzten Jahrzehnte. Im zweiten Teil ("Das magische Dreieck«, Mittwoch, 3. Februar, 22.45 Uhr) wird die gegenwärtige Konjunkturlage untersucht.

21.00 Uhr. ARD. Schönste, liebe mich. In dem 1932 entstandenen Film-Musical »Love Me Tonight« ist es dem US-Regisseur Rouben Mamoulian ("Dr. Jekyll und Mr. Hyde") gelungen, eine banale Handlung -- Pariser Herrenschneider (Maurice Cheval er) erobert Prinzessin (Jeanette Mac Donald) -- als modernes Märchen glaubhaft zu machen und zugleich das ganze Genre zu persiflieren. Deutsche Erstaufführung der Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

21.50 Uhr. ZDF. Aspekte (Farbe). Moderator: Walther Schmieding. Geplant ist ein Bericht zur Dortmunder Uraufführung des Bühnenstückes »Was nun?«, das vier junge Straffällige während der Untersuchungshaft geschrieben haben. Außerdem wird über den Boom der Pädagogik-Literatur informiert und dazu der »Summerhill«-Gründer A. S. Neill befragt.

22.50 Uhr. ZDF. Nachtstudio: Die Bettwurst (Farbe)- Der Berliner Jungfilmer Rosa von Praunheim improvisiert mit zwei Laien eine triviale Liebesgeschichte und deckt dadurch zugleich die milieubedingten Seelenschäden seiner Hauptdarsteller auf (siehe Seite 136).

Mittwoch, 3. Februar

20.15 Uhr. ARD. Im Brennpunkt (Farbe). Die aktuelle Dokumentation, die diesmal vom WDR kommt. Moderation: Heinz Werner Hübner), beschäftigt sich mit den die DDR betreffenden Teilen des »Berichts zur Lage der Nation« und zeigt dazu Filmbeiträge, die von einem französischen Team in der DDR gedreht worden sind. Außerdem werden die Wissenschaftler Peter Christian Ludz und Peter Mitzscherling, Mitautoren der Materialien zur Kanzlererklärung, interviewt.

21.00 Uhr. ZDF. Und die ganze Weit schaut zu (Farbe). In dem amerikanischen Fernsehfilm zeigen die Autoren Richard Levinson und William Link den Verlauf einer Studentenrevolte an einer amerikanischen Universität.

Donnerstag, 4. Februar

20.15 Uhr. ARD. Alexander, der Lebenskünstler (Farbe). Der Franzose Yves Robert beweist in seinem 1967 entstandenen Lustspiel (deutsche Erstaufführung), daß die Grundsätze der politischen Linken durchaus für einen Unterhaltungsfilm taugen: Der Großbauer Alexander verweigert sich der herrschenden Leistungsgesellschaft, indem er sich zwei Monate lang schlafen legt und dadurch ein Dorf an den Rand der Anarchie bringt.

21.45 Uhr. ZDF. Bilanz (Farbe). In der Reihe »Lohnt sich Sparen in Zeiten schleichender Inflation?« werden Probleme der Lebensversicherung untersucht. Weitere Themen: »Wirtschaftsverbrecher überfordern Kripo« und »Defizit ohne Ende im Kohle-Bergbau«.

21.50 Uhr. ARD. Der Mann der ersten Stunde (Farbe). In der Sendung zum 100. Geburtstag des ersten deutschen Reichspräsidenten zeigt NDR-Autor Reinmar Cunis anhand von Interviews mit Politikern, Politologen und Historikern »Friedrich Ebert im Widerstreit der Meinungen«.

Freitag, 5. Februar

10.00 Uhr. ARD. Apollo 14 (Farbe). Wenn das amerikanische Raumfahrtunternehmen planmäßig abläuft, werden die Landung auf dem Mond und um 14.45 Uhr die erste Exkursion im Fra-Mauro-Gebiet live übertragen (ARD). Um 20.15 Uhr sendet das ZDF eine Aufzeichnung.

20.15 Uhr. ARD. Dieser Zug führt nur die 1. Wagenklasse (Farbe). Für dieses Sozialporträt »einer noch immer streng gegliederten Klassengesellschaft mit Zügen und mit Menschen erster und zweiter Kategorie« hat TV-Autor Wilhelm Bittorf drei Wochen lang Fahrgäste und Bahnpersonal in TEE-Zügen auf der Rheinstrecke beobachtet.

Samstag, 6. Februar

11.30 Uhr. ARD. Apollo 14 auf dem Mond (Farbe). Geplant ist eine Übertragung der zweiten Exkursion im Fra-Mauro-Gebiet. Eine Aufzeichnung davon bringt das ZDF um 10.45 Uhr.

21.00 Uhr. WDR (III). Die Karabinieri. Mit dem französischen Kriegsfilm (1963) von Jean-Luc Godard wird eine Film-Folge eröffnet, die Godards Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Themen dokumentiert. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Sonntag, 7. Februar

21.30 Uhr. ARD. Der Mann muß hinaus ins feindliche Leben (Farbe). »Panorama«-Redakteur Gerhard Bott analysiert, »warum es mit der Emanzipation der Frau nicht getan ist« (siehe Seite 137).

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