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DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

aus DER SPIEGEL 47/1971

Montag, 15. 11.

17.10 Uhr. ARD. Der Spion Kim Philby (Farbe)

Dieser Film über den 1963 in die UdSSR geflohenen britischen Doppelagenten enthält unter anderem Aufnahmen, die Philbys Sohn John bei einem Rußland-Besuch von seinem Vater machte. Der WDR hat das von einer Londoner TV-Gesellschaft aufgenommene Porträt synchronisiert und von dem Philby-Biographen Hugh Trevor-Roper kommentieren lassen. 20.15 Uhr. ARD. Panorama (Farbe)

Moderator: Peter Merseburger. Die Autoren der SPIEGEL-Serie »Pullach intern«, Heinz Höhne und Hermann Zolling. werden in der Sendung zu den Gehlen-Memoiren Stellung nehmen. »Panorama« hat außerdem den BND-Präsidenten und Gehlen-Nachfolger Gerhard Wessel um ein Statement gebeten. Ferner sollen die kürzlich verschobene Untersuchung über Wiederholungstäter gezeigt und ein Interview mit dem Tübinger Straftrechtler Jürgen Baumann gesendet werden, der gemeinsam mit 23 weiteren Professoren in einem Alternativ-Entwurf zur Strafrechtsreform Geld- und Gefängnisstrafen für Umweltverschmutzer fordert.

20.15 Uhr. ZDF. Querschnitt (Farbe) In dem Wissenschaftsmagazin erläutert Hoimar von Ditfurth unter anderem die Entstehung von Herzinfarkten. 21.00 Uhr. ZDF. Der Wald der Gehenkten

Etwa 20 Kinofilme werden pro Jahr in Rumäniens staatlichem Filmzentrum produziert -- meist Detektivgeschichten oder pathetische Propagandastücke. Eine der interessanteren Arbeiten wird nun als deutsche Erstaufführung vorgestellt. Regisseur Liviu Ciulei beschreibt die Geschichte eines rumänischen Leutnants aus dem Ersten Weltkrieg. der am Sinn militärischer Ordnung zu zweifeln beginnt, desertiert und erschossen wird.

21.00 Uhr, SR, SDR, SWF (III). Orchesterkurs von Pierre Boulez (Farbe)

Der Film des Musikkritikers Hans G Helms entstand 1970 während des Bayreuther Internationalen Jugend-Festspieltreffens« wo der Avantgarde-Komponist einen Lehrkursus leitete. 21.45 Uhr. ARD. Mythos Rommel (Farbe)

Das »Standbild des zum Supermann hochstilisierten« Generalfeldmarschalls« der in diesem Monat 80 Jahre alt geworden wäre, möchte der TV-Dokumentarist Helmuth Rompa ("Journal 1870/71") in »einer Art Lebensskizze etwas vermenschlichen«. Dazu sollen auch Statements von Rommels Freunden, Verwandten, ehemaligen Kampf-Gefährten und von Bundeswehr-Generalen beitragen.

22.50 Uhr. ARD. Grillen im Kopf (Farbe) Die Erstlingsarbeit des jugoslawischen Regisseurs Misa Radivojevic, das Porträt eines jungen Paares im Konflikt mit seiner konformistischen Umwelt, wurde 1970 beim Filmfestival in Pula von der Jury preisgekrönt, vom Publikum allerdings ausgepfiffen. Deutsche Kritiker bemängelten »verquälte Psychologie«.

Dienstag, 16. 11.

21.00 Uhr. ARD. Die Auferstehung des Stefan Stefanow (Farbe) Den »Konflikt zwischen geistiger Verpflichtung und menschlichem Mitgefühl« will der deutschschreibende Ungar György Sebestyen in seinem ersten Fernsehspiel zeigen. Der 1956 nach Wien geflohene Autor schildert das Schicksal eines jungen Schriftstellers, der in einem Geheimprozeß als Konterrevolutionär zum Tode verurteilt wird. 21.50 Uhr. ZDF. Impulse (Farbe) Moderator: Wilfried Hoffer. In dem bildungspolitischen Magazin attackiert ein Medizin-Professor der Würzburger Universität fragwürdige Prüfungsvorschriften. Ein weiterer Beitrag untersucht, ob Entwicklungshelfer in der Bundesrepublik »nur zu apolitischen Handwerkern oder zu politisch engagierten Ratgebern« ausgebildet werden. Dazu wird auch Minister Erhard Eppler Stellung nehmen.

