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DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

aus DER SPIEGEL 1/1974

Montag, 7. 1.

20.15 Uhr. ARD. Panorama

Leitung: Peter Merseburger. Geplant sind ein Beitrag »FDP ohne Scheel« und ein Live Interview mit dem Außenminister- Kandidaten Genscher. Weitere Themen: Arbeitslosigkeit und Gastarbeiter sowie »Vetternwirtschaft bei der Vergabe von Milch-Subventionen«.

20.15 Uhr. ZDF. Gesundheitsmagazin »Praxis«

Zum traditionellen Fitness-Test, an dem sich auch Zuschauer beteiligen sollen, wurden diesmal sechs Zeitungsjournalisten ins Studio eingeladen.

21.10 Uhr. Nord III. 1848

Die »Theatermanufaktur Berlin«, eine siebenköpfige Theatergruppe, die in einer stillgelegten Schokoladenfabrik lebt, hat Dokumente des Revolutionsjahrs 1848 zu einer Polit-Revue montiert, die das »Schulbuch-Bild vom Kampf um die Verfassung« korrigieren soll.

21.15 Uhr. ZDF. Schattenreiter

Für seinen neuen TV-Film hat US-Regisseur George Moorse ("Lenz") Motive einer klassischen japanischen Erzählung in eine deutsche Kleinstadt der 20er Jahre verlegt. In absichtsvoll süßlichen Bildern wird »die keusche und tragische Liebe« zwischen einem Vertreter und einem Freudenmädchen erzählt, die an der Bigotterie der Provinzler zerbricht.

21.45 Uhr. ARD. Rot -- wie der Vater? Obwohl Meinungsumfragen zufolge in drei von vier bundesdeutschen Familien »nur gelegentlich oder selten« über Politik gesprochen wird, bevorzugen 50 Prozent der Jugendlichen die Partei ihrer Eltern. Die Ursachen dieser unterschwelligen Gleichschaltung will TV-Journalist Dietmar Ebert am Beispiel der Familien eines Kai-Arbeiters und eines Oberstleutnants klären.

22.50 Uhr. ARD. Commedia der Vorstädte

Reportage über den ehemaligen TV-Star und Theaterregisseur Dario Fo, der mit seinen volkstümlich-agitatorischen Jux-Stücken -- meist in Fabrikhallen gespielt zu Italiens populärstern Bühnenautor avanciert ist.

Dienstag, 8. 1.

20.15 Uhr. West III. Unternehmen Bundeswehr

Sechsteiliger Report über den größten Arbeitgeber der Bundesrepublik. 21.00 Uhr. ARD. Feuerwehrball Milos Forman, ehemals prominentester CSSR-Regisseur und seit 1971 im US-Exil, karikiert in seiner Film-Farce aus der Vor-Dubcek-Ära böhmische Provinzidylle und stupides Kleinbürgertum: Ein Polka-seliger Feuerwehrball mit dörflicher Miss-Wahl endet in groteskem Chaos.

21.15 Uhr. ZDF. Blickpunkt: Kurzer studieren -- besser studieren? Zwischenbilanz der Projekte zur Hochschul-Reform. Dazu Statements von Klaus von Dohnanyi und Bernhard Vogel.

22.35 Uhr. ARD. Wiener G'schichten

Andre Heller präsentiert eigene Chansons und Texte

Mittwoch, 9. 1.

20.15 Uhr. ARD. Die Partei hat immer recht

TV-Journalist Klaus Ellrodt hat DKP-Betriebsgruppen im Hamburger Hafen, die Redaktionsarbeit in der kommunistischen Tageszeitung »UZ« und DKP-Kommunalpolitik im hessischen Mörfelden beobachtet, wo Abgeordnete der großen Parteien ihren linken Kollegen »Redlichkeit« und »Verfassungstreue« bescheinigen.

20.15 Uhr. ZDF Magazin

20.15 Uhr. West III. Holiday (sw)

Der Hollywood-Film (1937, mit Katherine Hepburn und Cary Grant) gehört zu den typischen Beispielen der »sophisticated comedy« aus den 30er Jahren.

