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Diese Woche im Fernsehen

aus DER SPIEGEL 15/1972

Dienstag, 4. 4.

21.00 Uhr. ARD. Teoroma (Farbe)

Wortkarg und mit stilisierten Dekors inszenierte Pierpaolo Pasolini 1968 sein umstrittenstes Werk, das selbst kirchliche Instanzen in Zwiespalt brachte: Das Internationale Katholische Filmbüro verlieh der metaphysischen Parabei einen Preis; die Attacken des »Osservatore Romano« ("Unklare Vermengung von Religion, Eros und marxistischer Ideologie") führten zum zeitweiligen Verbot des Films in Italien. Photo: Silvana Mangano und Terence Stamp.

21.50 Uhr. ZDF. Revolution durch die Hintertür? (Farbe)

Der Beschluß der Ministerpräsidenten-Konferenz, Rechts- und Linksradikale nicht mehr im öffentlichen Dienst zu beschäftigen, stößt auch in den Parteien auf Bedenken. An vier exemplarischen Fällen soll die politische und rechtliche Problematik dieser »Grundsätze zur Frage der verfassungsfeindlichen Kräfte im öffentlichen Dienst« dargestellt werden. Die Ministerpräsidenten Kohl (CDU), Kühn (SPD) und Stoltenberg (CDU) sowie Beamtenanwärter, die aus politischen Gründen abgelehnt wurden, kommen dabei zu Wort.

Mittwoch, 5. 4.

20.15 Uhr. ARD. Wer nicht schweigt, muß sterben (Farbe)

TV-Reporter Andre Libik rekonstruiert in seinem Mafia-Report einige der weit über 500 Morde, die der »Ehrenwerten Gesellschaft« angelastet werden, und bringt Interviews mit einem Mafia-Boß und den Angehörigen von Mafiosi-Opfern. Libiks Film will die »Wandlung von der Feudal-Mafia« zum perfektionierten Verbrechensmanagement verdeutlichen und ihr Machtmonopol in Parteien, Verwaltungen und Wirtschaftsunternehmen zeigen.

20.15 Uhr. ZDF Magazin (Farbe)

Moderator: Fritz Schenk. Unter anderem wird in der Sendung das Verhör nachgestellt, dem sich der sowjetische Schriftsteller Wladimir Bukowski am 9. Juni 1970 in Moskau unterziehen mußte. Bukowski, vor drei Monaten wegen »Untergrabung und Schwächung der Sowjetmacht« zu zwölf Jahren Freiheitsentzug verurteilt, hatte das Verhör heimlich nachprotokolliert und in den Westen bringen lassen.

20.15 Uhr. Südwest III. Shakespeare: Maß für Maß

Aufzeichnung von Peter Zadeks berühmter Bremer Inszenierung (1967), an der auch der Dramatiker Martin Sperr mitgearbeitet hat.

21.00 Uhr. ZDF. Altersheim (Farbe)

Den Mißständen in deutschen Altersheimen geht Fernsehautor Daniel Christoff ("Umschulung«, »Musterschüler") in seinem dritten Fernsehspiel nach, das auf eigenen Recherchen beruht. Am (fiktiven) Beispiel eines privaten Altersheims in Berlin, dessen Bewohner von der profitgierigen Leitung ausgebeutet werden, soll die Isolation alter Menschen in diesem »sozialen Niemandsland« beschrieben werden.

22.45 Uhr. ZDF. Post -- Pleite ohne Ende? (Farbe)

In den nächsten Monaten wird der Bundestag die neue Postverfassung beraten, die dem größten Dienstleistungsunternehmen der Bundesrepublik mehr unternehmerischen Spielraum garantieren soll. ZDF-Redakteur Friedrich Merz zeigt die Verlustquellen, die zum Defizit der Bundespost führen, und untersucht, ob trotz ständig steigender Gebühren mit Einschränkungen im Postzustelldienst zu rechnen ist.

Donnerstag, 6. 4.

