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DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

aus DER SPIEGEL 48/1975

Montag, 24.11.

20.15 Uhr. ARD. Report

Moderator: Klaus Stephan. Geplante Themen: der Deutschland-Tag der Jungen Union und der verstärkte sowjetische Einfluß im Internationalen Arbeitsamt, auf den die USA mit einer »vorsorglichen« Mitgliedschafts-Kündigung reagierten. Außerdem ein Gespräch mit dem Anästhesie-Professor Rudolf Frey über Sterbehilfe.

20.15 Uhr. ZDF. Gesundheitsmagazin »Praxis«

Mit einem Report zur Situation der Ärztinnen in der Bundesrepublik.

21.15 Uhr. ZDF. Der Hausbesitzer

Spielfilm-Erstling (1970) von Hollywood-Newcomer Hal Ashby ("Shampoo"). In der krausen Sozialsatire um einen reichen Bohemien, der sich in einem Neger-Getto etabliert, werden Amerikas gutbürgerliche Pop-Generation und militante Schwarze veralbert.

21.45 Uhr. ARD. Wir brauchen euer Mitleid nicht

Reportage aus dem Behinderten-Dorf Sassen in Oberhessen: Eine private Vereinigung von Rechtsanwälten, Schauspielern, Kaufleuten und anderen Freiwilligen versorgt -- nach anthroposophischen Ideen -- rund 100 geistig Behinderte, bewirtschaftet mit ihnen fast autark ein 60-ha-Gehöft mit eigener Bäckerei, Gärtnerei und Viehzucht.

Dienstag, 25.11.

21.00 Uhr. ARD. Einzelgänger nicht gefragt

Pilot-Film einer umstrittenen Krimi-Reihe, die zur Zeit im britischen Kommerz-Fernsehen ITV läuft. Weitere Folgen der Polizisten-Serie um einen Law-and-order-Fanatiker (John Thaw), lehnte die ARD ab: zu »hart«.

21.00 Uhr. Nord III. Die Brüder kennen wir schon

Sozial-Report von »Panorama«-Redakteur Lutz Lehmann. 26 Monate lang wurden die Versuche protokolliert, Obdachlose aus einem verfallenen Luftschutzbunker in Bremen ins Stadtinnere umzuquartieren.

21.05 Uhr. ZDF. Blickpunkt: Privatisierung -- billiger für den Bürger?

Die Vorschläge des Bundes der Steuerzahler zur Privatisierung öffentlicher Dienste sollen am Beispiel Schlachthof, Müllabfuhr, Nahverkehr und Krankenhaus diskutiert werden. Leitung: Florian Höner.

22.00 Uhr. ZDF. Impulse

Das Bildungsmagazin untersucht, was die Elternstreiks in Hamburg, Berlin, Wolfsburg und einem Dorf bei Gießen bewirkt haben.

Mittwoch, 26.11.

16.20 Uhr. ARD. Denken -- Lernen -- Vergessen

In der Wissenschaftsreihe über das Gehirn will der Biochemiker Frederic Vester die herkömmlichen »Schulbücher und den Unterricht fertigmachen«.

20.15 Uhr. ARD. Park Avenue Pratt House

»Amerikas heimliche Weltregierung«, deren Tätigkeit »geheimer gehalten wird als die von Geheimdiensten«, residiert in einer Gründerzeit-Villa an New Yorks Park Avenue: der »Rat für Auswärtige Beziehungen«. Der Privat-Club, dem die Geld- und Machtelite der USA angehört und der »langfristige Richtlinien für die Zukunft aufzeigen« soll, brachte den Autor Wilhelm Bittorf »an die Grenzen des TV-Journalismus: das populärste aller Medien kann das Denken und Planen in den Zentren der Macht nicht sichtbar machen«.

20.15 Uhr. ZDF Magazin

Moderator: Gerhard Löwenthal.

21.00 Uhr. ARD. Reden wir mal darüber

Nach seinem ersten kläglichen Talkshow-Versuch (ein TV-Kritiker: »Schweigen wir mal darüber") unterhält sich Erich Helmensdorfer mit dem ehemaligen »Vorsicht, Kamera«-Team, Schauspielern der »Familie Schölermann »-Serie und dem Regisseur Kurt Wilhelm.

21.45 Uhr. ARD. Gesichter Asiens

NDR-Korrespondent Hans Walter Berg überprüft, was von Pakistans »monumentaler« Agrar-Reform (Ministerpräsident Bhutto, 1972) übriggeblieben ist.

Donnerstag, 27.11.

16.20 Uhr. ARD. Sie -- er -- Es

In Intensiv-Kursen und aus appetitlich rosa verpackten Übungsbüchern lernen US-Frauen -- als Reflex auf Women"s Lib -- »faszinierende Weiblichkeit« (SPIEGEL 35/1975). Das NDR-Magazin besuchte Helen B. Andelin (Photo, r.), die Künderin von der Herrlichkeit des Mannes ("Du großes haariges Biest«, »du starkes Ungeheuer"), und ihre Adeptinnen in einem kalifornischen Trainingscamp.

20.15 Uhr. ARD. Plusminus

Moderator: Johannes Mohn. Geplante Themen: Großbritannien als Erdöl-Produzent und »das fehlende Energiekonzept« in der Bundesrepublik, erläutert an den wachsenden Kohlenhalden.