22.35 Uhr. ARD. Kino (Farbe) Aktuelle Film-Informationen, zusammengestellt von Herbert Hausen. 22.35 Uhr. ZDF. Gänse und Computer (Farbe)

Im letzten Jahr hat Polen für 744 Millionen Mark in die Bundesrepublik exportiert -- 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Über den Aufschwung des polnischen Außenhandels, der durch das Handelsabkommen mit der Bundesrepublik noch intensiviert wird, informiert der Bericht von Helmut Lange.

Mittwoch, 17. 11.

16.45 Uhr. ARD. Der Teufelshauptmann (Farbe)

Amerikanischer Western (1949) von John Ford mit John Wayne. 20.15 Uhr. ARD. Arras (Farbe) Mit diesem »Porträt einer Stadt und einer Landschaft« wollen die Pariser ARD-Mitarbeiter Ernst Weisenfeld und Harald Kubens auf typische Probleme und Verhaltensweisen in einer französischen Mittelstadt hinweisen. 20.15 Uhr. ZDF Magazin (Farbe) Moderator: Fritz Schenk. 21.00 Uhr. ZDF. Iwanow (Farbe) Das selten aufgeführte Drama (1887) von Anton Tschechow wird in einer Fernseh-Inszenierung von Oswald Döpke gezeigt.

21.45 Uhr. ARD. Am Rande der bewohnbaren Welt (Farbe)

Film-Feuilleton von Georg Stefan Troller zum 80. Todestag des französischen Dichters Arthur Rimbaud.

Donnerstag, 18. 11.

20.15 Uhr. ARD. Das Millionenspiel (Farbe)

Eine Woche hindurch hetzen drei bewaffnete Berufskiller den Kandidaten einer TV-Show durch die Bundesrepublik. Erreicht er das vereinbarte Ziel, zahlt ihm das Fernsehen eine Million Mark; fassen ihn die Häscher vorher, so wird er vereinbarungsgemäß erschossen. Das makabre Todesspiel -- von TV-Autor Wolfgang Menge als grimmige Parodie auf ·· das »rudimentär bereits vorhandene« Brutalitätsverlangen der Fernsehzuschauer gedacht -- brachte dem WDR »die wohl größte Zuschauer-Resonanz in der Geschichte des deutschen Fernsehspiels": 1000 Anruf er waren überwiegend empört, 40 Zuschauer, die Menges fiktive Menschenhatz ernst genommen hatten, boten sich künftig als »Todeskandidaten« an. Wiederholung.

21.45 Uhr. ZDF. Bilanz (Farbe)

Moderator: Wolfgang Schröder. Das Wirtschaftsmagazin hat Berichte über die Hintergründe des Tarifstreits in der Metallindustrie und über Absatz-Probleme auf dem deutschen Automarkt angekündigt. Außerdem sollen »dubiose Bauverträge« einiger privater Wohnungsbauunternehmen untersucht sowie »alarmierende Ergebnisse« einer Frischfleisch-Prüfung im Münchner Schlacht- und Viehhof bekanntgegeben werden. 21.55 Uhr. ARD. Kontraste (Farbe)

Moderator: Peter Schultze. Aus Anlaß der Volkskammerwahlen in der DDR vom 14. November untersucht das Magazin den innenpolitischen Kurs der SED seit Erich Honeckers Amtsantritt. Ein weiterer Beitrag zeigt, wie Schüler und Eltern auf die ersten sechs sowjetischen Lehrer reagieren, die im »Pädagogischen Austauschdienst« seit Anfang Oktober an westdeutschen Schulen Russisch unterrichten. Geplant sind ferner ein Vorbericht zum 6. Parteitag der Vereinigten Arbeiter-Partei Polens und eine Reportage über Fidel Castros Chile-Besuch, seine erste Auslandsreise seit fast acht Jahren.

22.45 Uhr. ZDF. Berufsboxkampf im Schwergewicht: Cassius Clay gegen Buster Mathis (Farbe)

Aufzeichnung einer Eurovisionssendung vom Vortag aus Houston (Texas).

Freitag, 19. 11.

20.15 Uhr. ARD. Titel, Thesen, Temperamente (Farbe)

Weil britische und amerikanische Autoren den steigenden Bedarf an Kriminalromanen nicht mehr decken können, greifen Verlage in der Bundesrepublik jetzt auch auf deutsche Schriftsteller zurück. »TTT« informiert über diesen Trend. Außerdem soll über eine einwöchige Veranstaltung der Göttinger Kulturinstitute berichtet werden, die sich in Teach-ins, öffentlichen Forumsgesprächen. Passanten-Befragungen sowie Theater- und Filmvorführungen mit dem Thema »Gewalt in unserer Gesellschaft« auseinandersetzt. Das Kulturmagazin hat ferner einen Film über die bislang größte Ausstellung von Werken des britischen Malers Francis Bacon eingeplant, die kürzlich in Paris eröffnet wurde.

