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Briefe

Dolch und Spitzenhöschen
aus DER SPIEGEL 39/1983

Dolch und Spitzenhöschen

(Nr. 37/1983, SPIEGEL-Titel: »Die neue Carmen - Rückkehr zur Erotik") *

Na endlich ist sie wieder da: die Erotik. Knisternd, wie schön. Nach all den kargen Jahren des Latzhosenkults, der Männliches wie Weibliches einebnete und schließlich in Penetrationsangst und Penetrationsverzicht gipfeln mußte.

Wer sich einmal fünf Takte lang Gedanken um die männliche Potenz gemacht hat, der wird auch begriffen haben, wie wichtig seidene, spitzenverbrämte Höschen sind, wie verwirrend aufregend ein Netzstrumpf sein kann und wie erotisierend ein Parfüm wirken muß.

Denn ein Mann ist ein Mann, ein Mann, ein Mann! Und eine Frau ist eine Frau, eine Frau, eine Frau! Das ist Emanzipation, denn sie sollte auch dann Frau sein, wenn sie promoviert hat.

Mesdames, Messieurs, faites les jeux!

Frankfurt ELLO EMMLER Journalistin

Ich möchte mich nicht vermännlichen (lassen) und schon gar nicht sexuell. Deshalb gefällt mir Sauras Film.

Von diesem Film geht eine Erotik aus, die mir gefällt. Eine Erotik, bei der der ganze Körper spricht und angesprochen wird und nicht wie die Art Sex, die sich nur auf die Geschlechtsteile beschränkt.

Wuppertal MONIKA ZANDER

Das (hoffentlich nicht) ewig weibliche Wertesystem der ewig Dämlichen ist auch mitverantwortlich dafür, daß (männliche) Bundesgenossen bei der Bekämpfung der Rückständigkeit (in?) unserer Gesellschaft zu sogenannten Chauvinisten werden und solchen, die es bereits sind, eine »moralische« Grundlage hierfür nachgeliefert wird.

Ihr Sozialisationsprozeß unter ebendiesen Bedingungen hindert die Mädels gerade an der Erkenntnis, daß der Kampf um die Freiheit auf der Straße stattfindet - und nicht im Bett, mesdames.

Hamburg MICHAEL BOROWIAK

Gibt es denn wirklich eine »Wende« im Sujet zwischen »Carmen« (1983) und - beispielsweise - »Im Reiche der Sinne« (1976)? Mit Hellmuth Karasek läßt sich festhalten, daß in beiden Filmen nicht über den Körper gesprochen wird, sondern die Körper selbst ihre Sprache sprechen:

Sie ist ausschließlich und hat ihre tödliche Konsequenz - das eine Mal für die Geliebte, das andere Mal für den Liebhaber.

Das Erotische dieser Filme ist im Bewußtsein der Zuschauer das, was das Sein in ihnen in Frage stellt, deshalb verdrücken sie die ewigen »Tränen des Eros« (Georges Bataille).

Bonn DR. THIES THORMÄHLEN

Hier in Lateinamerika wimmelt es Gott sei dank noch von Carmens in allen Schattierungen. Nein, Frau Elsner, ich bin kein Macho, so wie Sie vielleicht glauben möchten. Aber bedenken Sie bitte, daß der vielverpönte Machismus doch nur durch das weibliche Geschlecht möglich ist.

Warum versucht Ihr krampfhaft das bunte, ach so reizvolle neben-für-gegen- und voneinander lebende Spiel der Geschlechter in Frauenclubs und Diskussionsfetischen

zu ersticken? Wahrhaftig, Ihr automatisiert nicht nur in den Fabriken. Gönnt doch den Carmens ihr Tun.

Ganz nebenbei: Es ist nicht immer notwendig, sie zu erdolchen.

Cali (Kolumbien) HANS WAGNER

Ich liebe diese Carmen, weil sie um das kämpft, was sie will, weil sie Erotik nicht mit Sex und Emanzipation nicht mit Promiskuität verwechselt. Sie zieht »leben wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt« der Satt- und Trägheit unserer alte(rnative)n Spießbürger vor. Der Haken: So ein Leben kann man nicht mit dem Pizzabäcker von nebenan führen. Gefragt ist der Intellektuelle:

Keine Carmen der »neuen Weiblichkeit«, sondern jemand, der sich mit Hirn und Gefühl auslebt. Nichts für müde Schlaffies beiderlei Geschlechts, höchstens als Film Surrogat für eigenes Tun.

