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NS-VERBRECHEN Dokument erneut prüfen

aus DER SPIEGEL 8/2009

In dieser Woche wird der Dienstausweis des mutmaßlichen KZ-Aufsehers Iwan Demjanjuk erneut in Deutschland auf seine Echtheit geprüft. Experten des Bayerischen Landeskriminalamts sollen die forensischen Analysen vornehmen. Das Dokument lagert normalerweise in Washington, es wird außerhalb der USA stets von einem amerikanischen Offiziellen begleitet. Deshalb werden der Chef der US-Sonderermittlungsbehörde für NS-Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen, Eli Rosenbaum, und ein Historiker den Ausweis nach Deutschland bringen. Auf dem Programm der US-Delegation steht auch ein Treffen mit der Behördenspitze des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden. BKA-Angehörige hatten im Umfeld eines früheren Verfahrens gegen Demjanjuk in Israel 1987 Auffälligkeiten an dem Ausweis bemerkt. Die US-Justiz hofft, dass Zweifel an der Authentizität nun endgültig ausgeräumt werden. Unabhängig davon will die zuständige Staatsanwaltschaft München aber noch lebende Zeugen befragen und fehlende Akten besorgen, bevor sie die Überstellung des im US-Bundesstaat Ohio lebenden 88-jährigen gebürtigen Ukrainers nach Deutschland betreibt. Deutsche Ermittler werfen Demjanjuk vor, im Vernichtungslager Sobibór an der Ermordung von mindestens 29 000 Menschen mitgewirkt zu haben.

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