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DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

aus DER SPIEGEL 4/1972

Montag, 17. 1.

20.15 Uhr. ARD. Report (Farbe)

Moderator: Franz Alt. Die Verärgerung der britischen Regierung über Präsident Nixons Intervention in der Malta-Frage wird eines der Themen des Magazins sein. Geplant ist ferner ein Bericht über die 306 niedersächsischen Professoren und Dozenten, die wegen der im Hochschul-Vorschaltgesetz eingeräumten Drittelparität Verfassungsbeschwerde eingereicht haben. Außerdem will sich »Report« -- am Beispiel der Stadt Ludwigshafen -- mit der Finanznot der Gemeinden befassen.

20.15 Uhr. ZDF. Die letzte Chance? (Farbe)

Drogen sind in den USA die »nationale Gefahr Nr. 1«. sagt Präsident Nixon in dieser Dokumentation. Etwa 300 000 Amerikaner spritzen Heroin oder andere Rauschmittel, mehrere Millionen rauchen täglich Marihuana, und in den letzten fünf Jahren wurden weit über 4000 Rauschgifttote registriert. Über den hoffnungslosen Kampf der Behörden gegen den Drogenhandel und neuartige Heilversuche mit den meist jugendlichen Süchtigen berichtet Wolfgang Ebert.

21.00 Uhr. ZDF. An einem Tag wie jeder andere

Der 1955 gedrehte Gangster-Film mit Humphrey Bogart -- Thema: eine vierköpfige Familie wird von drei entflohenen Sträflingen in ihrem Haus gefangengehalten -- gehört zu den perfektesten Stücken des Hollywood-Regisseurs William Wyler.

21.45 Uhr. ARD. Die Fernseh-Diskussion

Zu einem Streitgespräch über die CDU-Attacken gegen die Ostverträge hat Heinz Burghart den FDP-Politiker Ernst Achenbach, Kanzleramtsminister Horst Ehmke, Ludwig Huber (CSU) und den früheren CDU-Vertriebenenminister Heinrich Windelen eingeladen.

22.50 Uhr. ARD. Der Riß (Farbe)

Der Franzose Claude Chabrol ("Das Biest muß sterben") debütierte 1970 in einem neuen Kino-Genre: Er hat ein Melodrama aus der Bürgerwelt inszeniert, das mit einem Tobsuchtsanfall beginnt und sich bis zur Mordtat steigert. Im Mittelpunkt steht eine verfolgte Unschuld (Stéphane Audran), die auch der finsterste Intrigant (Jean-Pierre Cassel) nicht auf unmoralische Abwege locken kann -- wie es sich ihre Schwiegereltern wünschen. Mit düsteren Interieurs« psychedelischen Träumen und einem poetischen Ballon-Verkäufer erreicht Chabrol zugleich höchste Künstlichkeit und große Spannung. Deutsche Erstaufführung.

Dienstag, 18. 1.

20.15 Uhr. ARD. Ente gut -- alles gut (Farbe)

Der Münchner Journalist Erich Helmensdorfer will in diesem Fragespiel das politische Wissen seiner Kandidaten testen -- mit scherzhaften Falschmeldungen, Dokumentar-Collagen und Trickfilmen (siehe Seite 110).

20.15 Uhr. ZDF. Der Schlüssel zum Bildungsparadies? (Farbe)

Aus Anlaß der bevorstehenden Bildungsdebatte im Bundestag haben die »Impulse«-Mitarbeiter Klaus Meynersen und Ralf Heliriegel die verschiedenen teils praktizierten, teils geplanten Modelle zur Reform des Bildungssystems zusammengestellt.

21.00 Uhr. ARD. Zur schönen Aussicht (Farbe)

Im Zuge der Horváth-Renaissance wurde auch dieses 1926 geschriebene Frühwerk des österreichisch-ungarischen Dramatikers ausgegraben. Theaterregisseur Hans Hollmann hat die Komödie -- elektronisch verfremdet -- für den Süddeutschen Rundfunk inszeniert.