Koblenz KARIN SCHWARZ

Wer schon einmal mitgemacht hat, nach einem gelungenen Abend variantenreich verführt zu werden, um wochenlang danach erpreßbar zu sein und Verweigerung zu erfahren, der weiß, daß das Weib »bitter wie Galle« ist.

Es ist ungemein wichtig, sich das immer wieder zu sagen.

Dieburg (Hessen) JOHN ELDORADO

Das einzige, was Sie mit Ihrer überflüssigen Titelgeschichte erreicht haben, ist, daß meine Tochter, für die ich einen originellen Namen gefunden zu haben glaubte, in ein paar Jahren Tausende von Namensvettern haben wird.

Göttingen WERNER WELLMANN TOCHTER CARMEN

Seit wann ist der SPIEGEL so frauenfeindlich? Es kann doch wohl kein Zufall sein, der ausgezeichneten Carmen-Deutung von Hellmuth Karasek das törichte Feministinnen-Geschwätz einer Gisela Elsner gegenüberzustellen. Soviel Unbildung (über den Flamenco), soviel Ahnungslosigkeit (über die Mimik der Tänzer), soviel Dummheit (Sauras Film als interessante Anekdote) druckt man doch nur ab, wenn man einen Autor vernichten will. Da tritt man jahrelang für Gleichberechtigung und Emanzipation ein, aber mit einem einzigen Beitrag beweist einem Frau Elsner, wie falsch man immer gelegen hat.

Madrid WOLF HANKE Fernseh-Korrespondent ARD

Zu was sollten Mimik und sprachliche Verständigung, die Frau Elsner zwar vermißt, die aber gar nichts in diesem Film zu suchen haben, dienen? Schließlich geht es um Tanz; und da es um Flamenco-Tanz geht, hauptsächlich um Schenkel, Knie, Waden und, was Frau Elsner entgangen sein dürfte, auch um Füße, Arme, die Biegung des Körpers und den ständigen Blickkontakt der Tanzenden (von ihr als »Anstarren« bezeichnet).

Dies alles ist als Ausdrucksträger hervorragend geeignet, aber möglicherweise bedarf es einer Tänzerseele, um zu fühlen, daß die Vielfalt der Flamenco-Schritte, durch die wechselnden Rhythmen unterstützt, Begierde, Hörigkeit, Argwohn, Eifersucht, Rachsucht, Schmerz und Verzweiflung sehr wohl zum Ausdruck bringt.

Vielleicht sollte man erst gar nicht versuchen, diesen Film zu erfassen, da sich seine Aussage und die ihm innewohnende Spannung direkt von der Leinwand auf den Körper übertragen, ohne durch den Kopf zu gehen.

Wer das nicht zu fühlen vermag, aus welchen Gründen auch immer, sollte sich besser mit Beiträgen zu »Carmen« zurückhalten.

Stuttgart ANNETTE ANTON Ballettschülerin

Den Schenkel-, Knie- und Wadengegnern wünsch' ich jedenfalls weiterhin viel Spaß beim intellektuellen Rumbumsen!

Wedel (Holst.) SABINE SCHÖNFELDT

BRIEFE *KASTEN

Völlig wesensfremd

(Nr. 32/1983, Anthropologie: Der 1912 präsentierte »Piltdown-Schädel«, der das evolutionäre Verbindungsglied zwischen Affen und Menschen beweisen sollte, war der berühmteste Schwindel der Wissenschaftsgeschichte. Der amerikanische Gelehrte Winslow behauptet jetzt, der Betrüger sei der Sherlock-Holmes-Erfinder Conan Doyle gewesen) *

Dr. Winslow, auf der Suche nach einem Motiv für diesen Schwindel, behauptet, mein Vater habe sich an den Wissenschaftlern, vor allem an Sir E. R. Lankester, rächen wollen, weil sie sich über seinen Glauben an den Spiritismus lustig gemacht hatten.