20.15 Uhr. ZDF. Der Fall Eleni Voulgari

Dokumentarspiel von Hans Wiese über das Schicksal der seit fünf Jahren in Athen inhaftierten politischen Gefangenen, die trotz ihrer Begnadigung (1967) durch König Konstantin von den Obristen nicht freigelassen wurde.

21.00 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Streikrecht für Beamte? (Farbe)

Der Film von Dietrich Mühlner befaßt sich mit der Frage, ob der Streik bei den 1,4 Millionen Beamten auch künftig als Verstoß gegen die Verfassung geahndet werden soll.

21.40 Uhr. ZDF. Kirche ohne Kirchensteuer? (Farbe)

Wie »andere Länder mit Problemen fertig werden, die auch uns tangieren"« soll in der Sendereihe »Alternativen« demonstriert werden. Die französische Kirche, die sich seit etwa 200 Jahren aus freiwilligen Spenden der Gemeindemitglieder finanziert, wird -- so zeigt der Pariser ZDF-Korrespondent Albert E. Gaum in der neuen Folge -- dadurch zu »sozialem Engagement, zu Experimenten und zur Suche nach Modellen für die Zukunft gezwungen«.

Samstag, 20. 11.

20.15 Uhr. BR (III). Carlos (Farbe) Schillers »dramatisches Gedicht« in einer Western-Fassung von Hans W. Geissendörfer (siehe Seite 195). 21.15 Uhr, ARD, 21.45 Uhr, ZDF. Bericht vom außerordentlichen SPD-Parteitag in Bad Godesberg (Farbe) 22.05 Uhr. ARD. Nichts als ein Mensch

Der Erstlingsfilm (1964) des amerikanischen Dokumentar-Regisseurs Michael Roemer beschreibt die Diskriminierung und den subtilen Terror, denen ein junger Farbiger in einer Gleisbau-Kolonne in Alabama ausgesetzt ist. 22.15 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Freaks In diesem vorwiegend mit Mißgebildeten besetzten Film von 1932 schildert Hollywoods erster Horror-Regisseur Tod Browning ("Dracula") die unglückliche Liebe eines Zirkus-Liliputaners zu einer Trapezkünstlerin.

Sonntag, 21. 11.

20.15 Uhr. ARD. Geheime Reichssache Kinderlager

Mehr als 35 Prozent der zwei Millionen Polen, die im Zweiten Weltkrieg umgekommen sind, waren Kinder bis zu 16 Jahren. Viele starben in geheimen »Jugendverwahrungslagern« in Polen. die nach 1940 von der SS zur Beschaffung billiger Arbeitskräfte und zur Auswahl »germanisierungsfähiger« polnischer Kinder eingerichtet wurden. Einige der Überlebenden hat Klaus Bednarz, ARD-Korrespondent in Warschau, für diesen Film interviewt.

20.15 Uhr. ZDF. Das falsche Gewicht (Farbe)

Mit bewährten Kräften inszenierte Bernhard Wicki ("Die Brücke") sein erstes Fernsehspiel: Fritz Hochwälder schrieb das Drehbuch (nach Joseph Roth), Helmut Qualtinger spielt die Hauptrolle des Eichmeisters Eibenschütz, der nach seinem Abschied von der Armee in Galizien an seiner Umwelt zugrunde geht. Die Dreharbeiten bei Budapest dauerten zehn Wochen und kosteten rund eine Million Mark. 20.15 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Die Docks von New York

Einer der besten Stummfilme Josef von Sternbergs (1928).

21.00 Uhr. ARD. Der Wald (Farbe) Die 1871 uraufgeführte sozialkritische Komödie des Russen Alexander Ostrowski wird in einer TV-Bearbeitung von Wolfgang Glück gezeigt. 22.55 Uhr. ARD. Tausend Jahre Frieden nahen ... (Farbe)

Dieser Bericht über Arbeit und Bräuche der Zeugen Jehovas -- von vier Absolventen der Münchner Fernseh- und Filmhochschule gedreht -- protokolliert den Alltag eines Münchner Büroangestellten, der halbtags als Prediger und Gemeindevorstand der religiösen Gemeinschaft tätig ist.

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