21.50 Uhr. ZDF. Aspekte (Farbe) Moderator: Walther Schmieding. Das Kulturmagazin kündigt ein Filmporträt des Berliner »Forum-Theaters« an, das sich zur Zeit auf einer mehrwöchigen Asien-Tournee befindet. Außerdem soll das vom Münchner Architekten Richard J. Dietrich und seiner »Entwicklungsgruppe Urbanik« erfundene »Metastadt«-Projekt vorgestellt werden. Es ist ein aus würfelförmigen Elementen im Baukasten-System montierter Wohnhügel, mit dem der Städtebau revolutioniert werden soll (SPIEGEL 48/1971).

22.50 Uhr. ZDF. Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Lande der Bolschewiki

In seinem Stummfilm von 1924 persifliert der russische Regisseur Lew Kuleschow (1899 bis 1970) amerikanische Klischee-Vorstellungen über die UdSSR: Ein US-Geschäftsmann begibt sich, bewacht von einem Cowboy mit Lasso, in die Sowjet-Union, wo er fellbekleidete Wilde vermutet. Für die im Stil von Hollywoods Detektivfilmen inszenierte Kino-Komödie hat Kuleschow zwei spätere Star-Regisseure als Mitspieler engagiert: Boris Barnet und Wsewolod Pudowkin.

Mittwoch, 19. 1.

17.10 Uhr. ARD. Die Welt unserer Kinder

Die erste Folge dieser (für das Studienprogramm des Bayerischen Rundfunks produzierten) Reihe demonstriert charakteristische Verhaltensweisen von Kleinkindern im Spiel und im Konflikt mit ihrer Umwelt.

20.15 Uhr. ARD. Stress in Bonn (Farbe)

Bonner Politiker leben in »der heimlichen Hauptstadt des Herzinfarkts«. Sie überziehen, sagt der Autor des Films. SPIEGEL-Kolumnist Hermann Schreiber, »wieder und wieder das Konto ihrer physischen und psychischen Leistungsfähigkeit« -- durch Terminhetze, Erfolgszwänge und Überarbeitung. Schreiber befragt unter anderen die Bundesminister Ehmke, Genscher und Scheel, ob sich der Dauer-Stress »auf die Qualität der Politik« auswirkt.

20.15 Uhr. ZDF Magazin (Farbe) Moderator: Gerhard Löwenthal.

21.00 Uhr. ZDF. Willi Tobler und der Untergang der 6. Flotte (Farbe>

In dieser Science-fiction-Groteske stellt Filmregisseur Alexander Kluge ("Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos") die Menschen des Jahres 2040 als intergalaktische Landsknechte und feige Opportunisten dar; der Weltraum ist ein riesiger Müllplatz (siehe Seite 108).

21.45 Uhr. ARD. Herrschaft des Volkes im Zeitalter der Computer

Mit dem »traditionellen Mißtrauen des italienischen Bürgers »gegen den Staat, das sich durch 32 Regierungswechsel, zahllose Streiks und Skandale noch vertieft hat«, befassen sich die italienische ARD-Korrespondentin Franca Magnani und Georg Walschus, Redakteur beim Bayerischen Rundfunk, unter anderem im dritten und letzten Beitrag dieser Dokumentarreihe.

Donnerstag, 20. 1.

21.45 Uhr. ZDF. Bilanz (Farbe) Moderator: Wolfgang Schröder.

22.00 Uhr. ARD. Kontraste (Farbe)

Moderator: Peter Pechel. Das Magazin bringt ein Gespräch mit Staatssekretär Egon Bahr zu den bevorstehenden Verhandlungen über einen innerdeutschen Verkehrsvertrag. Aus Anlaß der zweiten Parteikonferenz der jugoslawischen KP werden die Konsequenzen der kroatischen Krise für die Parteiführung untersucht. »Kontraste« will außerdem über den Plan der polnischen Regierung berichten, die legale Schwangerschaftsunterbrechung zu erschweren.