Obwohl mein Vater sich ab 1886 für die Erforschung des Übersinnlichen interessierte, war er von der Wahrheit des Spiritismus erst 1916 überzeugt. Der Schwindel wurde 1912 verübt. Überdies zeugt ein Brief Lankesters an meinen Vater aus dem Jahre 1912 von ihren freundschaftlichen Beziehungen.

Mit seiner Behauptung, mein Vater habe in einer ehemaligen Dentisten-Praxis gewohnt, wo er eine Sammlung menschlicher Kieferabdrücke gefunden habe, verwechselt Winslow Dichtung und Wahrheit. Er denkt an eine Figur in meines Vaters Roman »The Stark Munro Letters«.

Dr. Winslow müßte wissen, daß ein solcher Schwindel meinem Vater, einem Mann, der Betrügereien verabscheute, völlig wesensfremd war, daß es ihm zum Zeitpunkt des Schwindels gesundheitlich nicht gut ging und er Mühe hatte, sich fortzubewegen, und daß er zudem mit vielen ernsthaften Dingen zutiefst

beschäftigt war: Er bereitete »The Lost World« zur Veröffentlichung als Buch vor und schrieb »The Poison Belt«.

Mein Vater setzte sich für einen Mann ein, der zu Unrecht eines Mordes für schuldig befunden worden war, und kämpfte gegen die schlechte Behandlung der Menschen in Belgisch-Kongo; er drängte auf eine Reform der Ehescheidungsgesetze, befürwortete einen Kanaltunnel, war in Verbindung mit dem britischen Olympia-Komitee tätig und schrieb an Zeitungen über Irland, über Leibesübungen, Unterricht für Taubstumme und den Untergang der »Titanic«. Kann denn jemand im Ernst glauben, daß ein solcher Mann Zeit oder Grund hätte, einen so cleveren Schwindel wie den in Piltdown zu inszenieren?

Obwohl mein Vater sich für das Fachgebiet interessierte, war er kein Anthropologe. Er hielt jedoch den »Fund« in Piltdown für echt.

Littlestone-on-Sea (Kent, England) JEAN CONAN DOYLE

BRIEFE

Gelüste einer Twennie

(Nr. 37/1983, Die Autorin Cora Stephan über Erotik und Emanzipation) *

Liebe Cora, that's it! Meine Freundin und ich haben beschlossen, Kopien dieses SPIEGEL-Artikels an unsere weiblichen und männlichen Bekannten (sämtlich Anfang der 20er), letztere soweit sie es kapieren, zu schicken.

Da hat endlich eine Frau geschrieben, was wir schon länger fühlen: Diese Softies, Polithalbprofis und Schlaffis, auch manche bravgewandeten Biederlinge sind himmelschreiend unerotisch! Vor alledem, wenn sie noch »auf Schmusen, Streicheln und Penetrationsverzicht« getrimmt sind!

Aber hinter mancher alternativen Fassade steckt leider doch ein gieriger, grabbelnder Prolo. Die Grillen dieser Leute zu ertragen, ist auch nicht einfach, man/ frau wartet ständig darauf, daß sie den jeweils nötigen Bock haben.

Einigen Herren hätte ich am liebsten mal ein modisches Hemd gekauft. Da wundert es mich nicht mehr, daß ich jetzt schon (mit 21) Appetit auf leger, aber gepflegt gekleidete Typen um die Dreißig entwickle. Der Artikel hat mir die beruhigende Gewißheit gebracht, nicht die einzige denkende Frau mit solchen Gelüsten zu sein.