20.15 Uhr. Bayern III. Ein himmlischer Sünder

Ernst Lubitschs oft gezeigte Hollywood-Komödie von 1943.

20.40 Uhr. Hessen III. Er (sw) Bunuels Studie (1952) eines paranoid eifersüchtigen Kapitalisten, der Stricknadeln durch Schlüssellöcher sticht, um imaginäre Voyeure ins Auge zu treffen.

21.15 Uhr. ZDF. An diesem heutigen Tage

Aus Maria Stuarts Briefen hat die österreichische Schauspielerin und einstige TV-Ansagerin Elisabeth Woska ein prätentiöses Monolog-Stück montiert, in dem sie selbst die Königin spielt. Das »psychologische Landschaftsbild«, das in diesem Jahr auch von einigen Theaterbühnen übernommen werden soll, wird von Schlagzeugern begleitet, die den Herzrhythmus der Akteurin akustisch verstärken.

21.55 Uhr. ZDF. Land

Lehrstück von Otto Jägersberg über die Strukturkrise der deutschen Landwirtschaft, bei dessen Erstsendung (Januar 1972) sich Kritiker zeitweilig »in eine Lehrveranstaltung bei der Grünen Woche versetzt fühlten.

22.50 Uhr. ARD. Kalendergeschichten -- Astrologie zwischen Wahn und Wirklichkeit

Ein WDR-Team hat astrologische Prognosen für 1973 ein Jahr später auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.

Donnerstag, 10. 1.

16.20 Uhr. ARD. Robert

Ein Münchner Kamerateam protokollierte neun Monate lang die (erfolgreiche) Therapie eines verhaltensgestörten Jungen.

20.15 Uhr. ARD. Mahner, Makler, Manipulateure?

Protagonisten dieses zweiten Teils des ARD-Journalistenreports, der sich mit Zwängen und Abhängigkeiten von Korrespondenten befaßt: Albert Wucher, Mitarbeiter der »Süddeutschen Zeitung« in Rom, und Klaus Donath, Redakteur der »Stuttgarter Zeitung« in Karlsruhe.

20.15 Uhr. Nord III. Problem Fortschritt

In dieser ersten von fünf europäischen Fallstudien zum Umweltschutz wird demonstriert, wie die Londoner City die Müll-Lawine zu bewältigen versucht.

21.00 Uhr. ARD. Der Chef

Nach dreijähriger Pause wird die populäre amerikanische Krimi-Serie um den gelähmten Detektiv Ironside fortgesetzt. Die ARD zeigt 13 Folgen im Zwei-Wochen-Turnus.

21.00 Uhr. Nord III. In erster Linie schlafen

TV-Dokumentarist Jürgen Schröder-Jahn analysiert das Freizeitverhalten von Industriearbeitern.

21.15 Uhr. ZDF. Kontrovers

Der marxistische Wirtschaftswissenschaftler Gerhard Kade, CDU-Bundestagsabgeordneter Gerhard Zeitel und der ehemalige Chefredakteur der »Wirtschaftswoche«, Peter Sweerts-Sporck, diskutieren, ob »die Marktwirtschaft in der gegenwärtigen Energiekrise versagt«. Leitung: Volker von Hagen.

21.45 Uhr. ARD. Titel, Thesen, Temperamente

Leitung: Kurt Zimmermann.

22.00 Uhr. ZDF. Mitra, Macht und Management

in der neuen Folge der kirchenkritischen Reihe wird der Stockholmer Bischof John Taylor porträtiert.

Freitag, 11. 1.

20.15 Uhr. ARD. Der Galgenbaum

Gary Cooper in einer seiner letzten Filmrollen (1958): als versoffener Goldgräber-Doktor, den ein durch Schock erblindetes Einwanderermädchen (Maria Schell) auf den rechten Weg bringt. Regie: Delmer Daves.

