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DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

aus DER SPIEGEL 21/1978

Montag, 22. 5.

11.20 Uhr. ZDF. Besuch der Queen Live-Übertragung der Ankunft ir Bonn. Um 20.15 Uhr ausführliche Berichte über den ersten Tag. Von den weiteren Stationen des Staatsbesuchs berichten ZDF und ARD bis zum 26 Mai abwechselnd.

20.15 uhr. ARD. Anna Karenina (1)

Tolstois Eheroman wird in dei deutsch-englischen Koproduktion ah zehnteilige Serie gesendet. Das Drehbuch schrieb der »Forsythe Saga«-Bearbeiter Donald Wilson, die Titelrolle spielt Nicola Pagett ("Das Haus am Eaton Place").

21.15 Uhr. ARD. Kontraste

Berichte über europäische Reaktionen auf den Prozeß gegen den Moskauer Bürgerrechtler Orlow, eine Reportage von Klaus Bednarz über ein sibirisches Erdölgebiet und ein Film über Europas größte Minderheit -- die zwei Millionen. Ungarn in Rumänien.

22.15 Uhr. Nord III. Der Vormund und sein Dichter

Von 1933 bis 1956 lebte der Schweizer Dichter Robert Walser als Schizophrener in einer Heilanstalt. In seinem Film rekonstruiert Percy Adlon die Spaziergänge, die der Zürcher Künstler-Mäzen Carl Seelig während dieser Zeit mit Walser unternahm.

22.45 Uhr. ZDF. Im Namen Allahs und der Revolution

Peter Scholl-Latour über die »revolutionären Veränderungen« in den Republiken Mauretanien und Tschad, deren »Bestand durch den islamischen Sozialismus in Frage gestellt wird«.

23.00 Uhr. ARD. Das unbekannte Gesicht (Sw)

Amerikanischer Gangsterfilm (1947) von Delmer Daves aus Hollywoods »Schwarzer Serie«. Humphrey Bogart spielt einen entlaufenen Zuchthäusler.

Dienstag, 23.5.

21.00 Uhr. ARD. Monitor

Berichtet wird über eine Gruppe junger Männer, die 1944 von den Nazis hingerichtet wurden und trotz Petitionen der Angehörigen nicht als Widerstandskämpfer anerkannt werden. Außerdem: die seltsamen Privatgeschäfte eines Stuttgarter Volkswirtschafts-Ordinarius' »die Grünen und die Großen bei den Wahlen in Niedersachsen« und ein »Gegenrede«-Gespräch mit dem nordrhein-westfälischen Landtagspräsidenten Wilhelm Lenz.

21.25 Uhr. ZDF. Nicht mehr nur vom Lohn allein?

ZDF-Feature zum DGB-Kongreß in Hamburg.

22.05 Uhr. ZDF. Der Traueraazug Als »still, kammerspielhaft« beschreibt das ZDF den kanadischen Debütfilm (1975) von Leonard Yakir, der den Konflikt eines jungen Juden zwischen orthodoxer Religiosität und modernem Leben schildert

Mittwoch, 24. 5.

20.15 Uhr. ARD. Paul kommt zurück »Jetzt muß sich zeigen, daß ich tatsächlich Schauspieler von Beruf bin und nicht Überwechsler": Der einstige DDR-Star Manfred Krug er wechselte letztes Jahr nach West-Berlin über

spielt in seiner ersten West-Hauptrolle (Photo, mit Loumi Jacobesco) einen Ganoven, der nach sieben Jahren Gefängnis in eine deutsche Wirklichkeit zurückkehrt' in der nicht mehr Wumme und Schweißgerät zählen, sondern subtile Wirtschaftskriminalität. Mit von der Unterwehpartie: Tilo Prückner, Dieter Augustin, Günther Ungeheuer. Das Buch schrieb Matthias Seelig, Regie führte Peter F. Bringmann.

20.15 Uhr. ZDF Magazin

Moderator der Magazinsendung, die diesmal aus Berlin gesendet wird: Gerhard Löwenthal.

22.00 Uhr. ARD. Kunst -- für wen? Antworten auf die Titel-Frage versuchen Künstler und Kenner, von Joseph Beuys bis Charles Wilp. Wenig überraschende Quintessenz des Interview-Verschnitts: Die »breite Öffentlichkeit« wird von moderner Kunst »kaum noch berührt«.

22.05 Uhr. ZDF. Durch die Maschen gefallen

Film von Gregor A. Heussen über Probleme der ehrenamtlichen Sozialhelfer.

22.05 Uhr. Nord III. Ariane (Wh., Sw) Die deutsche Liebesgeschichte (1931) mit Elisabeth Bergner und Rudolf Forster, voll von »tränennaher, stiller Leidenschaftlichkeit und Katastrophenbereitschaft« (so der französische Filmhistoriker Sadoul), war einer der größten Ufa-Kassenerfolge der frühen 30er Jahre. Regie: Paul Czinner.

22.35 Uhr. ZDF. Ich dachte, ich wäre tot (Wh.)

Mehrfach ausgezeichnetes Spielfilm-Debüt (1973) des Berliner TV-Regisseurs Wolf Gremm. Die salopp improvisierte Komödie mit der Kindertheater-Schauspielerin I Sa Lo (Photo) schildert den »Reifungsprozeß« einer störrischen Siebzehnjährigen, die als Supermarktlehrling und im biederen Elternhaus »pausenlos aneckt«.

Donnerstag, 25.5.

20.15 Uhr. West III. Schieß, solange du kannst (Wh.)

Französischer Action-Film (1965) von Claude Sautet mit Lino Ventura.