19.10 Uhr. ZDF. Es gibt der Ranchen viele (Farbe)

Fünf junge Autoren wurden im vergangenen Jahr während der (von der Bundeszentrale für Politische Bildung veranstalteten) »Stückewerkstatt« vom ZDF gebeten, sich mit der Western-Serie »Shiloh Ranch« in kritischen Filmbeiträgen auseinanderzusetzen. Das Ergebnis wird nun vorgestellt.

20.15 Uhr. ARD. Spiele der Macht

Dieses Psychogramm von zwei Greisen (René Deltgen und Heinrich Gretler), die in der Mansarde eines Mietshauses dahinvegetieren, ist das erste TV-Spiel des Schweizer Psychiaters Walter Vogt. Der Bayerische Rundfunk hat das Stück vom schweizerischen Fernsehen übernommen.

21.30 Uhr. ARD. Pro und Contra

Zu einem Streitgespräch über die Konsequenzen einer Ablehnung der Ostverträge im Bundestag hat Emil Obermann die Journalisten Jens Feddersen ("Neue Ruhr-Zeitung") und Jürgen Reiß ("Deutschlandfunk") gebeten. An der Diskussion nehmen die Staatssekretäre Egon Bahr und Karl Moersch sowie die CDU-Politiker Walther Leisler-Kiep und Richard von Weizsäcker teil.

22.00 Uhr. ZDF. Bilanz (Farbe)

Moderator: Wolfgang Schröder. In dem Wirtschaftsmagazin sollen unter anderem der Termin für die Rückzahlung des Konjunkturzuschlags und die irreführenden Katalog-Angebote vieler Touristikunternehmen kritisiert werden.

Freitag, 7. 4.

17.10 Uhr. ARD. Release (Farbe)

Reportage von Wim van der Linden über die Release-Zentren in Köln und Hamburg, deren freiwillige Mitarbeiter

-- ehemalige Süchtige, Ärzte, Rechtsanwälte, Psychologen und Studenten -- durch persönliche Kontakte, Gruppentherapie und unbürokratische Hilfe Drogensüchtige resozialisieren wollen.

20.15 Uhr. ARD. Titel, Thesen, Temperamente (Farbe)

Geplant sind ein Bericht vom Dortmunder PEN-Kongreß und ein Film über naive Malerei aus dem Ruhrgebiet. Die Schriftsteller Martin Walser, Hans Werner Richter und Peter Norden werden in »TTT« über eine geplante Angliederung des Verbands deutscher Schriftsteller an die IG Druck und Papier diskutieren.

20.15 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Wisserschaftsbetrieb -- falsch programmiert? (Farbe)

Hans-E. Pries interviewt den Karlsruher Informationstheoretiker und Publizisten Karl Steinbuch, der kürzlich in einem von der »Welt« veröffentlichten »Offenen Brief an Willy Brandt« vor der »psychosozialen Vergiftung« unserer Gesellschaft warnte.

21.00 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Das Erbe der GI's

Der Münchner Journalist Peter Miroschnikoff umreißt in seiner »Reportage aus Vietnam« das wirtschaftliche Chaos, das nach dem Abzug der Amerikaner in Südvietnam droht. Über eine neue, von der CIA gesteuerte Kampftaktik in Indochina berichten anschließend die britischen Fernsehjournalisten Steven Clark und Leslie Woodhead.

21.45 Uhr. ZDF. Fabrik klein -- Risiko groß (Farbe)

Mit der »gesellschaftspolitischen Notwendigkeit, den industriellen Mittelstand zu erhalten«, und seiner Bedrohung durch die Großindustrie setzt sich der Bericht des ZDF-Redakteurs Horst Wünsche auseinander.

22.30 Uhr. ARD. Eishockey-Weltmeisterschaft: UdSSR -- Bundesrepublik (Farbe)

Aufzeichnung einer Intervisionssendung des tschechischen Fernsehens vom selben Abend in Prag.

Samstag, 8. 4.

