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DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

aus DER SPIEGEL 36/1973

Montag, 3. 9.

16.05 Uhr. ARD. Der rote Luftballon Vor 17 Jahren erhielt dieses Filmmärchen von Albert Lamorisse einen »Oscar« für das »beste Drehbuch": Ein einsamer Schuljunge in Paris schließt Freundschaft mit einem roten Luftballon, der sich als »beseelt« erweist.

20.15 Uhr. ARD. Panorama

Moderator Peter Merseburger plant Berichte über die Rolle der Gewerkschaften bei den wilden Streiks in der Auto-Industrie, über die Geldentwertung und die »bundesweite Bürgerinitiative für kleine Klassen« von 25 Schülern.

21.00 Uhr. ZDF. An einem Tag wie jeder andere (sw)

Amerikanischer Spielfilm (1955) von William Wyler. Humphrey Bogart spielt den Boss entwichener Zuchthäusler, die auf der Suche nach einem Versteck in eine Villa einbrechen und dort die Familie als Geiseln terrorisieren (Wiederholung).

21.05 Uhr. Hessen III. Ein hoffnungsloser Fall?

Dokumentation über einen gelähmten Jugendlichen, der einfach für schwachsinnig erklärt worden war.

21.25 Uhr. DDR I. Der schwarze Kanal (sw)

Mit Karl-Eduard von Schnitzler.

21.45 Uhr. ARD. Preisexplosion und kein Ende?

Die WDR-Autoren Elke Hockerts-Werner und Dieter Kaiser versuchen in ihrem Feature nachzuweisen, daß die mangelnde Industrialisierung im Baugewerbe nicht nur die Mieten hochtreibt, sondern zum Teil auch an den jüngsten Bau-Pleiten schuld ist.

22.50 Uhr. ARD. Verfolgt (sw)

Als ein »Schicksalsdrama von geradezu antiker Konsequenz« annonciert die ARD diesen Psycho-Western (1947) des Hollywood-Routiniers Raoul Walsh: Ein verwaister Farmerssohn (Robert Mitchum, Photo, r.) wird von einem mysteriösen Rächer verfolgt. Deutsche Erstaufführung im Original mit Untertiteln.

Dienstag, 4. 9.

20.00 Uhr. DDR I. Im Namen des Friedens auf der Erde

Dokumentation des Breschnew-Besuchs in den USA aus sowjetischer Sicht.

20.15 Uhr. ARD. Klimbim

Zweite Ausgabe der WDR-Humoreske, mit der Regisseur Michael Pflegbar beweisen will, daß »die Zeit der heilen Familienserien vorbei« und jetzt »die böse Familie in« sei.

20.15 Uhr. Hessen III. Mississippi-Blues

Der französische Journalist Claude Fléouter und der griechische Regisseur Robert Manthoulis reisten zu den »Resten der alten Blues-Sängerschule« nach Texas, Memphis und New Orleans.

21.00 Uhr. ARD. Der Menschenfreund

Als Gegenstück zu Molières »Menschenfeind« schrieb Christopher Hampton die in England mehrfach ausgezeichnete (von Martin Walser übersetzte) Party-Komödie um einen Schriftsteller (Peter Vogel), der »allen mit Freundlichkeit begegnet und dabei alle verärgert«. Regie des TV-Spiels: Erich Neureuther.

21.00 Uhr. West III. Schweizer Armenhaus fur Millionäre

Feature von Doris Amendt und Andrej Bockelmann über die »Armut der Tessiner Talbewohner« nahe den Prunkbauten deutscher Steuerflüchtlinge.

21.05 Uhr. Hessen III. Jean-Paul Sartre (sw)

Erste Folge eines fünfteiligen Porträts. TV-Autor Jürgen Wilcke und der marxistische Marburger Philosoph Hans Heinz Holz beschreiben die Entwicklung des französischen Schriftstellers zum politischen Agitator.

21.50 Uhr. ZDF. D-Mark, D-Mark über alles?

Die ZDF-Wirtschaftsredakteure untersuchen, welche Bedeutung die bevorstehenden Weltwährungs- und Handelskonferenzen in Tokio und Nairobi für »Dollars, Gold, Handel und Urlaub« haben können.