20.20 Uhr. ARD. Vergessene Lektionen?

In Interviews mit Schülern, Eltern, Politikern und Wissenschaftlern will der TV-Journalist Norbert Westenrieder das »Geschichtsbewußtsein der Deutschen« untersuchen: Ist der »Geschichtsverlust« eine »Wurzel des Terrorismus« oder nur ein »konservativer Klageruf«?

20.20 Uhr. Nord III. Abenteuer in Rio Die Parodie auf Action- und Agentenfilme drehte Philippe de Broca 1963 mit Belmondo und Francoise Dorleac.

21.20 Uhr. ZDF. Bürger fragen -- Politiker antworten

Der belgische Ministerpräsident Tindemans stellt sich im Aachener Kaisersaal den Fragen »europäisch interessierter Bürger«. Leitung: Reinhard Appel.

22.20 Uhr. ZDF. Joe und Maxi

Ein Film-Tagebuch, das, so das ZDF, »unglaublich betroffen macht": Die junge Amerikanerin Maxi Cohen beobachtete die letzten Monate ihres krebskranken Vaters Joe.

23.00 Uhr. ARD. Polly oder Die Bataille am Bluewater Creek (Wh.)

Parodistisches Western-Musical (1956) des DDR-Dramatikers Peter Hacks. Bei der TV-Bearbeitung der Indianerklamotte, die bei West-Inszenierungen fast einhellig verrissen wurde, wollte sich Theater-Regisseur Jürgen Flimm richtig »am Mischpult austoben«. Mit Cornelia Froboess, Vera Tschechowa, Vadim Glowna und Doris Schade.

Freitag, 26. 5.

20.15 Uhr. ARD. Die Katze

Nach einem Simenon-Roman entstand der Spielfilm (1971) um den erbitterten, stillen Ehekrieg zweier alter Leute: einer verwitterten Alkoholikerin (Simone Signoret) und eines muffigen Eigenbrötlers (Jean Gabin), der abgöttisch seine Katze hätschelt. Das Psychodrama von Pierre Granier-Deferre war ein Publikums-Hit und erhielt Kritikerlob: »Ein moderner Totentanz!«

21.45 Uhr. ARD. Die großen Schuldenmacher

Eine »Analyse des internationalen Finanzsystems«, von TV-Redakteurin Isabel Mühlfenzl.

22.20 Uhr. ZDF. Aspekte

Das Kulturmagazin berichtet -- direkt aus England -- über die Londoner Kulturszene.

23.00 Uhr. ARD. Die Reise nach Wien (Wh.)

Weil sie sich als »leichtverderbliche Ware« und »zum alsbaldigen Verbrauch bestimmt« fühlen, reisen die Provinzlerinnen Toni und Marga (Elke Sommer, Photo, und Hannelore Elsner) im Kriegsjahr 1943 nach Wien, um Ritterkreuzträger zu erobern und das Leben zu genießen. Die Dritte-Reich-Komödie von Edgar Reitz (Regie) und Alexander Kluge (Buch). in der »Toni und Marga unbewußt tun, was die Nazis planmäßig tun«, bekam trotz vieler guter Kritiken ("Selten wurden in Deutschland so wichtige Dinge so einfach gesagt") erst nach langen Querelen von der Filmbewertungsstelle ein Prädikat.

23.20 Uhr. ZDF. Biribi -- Hölle unter heißer Sonne (Wh.)

Der Spielfilm (1971) über Drill und Sadismen in einer französischen Strafkolonie Nordafrikas entstand nach dem Roman (1888) des anarchistischen Journalisten Georges Darien, der drei Jahre in Tunesien inhaftiert war. Regisseur Daniel Moosmann hat die Kommiß-Geschichte etwas romantisch mit Theodorakis-Liedern unterlegt.

Samstag, 27.5.

22.15 Uhr. ARD. Verrat in Fort Bravo Amerikanischer Bürgerkriegs-Western (1953) von John Sturges mit William Holden.

Sonntag, 28.5.

20.15 Uhr. ARD. Fußball ist unser Leben

In ihrem Feature über »Macht und Einfluß des DFB« prüfen Jürgen Bertram und Lutz Mahlerwein, ob »ein so einflußreicher Verband nicht größerer öffentlicher Kontrolle bedarf« und »wie es um das wirtschaftliche Selbstverständnis dieser Organisation bestellt ist«, die Walter Jens beispielsweise für den »größten Meinungsbildner in unserem Land« hält.

21.00 Uhr. ARD. Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Ein »erschreckendes Bild von der Bundesrepublik«, von »Gewalt, wie sie entsteht und wohin sie führen kann«, wollte Volker Schlöndorff mit seiner Version (1975) der Böll-Erzählung vermitteln. Der polemische Anti-»Zeitung"Film, der von Springer-Blättern konsequent totgeschwiegen wurde, war in der Bundesrepublik und im Ausland -- besonders in Frankreich -- ein Riesenerfolg. Schlöndorff: »Kein deutscher Film nach dem Krieg dürfte eine derartige Auseinandersetzung ausgelöst haben.« Photo: Französisches Kinoplakat.

21.15 Uhr. ZDF. Der Troubadour Weil der Tenor Franco Boniselli, beleidigt durch Buhrufe, bei der Hauptprobe in der Wiener Staatsoper abgereist war, mußte die Direktübertragung der Karajan-Inszenierung ausfallen. In der ORF-Aufzeichnung singt nun Placido Domingo die Titelrolle.

22.50 Uhr. ARD. Schaukasten Berichte von den Filmfestspielen in Cannes.

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