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SPRINGER-VERLAG Döpfner in den Vorstand

aus DER SPIEGEL 50/1999

Beim Axel Springer Verlag bereiten sich die Eigentümer auf die Zeit nach dem Ausscheiden von Konzernchef August ("Gus") Fischer, 60, vor - unabhängig davon, wie lange der gebürtige Schweizer mit Wohnsitz in London seinen offiziell bis 31. Dezember 2000 dotierten Vertrag überhaupt erfüllen will. Die anstehenden Personalien, zu denen die bereits bekannte Inthronisierung des Zeitungsvorstands Claus Larass, 55, als künftiger Springer-Chef gehört, werden diese Woche vom Aufsichtsrat beschlossen. Mit dem anstehenden Abgang Fischers, der im Hause Springer wenig Rückhalt gefunden hat, wird demnach »Welt«-Chefredakteur Mathias Döpfner, 36, in das Führungsgremium aufrücken - als Verantwortlicher für Elektronische Medien. Künftig kümmert er sich um eigene TV-Formate wie »Newsmaker« und neue Internet-Aktivitäten des Verlags. Gleichzeitig bleibt der Journalist, der in anderthalb Jahren die einst verstaubte »Welt« (Auflage: 239 000) erfolgreich auffrischte, als Herausgeber der Tageszeitung verbunden; seinen Job übernimmt der bisherige Stellvertreter Wolfram Weimer. Die Verlegerin und Mehrheitsaktionärin Friede Springer hatte zunächst sogar damit geliebäugelt, dem zukünftigen Larass-Kronprinzen Döpfner den Zeitungsvorstand anzudienen. Doch für diesen wichtigen Posten hatte Larass schon den »Bild«-Manager Achim Twardy, 39, vorgesehen; der Springer-Mann kennt seit vielen Jahren das Zeitungsgewerbe im Detail. Mit der neuen Rochade ist eine wesentliche Verjüngung der Springer-Spitze verbunden, da zugleich der bisherige Multimedia- und Fernsehvorstand Ralf Kogeler, 39, ins Finanzressort wechselt. Dort löst der gelernte Betriebswirt den altgedienten Finanzvorstand Falk Ettwein, 59, ab.

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