22.50 Uhr. ZDF. Nachtstudio: Film ohne Himmel

Dokumentation über die »Krankheit des Alleinseins« von Hartmut Griesmayr: Ein 21jähriger Ex-Heimzögling mit Kontaktschwierigkeiten versucht vergebens, sich »aus seinem Kaspar-Hauser-Käfig zu befreien«.

Mittwoch, 5. 9.

20.15 Uhr. ZDF Magazin

20.15 Uhr. West III. Film am Mittwoch

Nach dem brasilianischen Spielfilm »Todsünde« (1970), einem sensiblen Familiendrama, läuft die US-Dokumentation »The new arc« (1969, Original mit deutschen Untertiteln) des Dramatikers Leroi Jones: Der Black-Power-Verfechter zeigt die Stätten, wo sich schwarzes Selbstbewußtsein entwickelt -- Straßentheater und selbstorganisierte Schulen. Um 22.05 Uhr folgen drei US-Kurzfilme ("Gipfel«, »Die Zeiten ändern sich«, »Das ist nur der Anfang"), die sich teils satirisch, teils ernsthaft mit der innenpolitischen Situation der USA auseinandersetzen.

20.15 Uhr. Südwest III. Ich erschoß Jesse James

Debüt-Film (1949) von Samuel Fuller. Anschließend wird ein Porträt ("Film als Schlachtfeld") des amerikanischen Regisseurs gezeigt, der letztes Jahr für den WDR den Krimi »Tote Taube in der Beethovenstraße« drehte.

20.15 Uhr. Hessen III. The African Queen

Spielfilm (1951) von John Huston. Eine patriotische britische Methodistenschwester (Katherine Hepburn) will einen in Deutsch-Ostafrika herumstreunenden kanadischen Abenteurer (Humphrey Bogart) bei Kriegsausbruch 1914 dazu überreden, »in der Stunde der Not dem Vaterland beizustehen« (Original mit deutschen Untertiteln).

21.00 Uhr. ARD. Frühbesprechung In dieser Krimi-Serie (Autor: Alexander May) wollte der Südwestfunk erstmals ohne die gängigen Thriller-Klischees auskommen. Das Ergebnis hält Wolf Vollmar, Regisseur der neuen Folge »Die Handschrift«, für »verlogenen Ruhrpott-Realismus«.

22.00 Uhr. ARD. Kompaß

Als erster westlicher TV-Journalist durfte der Moskauer ARD-Korrespondent Fritz Pleitgen die »derzeit größte Baustelle in der Sowjet-Union« besuchen, das »Kama-Projekt«. Am Beispiel dieses mit Fiat-Hilfe entstehenden Lkw-Werkes untersucht er das »Arbeits und Freizeitleben« der Sowjetmenschen. Ferner sind Berichte über den »Rassismus in Großbritannien« und die »Rolle Persiens im Nahostkonzept der USA« geplant.

Donnerstag, 6. 9.

15.20 Uhr. Sie -- er -- Es

In der »Frauensendung, auch für Männer« wird Norman Mailer zu seiner demnächst deutsch erscheinenden Marilyn-Monroe-Biographie interviewt, die ihm Plagiatsvorwürfe eingebracht hat.

20.15 Uhr. ARD. Desaster

Fernsehspiel von Manfred Grunert und Reinhard Hauff ("Mathias Kneissl"): Ein Bankräuber und ein Polizist entführen eine Frau (Ruth Maria Kubitschek) und hoffen auf Lösegeld. Doch der Ehemann zahlt nicht.

21.30 Uhr. ZDF. Bilanz

Das Wirtschaftsmagazin will »die Hintergrunde der wilden Streiks« bei Opel, Ford und Kuppersbusch analysieren.

22.30 Uhr. ZDF. Fernsehverweigerung

Auf der Berliner Funkausstellung werden Margot Trooger, Erik Ode, Cornelia Froboess und Thomas Piper drei Sketches über die »endgültige Einstellung aller Fernsehprogramme« live improvisieren, die Ausstellungsbesucher aus 300 Vorschlägen von TV-Zuschauern auswählen sollen (siehe Seite 127).

Freitag, 7. 9.

19.15 Uhr. Hessen III. Die große Verblendung?

Erste Folge einer zehnteiligen Serie über »soziologische und ökonomische Aspekte der Werbung und der Bedürfnisbefriedigung«.

20.15 Uhr. ARD. Titel, Thesen, Temperamente

Das Kulturmagazin stellt Jean Yannes neuen französischen Spielfilm »Die große Masche« und das demnächst erscheinende »Tagebuch einer Entziehung« des Frankfurter Schriftstellers Hans Frick vor.