20.15 Uhr. Nord III. Thomas Mann als politischer Schriftsteller

Es diskutieren Walter Boehlich, Gerd Haedecke, Marcel Reich-Ranicki, Kurt Sontheimer, Martin Walser und Peter Wapnewski. Leitung: Jürgen Lodemann.

21.15 Uhr. ZDF. Journalisten fragen -- Politiker antworten

Mit Karl Carstens (CDU), Werner Maihofer (FDP), Klaus Schütz (SPD) sowie den Journalisten Hilde Purwin ("NRZ") und Dankwart Reissenberger (SDR). Leitung: Jürgen Lorenz.

21.45 Uhr. ARD. Titel, Thesen, Temperamente

Eine Reportage über Graß und Kroetz bei einer Münchner Sammelaktion für alte Autoren, ein Gespräch mit Mike Krüger ("Mein Gott, Walther") und anderen Liedermachern sowie ein Film-Tip: Chaplins »Rampenlicht« ist

-- neu synchronisiert -- wieder in den Kinos angelaufen.

22.15 Uhr. ZDF. Die Ballade vom irdischen Glück

Auf den Seychellen, mit einheimischen Laiendarstellern, drehte der Münchner Regisseur George Moorse ("Unterwegs") einen halbdokumentarischen Spielfilm. An der Geschichte einer Männerfreundschaft, die durch soziale Unterschiede kaputtgeht, sollen die Probleme eines Landes gezeigt werden, »das im Begriff ist, von einer ruppigen. Kolonialherrschaft befreit, zu einem ruppigen Frühkapitalismus umzuschwenken«.

Freitag, 28.11.

20.15 Uhr. ARD. Privat-Vorstellung

In dem verschmockten Psychodrama (1973) aus dem Pariser Modemilieu zeigt der französische Jungfilmer Francois Leterrier vorgestrige Cinéasten-Probleme: Ein Regisseur will den Tod seiner Geliebten (Francoise Fabian) im Film rekonstruieren und vermarktet dabei brutal eigene und anderer Leute Intimitäten. Mit Jane Birkin (Photo). Deutsche Erstaufführung.

20.15 Uhr. ZDF. »Ach Himmel, es ist verspielt!«

In dem »Heldenepos« über Andreas Hafer, einer Koproduktion von ORF und ZDF, soll »der hoffnungslos schwierige Stand des kleinen Mannes in der großen Politik« deutlich werden.

21.00 Uhr. Nord III. Das Machbare und das Notwendige

»Pietcong« Erhard Eppler im Gespräch mit Peter Merseburger.

21.45 Uhr. Nord III. Coup pour coup (Wh.)

Den sozialromantischen Spielfilm über einen erfolgreichen Streik normanniseher Textilarbeiterinnen drehte der Franzose Mann Karmitz 1971 mit anbeitslosen Frauen.

21.55 Uhr. ARD. Bericht aus Bonn Leitung: Friedrich Nowottny.

Samstag, 29.11.

20.15 Uhr. ARD. Feuerabend

Gäste von Kulenkampffs jovialem Gutsherren-Plausch, dessen Einschaltquote nach der letzten flauen Folge auf 30 Prozent abgesackt ist: Egon Bahr, Bestseller-Autorin Sandra Paretti ("Der Wunschbaum") und Regisseur Otto Schenk,

20.15 Uhr. West III. Kojak & Co (1)

Analyse der »infantilen Sauce« der US-Fernsehserien (siehe Seite 178).

21.00 Uhr. West III. Mutter (sw)

Der russische Regisseur Pudowkin schildert in seinem Pendant (1926) zu Eisensteins »Panzerkreuzer Potemkin« das Chaos vor der Oktoberrevolution. In einer Welle von Streiks und Demonstrationen fällt eine Arbeiterfamilie dem zaristischen Terror zum Opfer.

21.00 Uhr. Bayern III. Der letzte Akt

Spielfilm (1955) von G. W. Pabst über die letzten Tage in Hitlers Reichskanzlei-Bunker.

21.00 Uhr. Nord III. Glutmensch

Nach Filmen über die Dramatiker Lenz und Kleist nimmt sich Jonatan Briel, Absolvent der Berliner Film- und Fernseh-Akademie, das Leben Friedrich Hebbels vor: An seinem 50. Geburstag, krank darniederliegend, läßt der norddeutsche Tragiker seine Jugend und seine Stücke in Fiebervisionen vorüberziehen. Mit Werner Brunn, Magdalena Montezuma (Photo) und, als Richard Wagner, Wolfgang Neuss.

22.55 Uhr. ZDF. Johnny Guitar -- wenn Frauen hassen (Wh.)

Nicholas Rays »phantastisch schöner freudianischer Western« (Jean-Luc Godard) von 1953, mit Joan Crawford und Ernest Borgnine.

Sonntag, 30.11.

21.05 Uhr. ARD. Eiszeit (sw)

Um den norwegischen Nobelpreisträger Knut Hamsun, der mit der Nazi-Besatzung kollaborierte, schrieb Tankred Dorst ein Stück »mit einer erfundenen Handlung und erfundenen Personen«. Dorst faszinierte an dem »Alten«, daß er »kein Konformist ist« und lieber Nazi bleiben wollte als für unzurechnungsfähig erklärt werden. Peter Zadek, der Regisseur der erfolgreichen Bochumer Uraufführung, hat das Stück mit O. E. Hasse (Photo) in Norwegen verfilmt. Hasse: »Dieser alte Knüppel ist ja ein ziemliches Ekel -- wunderschön zu spielen.«

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