Wiesbaden UTE SCHIMKAT

BRIEFE

Wie der Schnabel gewachsen

(Nr. 32/1983, Jugend: Harald Wieser über Sprache und Sprüche der Jugendszene; Nr. 36/1983, Briefe: Morgen Bourgeoisie) *

Wir sind drei Mädchen im Alter von 14 bis 15 Jahren und besuchen das Gymnasium Salzgitter-Bad. Ihren Artikel haben wir im Deutschunterricht besprochen. Unsere Meinung:

Die Sprache wird von uns benutzt, weil wir uns dann unter uns fühlen. Die meisten kommen sich auch unheimlich »stark« vor, wenn sie so sprechen. Oft wird die Sprache zur Gewohnheit, und die ältere Generation versteht vieles falsch, dadurch sehen uns die Erwachsenen als frech und undiszipliniert an. So leben sich die Generationen immer mehr auseinander. Wir benutzen diese Umgangssprache, weil wir freier sprechen können und nicht wie aus dem Lexikon reden müssen (Schriftsprache). Wir möchten uns für die Behandlung dieses Themas bedanken.

Salzgitter (Nieders.) SILKE BERTUCH CHRISTINA KOCH ELLEN FRICKE

BRIEFE

Unbeteiligt

(Nr. 32/1983, SPIEGEL-Reporter Gerhard Mauz im Prozeß gegen Peter Hößl) *

Sie führen unter anderem unter meiner Namensnennung aus, daß das Gutachten, welches zur bedingten Entlassung von Peter Hößl aus dem Bezirkskrankenhaus Haar führte, eine Kollegialentscheidung von Dr. Heinhold, Dr. Martschke und mir gewesen sei.

Bei der Gutachtenerstattung im Hinblick auf die bedingte Entlassung von Peter Hößl im Dezember 1981 war ich nachweislich weder an einer gutachterlichen Kollegialentscheidung beteiligt, noch habe ich mich sonst irgendwie mündlich geäußert. Ich habe auch weder vom Gericht noch von der Staatsanwaltschaft in dieser Sache irgend einen Gutachtensauftrag erhalten.

Haar (Bayern) DR. MED. WIETRZYCHOWSKI Leitender Medizinaldirektor

BRIEFE

Skandalöses Verhalten

(Nr. 36/1983, Asyl/Affären) *

Ihre Berichterstattung über den Fall Altun ist wahrhaft kein Meisterstück der Objektivität. »Willkürlich und dünkelhaft« ist weniger das Kammergericht, sondern Ihre »drakonische« Herabsetzung der Richter des Kammergerichts.

Sie nehmen eine Mixtur aus einzelnen Entscheidungen, nur um damit die Integrität von Richtern anzugreifen, unter anderem des Vorsitzenden Richters am Kammergericht Karlheinz Meyer, dessen außerordentliche fachliche Autorität in Rechtsprechung und in der wissenschaftlichen Literatur nicht einmal von böswilligen Neidern bestritten wird.

Berlin HANSGEORG BRÄUTIGAM Vorsitzender Richter am Landgericht

Dem mit der Auslieferung befaßten Kammergericht Berlins ist vorzuwerfen,

daß es die Zulässigkeit der Auslieferung nicht mit der gebotenen, besonderen Sorgfalt geprüft hat, die angesichts der gravierenden Menschenrechtsverletzungen in der Türkei angezeigt ist.

Es ist skandalös, daß Bundesminister unseres Staates menschenrechtverachtende Militärdiktaturen wie die Türkei offen unterstützen.

Darüber hinaus muß jedoch das geltende Asylverfahrensgesetz, das derzeit eine Auslieferung unabhängig vom Stand des Asylverfahrens erlaubt, geändert werden. Eine Auslieferung muß so lange ausgeschlossen bleiben, bis ein anhängiges Asylverfahren rechtskräftig abgeschlossen ist. Anerkannte Asylbewerber dürfen nicht an ihren Heimatstaat ausgeliefert werden.

Bis zu einer solchen Gesetzesänderung ist die Auslieferung von Asylsuchenden generell auszusetzen.

Hamburg FACHGRUPPE RICHTER UND STAATSANWÄLTE IN DER ÖTV

BRIEFE

Unchristliche Seefahrt

(Nr. 37/1983, Arbeitnehmer: Weil der Hapag-Lloyd-Kapitän Kraft einen Anti-Raketen-Appell unterschrieb, wurde er gefeuert) *

Bei der Maßregelung des Kapitäns Kraft, der eine Friedensresolution an seine Gewerkschaft unterschrieben hat, handelt es sich um einen Frontalangriff auf die innergewerkschaftliche Willensbildung und das demokratische Grundrecht der Meinungsfreiheit.