20.15 Uhr. West III/Südwest III. Großer Abend -- Ende offen

Die Fernsehmacher, von denen erwartet wird, daß sie die fehlende Vorschule ersetzen, zeigen Ausschnitte aus Kindersendungen und diskutieren darüber (live) mit Wissenschaftlern, Kindergärtnerinnen und Eltern.

22.30 Uhr. ARD. Arbeitskampf (sw) Die Autoren Theo Gallehr und Rolf Schubel ("Rote Fahnen sieht man besser") dokumentieren das Bild, das ein unpolitischer 28jähriger Schlosser von den Gewerkschaften bekommt, als er (1971 in Hamburg) erstmals an einem Warnstreik teilnimmt (Wiederholung).

Samstag, 8. 9.

18.45 Uhr. ZDF. Direkt

Filme junger TV-Zuschauer über »Jugendkriminalität und Strafvollzug«.

20.15 Uhr. ZDF. Träumende Lippen (sw)

Sozialkritischer US-Spielfilm (1965) des englischen Regisseurs Guy Green: Ein blindes Mädchen liebt einen Farbigen. den Sidney Poitier, Hollywoods Alibi-Neger, in bewährter Onkel-Tom-Manier spielt.

20.15 Uhr. West III. Kino

Nach aktuellen Berichten über »Filme und Filmemacher« werden zwei Dokumentationen (sw) gezeigt: aus Kuba »Die Schlacht um zehn Millionen« über die mißlungene Zuckerernte 1970, aus dem schein-demokratischen Kolumbien »Was ist Demokratie?« (1971).

22.05 Uhr. ARD. 23 Schritte zum Abgrund

Die »New York Times« lobte den »dokumentarischen Realismus« dieses amerikanischen Kriminalfilms (1956) von Henry Hathaway ("Kennwort 777«. »Niagara") als »tiefgründige Kino-Unterhaltung, die noch lange im Gedächtnis des Zuschauers haften wird«.

23.15 Uhr. ZDF. Vernunftehen Fünfteiliger Fernsehfilm von Otto Zelenka nach einem Roman von Vladimir Neff, der am Beispiel von drei Familien »die Strömungen im Prager Wirtschafts- und Geistesleben des 19. Jahrhunderts analysiert«. In der ersten Folge werden die Familien gegründet, und die Geschäfte blühen. Die Fortsetzungen laufen an den folgenden Samstagen.

Sonntag, 9. 9.

14.00 Uhr. ARD. Glashaus -- TV-Intern

In der sechsten fernsehkritischen Sendung untersuchen die WDR-Autoren Stefan Bartmann und Henryk M. Broder »am Beispiel des Dauerbrenners »Spiel ohne Grenzen« Resonanz und Kritik, Empfehlungen, Erkenntnisse und Konzepte auf dem Unterhaltungssektor«.

15.30 Uhr. ZDF. Vagabunden (sw) österreichische Spielfilm-Tragödie (1949) von Rolf Hansen: Ein Arzt (Attila Hörbiger) verläßt seine Frau (Paula Wessely) wegen einer Schauspielerin (Elfe Gerhart). die sich von einem Regisseur (Siegfried Breuer) dann doch mehr verspricht.

20.00 Uhr. DDR I. Die Toten bleiben jung (sw)

Defa-Verfilmung des Romans (1949) von Anna Seghers, nach einem Drehbuch der Schriftstellerin Christa Wolf ("Der geteilte Himmel") und des Regisseurs Joachim Kunert.

22.00 Uhr. ARD. Der Tippeibruder Für die Sendereihe »Lebensläufe« von Radio Bremen waren die Autoren Hans-Christof und Rosemarie Stenzel acht Monate unterwegs und porträtierten vier -- in deren Jargon -- »aktivchronisch nicht seßhafte Kurz- oder Langstreckenläufer": »Kaffee-Karl«, »Maurer-Pit«, »Tschechen-Jupp« und »Sandalen-Willi«.

22.00 Uhr. ZDF. Datenschutz -- Bedürfnis einer bedrohten Gesellschaft Auf der Berliner Funkausstellung diskutieren Wirtschaftler, Juristen und Ministerialbeamte über die geplante Einführung eines »Personenkennzeichens« für jeden Bundesbürger.

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