22.50 Uhr. ZDF. Deutsch in der Hauptschule

»Erzieht der Deutsch-Unterricht an unseren Schulen die jungen Staatsbürger zu kritischem Denken?« Ein Streitgespräch über dieses Thema führen Hans Werner Richter, der ehemalige Berliner Schulsenator Carl-Heinz Evers sowie mehrere Pädagogen und Dozenten.

Freitag, 21. 1.

21.45 Uhr. ZDF. Vorsicht, antik! (Farbe)

ZDF-Mitarbeiterin Annette Pfeiffer berichtet über Trends auf dem deutschen Antiquitätenmarkt.

22.00 Uhr. BR (III). Bübchen

In seinem ersten langen Kinofilm (1968) schildert der Jungfilmer Roland Klick ("Deadlock") kühl und subtil die Mordtat eines Knaben.

Samstag, 22.1.

16.45 Uhr. ARD. Der Markt (Farbe> Moderation: Elke Hockerts-Werner. Die Frankfurter Firma Hoechst hat als erstes westdeutsches Unternehmen in Moskau eine Niederlassung eingerichtet. Über die Bemühungen weiterer Betriebe der Bundesrepublik um Vertretungen in der Sowjet-Union berichtet der »Markt«. Außerdem sollen die in einer Ifo-Untersuchung aufgestellten Behauptungen überprüft werden, wonach in der nächsten Zeit mit einem Überangebot an Komfort-Wohnungen zu rechnen sei.

20.15 Uhr. NDR, RB, SFB (III) und Südwest (III). Warnung vor einer heiligen Nutte (Farbe)

Warum die »heilige Nutte« (gemeint ist der Film) selbstloses Teamwork nicht zuläßt -- diese Frage stellt und beantwortet Rainer Werner Fassbinder. In seinem autobiographischen Film (1971), der noch nicht in den Kinos lief, zeigt er -- mit Eddie Constantine in einer Nebenrolle und Lou Castel als Regisseur -- das aus Trunksucht, sexuellen Abhängigkeiten und psychischen Verklemm ungen resultierende Gegeneinander in einem Aufnahmeteam während der Dreharbeiten. Fassbinder selbst begnügt sich dabei mit der Rolle des Regieassistenten.

20.15 Uhr. ZDF. Herrin der toten Stadt

In diesem Parade-Western (1948) des Kino-Routiniers William A. Wellman kämpfen Gregory Peck und Richard Widmark als Bankräuber um einen Gold schatz und eine schöne Frau: Anne Baxter.

21.55 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Die neue Bibliothek (Farbe)

Geplant ist ein Interview mit Alain Robbe-Grillet zu seinem letzten Buch. »Projekt für eine Revolution in New York«. Außerdem soll ein vom französischen Fernsehen aufgezeichnetes Interview gesendet werden, in dem sich Ernst Jünger zu seinen Kriegstagebüchern und seiner Rolle im deutschen Widerstand äußert.

Sonntag, 23. 1.

21.30 Uhr. ARD. Wäre van Gogh heute heilbar? (Farbe)

Mit den heute bekannten Psychopharmaka hätte van Gogh, der sich 1890 in geistiger Umnachtung erschoß, vermutlich geheilt werden können. Am Fall van Gogh will Ernst von Khuon einen populärwissenschaftlichen Einblick in die moderne Psychiatrie bieten.

21.50 Uhr. ZDF. Augenzeugen berichten

In diesem zweiteiligen Film (Fortsetzung: 1. Februar, 20.15 Uhr) schildern Politiker der drei großen Parteien, wie sie den politischen Neubeginn nach 1945 erlebt haben: der (im vergangenen Jahr gestorbene) FDP-Mitbegründer Reinhold Maier, der Christdemokrat und ehemalige Kölner Oberbürgermeister Hermann Pünder und der Sozialdemokrat Carlo Schmid, erster Regierungschef des Landes Württemberg-Hohenzollern.

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