16.15 Uhr. ZDF. Interviews mit Süchtigen (Farbe)

Filmprotokolle von Gesprächen, die Ärzte der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel mit Drogenabhängigen geführt haben.

16.45 Uhr. ARD. Der Markt (Farbe)

Moderator: Frank Lehmann. Um in den redaktionellen Teilen von Zeitungen und Zeitschriften Schleichwerbung unterzubringen, sind in den letzten Jahren spezielle Firmen gegründet worden -- Das ARD-Wirtschaftsmagazin, das diesmal vom Hessischen Rundfunk kommt, berichtet darüber. Außerdem soll überprüft werden, ob Immobilienfonds tatsächlich inflationssicher sind.

18.30 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Sesame Street (Farbe)

Aufgrund des Beifalls, den die ersten fünf (im vergangenen Jahr testweise gesendeten) Folgen der populären amerikanischen TV-Vorschulserie bei deutschen Zuschauern fanden, wird »Sesame Street« nun regelmäßig -- in der Originalfassung -- gesendet: samstags um 18.30 Uhr und sonntags um 18.00 Uhr. Eine deutsche Synchronisation der lehrreichen 60-Minuten-Shows aus Cartoons, Slapstick-Szenen und Zeichentrickfilm ist für Frühjahr 1973 angekündigt.

20.15 Uhr. Südwest III. Napoleon auf St. Helena

Stummfilm (1929) des Berliner Theater-Schauspielers Lupu Pick mit Werner Krauß als Napoleon.

22.10 Uhr. ARD. Jesse James -- Mann ohne Gesetz (Farbe)

In der Titelrolle dieses Westerns (1939) von HenryKing: Tyrone Power (Photo). Die Fortsetzung der Revolver-Baliade, 1940 von Fritz Lang mit Henry Fonda verfilmt, zeigt die ARD am kommenden Samstag zur selben Zeit.

Sonntag, 9. 4.

15.30 Uhr. WDR (III). Fünf Gräber bis Kairo

Diesen ersten amerikanischen Rommel-Film hat Billy Wilder 1943 mit Erich von Stroheim gedreht.

20.15 Uhr. ARD. Die Rote Kapelle (Farbe)

Erste Folge eines vom WDR mit dem französischen und italienischen Fernsehen gemeinsam produzierten siebenteiligen Dokumentarspiels nach der 1968 erschienenen SPIEGEL-Serie von Heinz Höhne. In chronikartigen Szenenfolgen wird Aufbau, Arbeitsweise und Vernichtung dieser sowjetischen Spionageorganisation beschrieben. Sie wurde kurz vor dem Zweiten Weltkrieg von dem Polen Leopold Trepper in Westeuropa aufgebaut und Anfang 1943 von der Gestapo zur Gegenspionage gezwungen. Regie: Franz Peter Wirth.

21.20 Uhr. ARD. Der Unternehmer (Farbe)

Dem Unternehmer, so der Autor Günther D. Roth in seinem Bericht, »hängt das Image des Buhmanns an«. Seine »Funktion im System der freien Marktwirtschaft« und »seine vielseitige Tätigkeit« sollen durch die Porträts von vier arrivierten Firmenbesitzern »transparent gemacht werden«.

21.50 Uhr. ZDF. Die neuen Herren sind die alten (Farbe)

Am Beispiel der Elfenbeinküste will ZDF-Mitarbeiter Peter Berg die entwicklungspolitischen Konzepte der USA, Frankreichs und der Bundesrepublik kritisch untersuchen und den Begriff Neokolonialismus definieren. Über »Entwicklungspolitik in den 70er Jahren« unterhalten sich im Anschluß an die Sendung Minister Erhard Eppler, Günter Rinsche, CDU-Experte für Entwicklungspolitik, und Werner Holzer von der »Süddeutschen Zeitung«. Leitung: Rudolf Radke.

22.05 Uhr. ARD. Zu Protokoll (Farbe)

Günter Gaus interviewt den bisherigen Generalinspekteur der Bundeswehr, Ulrich de Maizière

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