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Diese Woche im Fernsehen

aus DER SPIEGEL 5/1979

Montag, 29. 1.

19.00 Uhr. Bayern III. Mein Freund Harvey (Wh.)

Henry Kosters Erfolgskomödie (1950) mit James Stewart, dem »exemplarischen Durchschnittsamerikaner« (Alfred Hitchcock).

20.15 Uhr. ZDF. Kinder Kinder

In der Pädagogik-Sendung wird für »kinderfreundlichere« Wohnungen plädiert.

20.15 Uhr. West III. Schulen in der DDR (1)

Start einer dreiteiligen Untersuchung über das Schulsystem der DDR. Von Hans Jürgen Weineck.

21.15 Uhr. ARD. Der lange Marsch zum Wohlstand

Sein China-Feature drehte ARD-Korrespondent Hans-Joachim Bargmann in der Stadt Tsingtau am Gelben Meer, bis zum Ersten Weltkrieg deutsche Kolonie.

21.15 Uhr. West III. Die verschworenen Kinder

Zweiter Kinofilm (1976) des französischen Nachwuchsregisseurs Benoît Jacquot, der bei Robert Bresson und Marguerite Duras Regie-Assistent war.

23.00 Uhr. ZDF. Europa aktuell

Die zweite Folge dieser Reihe zeigt am Beispiel der heutigen »Telegiornale«-Ausgabe, wie Nachrichtensendungen des italienischen Fernsehens gemacht werden.

23.00 Uhr. ARD. Auf und davon

In dem zweiten von der ARD als deutsche Erstaufführung gezeigten Spielfilm (1971) des Kanadiers Donald Shebib ("Bis zum Ende der Straße") versuchen vier Highschool-Absolventen, vor den Karriereplänen ihrer Eltern in eine Landkommune zu fliehen. Einen weiteren Film des Regisseurs ("Eine Sache unter Freunden") zeigt die ARD am Samstag, 22.05 Uhr.

Dienstag, 30. 1.

21.00 Uhr. ARD. Report

Moderator: Franz Alt. Der Ost-Berliner ARD-Korrespondent Fritz Pleitgen befragte DDR-Bürger zu »Holocaust«. Dazu Ausschnitte aus Gesprächen, die Ebbo Demant mit drei KZ-Aufsehern von Auschwitz führte (siehe Seite 28). Außerdem: »Was passiert, wenn die Entsorgungsanlage Gorleben gebaut wird, was passiert, wenn sie nicht gebaut wird?« Dazu Berichte und ein Gespräch mit dem Kölner Energiewirtschaftler Hans K. Schneider.

21.20 Uhr. ZDF. Mit Vollgas in die Wohlstandskrise

Bericht über die »Wegwerfgesellschaft auf der Suche nach einem neuen Lebensstil«. Ekkehard Kuhn und Horst Danker prüfen die Chancen einer umweltfreundlicheren Technik und Industrie und kritisieren die »ungebrochene Wachstumsideologie«.

21.20 Uhr. Südwest III. Tote schlafen fest (Wh., sw)

Howard Hawks« berühmte Chandler-Verfilmung (1946) mit Humphrey Bogart und Lauren Bacall.

21.45 Uhr. Nord III. Dr. Zyklop (Wh., sw)

Amerikanischer Science-Fiction-Film (1940) um einen Biologen, der mit Radiumstrahlen Menschen auf Daumengröße schrumpfen läßt. Regie: Ernest Schoedsack.

22.00 Uhr. ZDF. Die Hexenjagd (Wh., sw)

Nach Dokumenten über Inquisition und Hexenverbrennungen im Böhmen des 17. Jahrhunderts inszenierte der tschechische Regisseur Otakar Vávra 1969 einen Historienfilm (Photo), der jüngere Geschichte meint: die stalinistischen Säuberungen der CSSR in den fünfziger Jahren. Beruhigendes vom ZDF: »Vávra verzichtet auf die gängigen Schock- und Thriller-Effekte und mißbraucht Gewaltakte nicht zur billigen Sensation.«

23.00 Uhr. ARD. American Football

Aufzeichnung des Endspiels um die US-Profi-Meisterschaft, zu der sich die »Pittsburgh Steelers« und die »Dallas Cowboys« in Miami trafen.

Mittwoch, 31. 1.

20.15 Uhr. ZDF Magazin

21.20 Uhr. Bayern III. Die Dinge des Lebens

Eine gelackte Dreiecksgeschichte (1970) um einen Erfolgsarchitekten (Michel Piccoli) zwischen zwei Frauen (Romy Schneider und Lea Massari). Regie: Glaude Sautet.

22.05 Uhr. Nord III. Ein Mann für sie (sw)

Tay Garnetts 1930 gedrehter Kaschemmenfilm, dessen Remake »Sieben Sünder« (1940) mit Marlene Dietrich berühmter wurde.

22.05 Uhr. West III. Ich folgte einem Zombie (Wh., sw)

Jacques Tourneurs exotisches Gruselabenteuer um den Voodoo-Kult auf einer westindischen Insel fand die »New York Times« bei der Uraufführung 1943 »ungesund, abnorm«.

Donnerstag, 1. 2.

20.15 Uhr. ARD. Im Brennpunkt Der Bayerische Rundfunk bringt -- je nach der Situation in Persien -- einen Teheran-Report oder eine Dokumentation über die Ziele der Gewerkschaften, zu der Heinz-Oskar Vetter als Interviewpartner bereit steht.