21.30 Uhr. ZDF. Maria Magdalena Hebbels bürgerliches Trauerspiel -- von Franz Xaver Kroetz kürzlich für den Hessischen Rundfunk zur Komödie umgearbeitet -- hat der Kölner Regisseur Hansgünther Heyme 1972 als umstrittenes »Requiem auf das Bürgertum« inszeniert, als manierierten Totentanz einer Gesellschaft, die an ihrer eigenen Borniertheit zerbricht. Im Anschluß an die Aufzeichnung aus den Städtischen Bühnen Köln Diskussion unter Leitung von August Everding.

21.45 Uhr. Nord III. Underworld (sw)

Josef von Sternbergs expressionistisches Frühwerk (1927) gilt als erster Gangsterfilm der Kinogeschichte.

22.05 Uhr. ARD. Bericht aus Bonn Leitung: Friedrich Nowottny.

Samstag, 12. 1.

20.15 Uhr. ZDF. Nackte Gewalt

Hollywood-Western (1952) des amerikanischen Regisseurs Anthony Mann, den Cineasten als »Antonioni des Wilden Westens« rühmen. Mit James Stewart.

20.15 Uhr. West III. Kultur ist Brot

Heinrich Böll, Alberto Moravia, der britische Komiker Marty Feldman, Choreograph Hans von Manen und der ehemalige EWG-Präsident Sicco Mansholt werden »zu unserem europäischen Kulturverständnis« befragt.

21.00 Uhr. Nord III. Chaplins Hut

Der Hamburger Psychologiestudent Kristian Kühn demonstriert in seinem Film-Experiment typische Verhaltensmuster bei der Kommunikation zwischen Jugendlichen.

21.10 Uhr. Bayern III. Dean Martin Show

Aufzeichnung einer Silvester-Show der amerikanischen TV-Gesellschaft NBC.

23.00 Uhr. ZDF. Die seltsamen Abenteuer des geheimen Kanzleisekretars Tusmann

Helmut Käutners humorige TV-Version von E. T. A. Hoffmanns Spukgeschichte. Wiederholung.

Sonntag, 13. 1.

18.45 Uhr, Bayern III, 20.25 Uhr, Nord III, und 21.25 Uhr, Südwest III. Bretter, die die Zeit bedeuten

Erste Folge einer sechsteiligen Dokumentation zur Geschichte des deutschen Nachkriegs-Kabaretts.

20.00 Uhr. ZDF. Eine geschiedene Frau

In sechs einstündigen Fernsehspielen dieser Reihe möchte Inge Meysel künftig alle zwei Wochen Lebenshilfe für Geschiedene geben. Regie: Claus Peter Witt.

20.15 Uhr. ARD. Tiere in Gefahr

Als »echten Kontrast zu den populärwissenschaftlich-schlichten Sendungen von Grzimek, Sielmann oder Stern« empfindet die ARD diese sechsteilige Reihe des französischen Regisseurs Frédéric Rossif. In der ersten Folge werden durch Film-Experimente und Gespräche mit Verhaltensforschern Tier-Sprachen erklärt.

21.00 Uhr. ARD. Anna und die Wölfe

Sein Lieblingsthema, das pervertierte spanische Großbürgertum, variiert Bunuel-Bewunderer Carlos Saura ("Garten der Lüste") auch in seinem neuesten Film (1973), dessen Drehbuch die spanische Zensur für ein Jahr beschlagnahmt hatte. Erzählt wird die Geschichte eines englischen Kinderfräuleins (Saura-Gefährtin Geraldine Chaplin, Photo, l.), das von einer epileptischen Greisin und ihren drei neurotischen Söhnen auf einem Landsitz tyrannisiert wird. Deutsche Erstaufführung. 21.15 Uhr. ZDF. Hilfeschreie

In Österreich, dem Land mit Europas höchster Selbstmord-Quote, nahm ZDF-Mitarbeiter Hans-Dieter Grabe Gespräche mit Lebensmüden auf.

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