20.30 Uhr. ZDF. Notizen aus der Provinz

Satirisches mit Dieter Hildebrandt.

21.20 Uhr. ZDF. Bürger fragen -- Politiker antworten

Bundeskanzler Schmidt beantwortet in der Pariser »Maison de la Radio« Fragen französischer Bürger. Der einstündigen Live-Sendung, Teil der ZDF-Sendungen zu den Europa-Wahlen, folgen Hearings mit Helmut Kohl (22. Februar in den Niederlanden), Hans-Dietrich Genscher (22. März, Madrid) und Franz Josef Strauß (12. April, voraussichtlich in Rom). Leitung: Reinhard Appel.

Freitag, 2. 2.

20.15 Uhr. ARD. Das Glas Wasser (Wh.)

Käutners populäre Kino-Version (1960) der Scribe-Farce, mit Gustaf Gründgens (in seiner letzten Filmrolle), Hilde Krahl und Liselotte Pulver, wird schon zum viertenmal gezeigt.

20.15 Uhr. Nord III. John Neumeier

Viktoria von Flemming porträtiert Hamburgs gefeierten US-Ballettchef.

20.15 Uhr. West III. Im Dschungel der Informationen

Das TV-Team Christiane Gerhards und Malte Rauch überprüfte letzten Herbst sechs Wochen lang vor Ort die »verzerrte« Angola-Berichterstattung deutscher Zeitungen.

21.15 Uhr. ZDF. Brehms Tierleben

Feature zum 150. Geburtstag des Zoologen Alfred Brehm.

21.40 Uhr. ARD. Gesellschaft '79: Im Büro wird aufgeräumt

Dokumentation von Hans-Peter Weymar über die psychischen Belastungen der Angestellten durch Rationalisierung.

22.00 Uhr. Nord III. Happy-End

Den »Kriminalfall nach der Komödie von Dorothy Lane« verfilmte Manfred Wekwerth mit Brecht-Songtexten und Weill-Musik fürs DDR-Fernsehen.

22.20 Uhr. ZDF. Aspekte

Geplant sind ein Gespräch mit Susan Sontag, die zu einer Vortragsreihe die Bundesrepublik besucht, und das Porträt einer skurrilen Alt-Tänzerin, die sich in einem Kino im kalifornischen Death Valley ein eigenes Opernhaus eingerichtet hat.

23.40 Uhr. ZDF. Dracula jagt Mini-Mädchen

Das klassische Gruselpaar Christopher Lee und Peter Cushing ("Frankensteins Fluch") in einem weiteren Horror-Film, den Alan Gibson 1971 drehte.

Samstag, 3. 2.

14.45 Uhr. ARD. Der Killer von Alabama (sw)

Buster-Keaton-Stummfilm von 1926.

20.15 Uhr. ZDF. Rio Grande (Wh., sw)

John Fords Kavallerie-Western (1950, mit John Wayne) wurde »Glorifizierung des Militärs« vorgeworfen.

20.15 Uhr. West III. Einspruch zur Sache (sw)

Ein 97-Minuten-Zusammenschnitt der 36 Tage langen »Army-McCarthy-Hearings«, denen sich der Kommunistenfresser McCarthy 1954 unterziehen mußte. Die »New York Post": »A love letter to Miss Liberty and the Bill of Rights.«

Sonntag, 4. 2.

15.15 Uhr. ARD. Zeitmaschine (Wh.)

George Pals Science-Fiction-Film (1959) nach H. G. Wells.

20.15 Uhr. ARD. Ein deutsches Hobby

Lucas Maria Böhmer über den »deutschesten aller Hunde«, den Schäferhund, und seine Besitzer ("Es sind schon ganz bestimmte Leute, die sich einen solchen Hund halten"). Zitat vom Schwarzen Brett eines Schäferhunde-Vereins in Essen, den Böhmer porträtiert: »Die Art, wie er sich bewegt und benimmt, muß unschwer erkennen lassen, daß in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohnt.« Photo: Eva Braun mit Hitlers Hund.

21.05 Uhr. ARD. Aus einem deutschen Leben

Nach acht Stunden »Holocaust« noch ein Vergangenheitsbewältiger im Fernsehen, viel spröder als das US-Produkt. Theodor Kotulla, 50, verfilmte (nach Robert Merles Roman »Der Tod ist mein Beruf") die Vita des Rudolf Höß, der, als erster Auschwitz-Kommandant, zwischen 1941 und 1944 Millionen Menschen abschlachten ließ. Höß nicht als Monster, als »Sadist im klinischen Sinne«, vielmehr als »jederzeit austauschbar typische Figur des Dritten Reiches«, als Kleinbürger -- so will Kotulla den Massenmörder vorführen und läßt ihn deshalb vom »eher sympathisch wirkenden« Götz George (Photo, l.) spielen. Anlaß für Mißverständnisse: Bayerns Schüler dürfen das mehrfach prämiierte Dokumentarspiel nicht im Unterricht sehen, weil »die Darstellung der Titelfigur als eine schöne männliche Figur« beim Betrachter »eher Mitleid, Entschuldigungsdenken, Sympathie, Neigung zu vorbildhafter Identifikation als eine realistische Einschätzung der damaligen Verhältnisse« bewirken könne.

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