Bremen DR. CHRISTOPH BUTTERWEGGE M.A.

Seeleute arbeiten nicht nur an Bord der Schiffe. Sie leben auch dort: Grundrechte kann ihnen daher nur entziehen, wer sie mit Strafgefangenen oder kasernierten Soldaten gleichsetzt. Diese Militarisierung des Rechtsdenkens entspringt einer langen Tradition: So waren es vor allem die Reedereien Hapag und Lloyd, die seit Ende des letzten Jahrhunderts an Kriegen verdienten.

Hapag-Direktor Huldermann bezeichnete zum Beispiel die durch die Beteiligung am russisch-japanischen Krieg 1904 erzielten Gewinne als »die Quelle einer Wiedergeburt«.

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Lloyds, Lindemann, lobte die Militarisierung der Seefahrt durch die Nazis vor dem Zweiten Weltkrieg als »einmaligen Gesundungsprozeß« der Reederei.

Der Leiter der Abteilung »Schiffahrtspolitik und Planung« der 1970 zur Hapag-Lloyd fusionierten Großreederei stellte noch im August 1983 fest, auch in der Unternehmenspolitik gelte das »Prinzip« des Nato-Doppel-Beschlusses: »Führen Verhandlungen in einer angemessenen Frist nicht zum Ergebnis, muß gehandelt werden.«

Hapag-Lloyd hat gehandelt.

Hamburg DR. ROLF GEFFKEN Rechtsanwalt

Oft befragt nach den Gründen meines Handelns auch in Hinblick auf die für mich bitteren Konsequenzen, kann ich nur feststellen, daß sie aus den mir noch heute gegenwärtigen leidvollen Kriegserfahrungen der Bombenangriffe resultieren. Das Motiv meines Handelns, über alle parteipolitischen Querelen hinweg nur den humanitären Gedanken verpflichtet, findet sich - auf einen kurzen Nenner gebracht - in einem Gedichttext von Eva Mattes. Es heißt in einer Strophe: _____« Leis' klopf ich an Eure Türen an. Gebt mir Eure » _____« Unterschrift. Daß es nie mehr Kinder trifft, daß nie mehr » _____« Kinder verbrennen, und daß sie Bonbons essen können. »

Bremen HEINRICH KRAFT Ex-Kapitän »Alemania Express«

BRIEFE

Laberstündchen im »Ersten«

(Nr. 35/1983, Talkshow: SPIEGEL-Reporter Fritz Rumler über Joachim Fuchsberger) *

Umwerfend der Artikel über die Laberstündchen von Herrn Fuchsberger: treffend Inhalt wie Ausdruck. Spätestens beim »Bonsai-Macho« haute es mich vom Stuhl. Habe heute Kopie des Artikels an die Chefredaktion des Duden gesandt zwecks Aufnahme dieser Ausdrücke in die nächste Ausgabe.

Gießen ANNELIESE TRÖLTZSCH

Es ist unverfroren, Blacky Fuchsberger unter der Rubrik Kultur abzuhandeln. Bei uns ist es Sitte, erscheint Blacky auf der Mattscheibe, per Fußtritt abzuschalten.

Köln JOACHIM PROKOT

Ist Herr Ha.-Jo. Fuchsberger nicht vor längerer Zeit von einem Affen gebissen worden?

Walsrode (Nieders.) BRUNO MENDE

Blacky, ich protestiere auch aufs schärfste gegen die Art, wie du den Zuschauern oberlehrerhaft in einer Art von geistiger Tieffliegerei die »Wende« (ha-haha) vor- und nachphilosophierst.

Hamburg GIOVANNI STEFFEN

Es bleibt die Hoffnung, daß auch einem Intendanten einmal die Sendeminuten der öffentlich rechtlichen Anstalten für eine derartig schwachsinnige Talkshow zu schade sind.

Osnabrück WOLFGANG SPRENGEL

Daß Herrn Fuchsbergers Plaudereien zu den Dingen gehören, die man ohne Schaden entbehren kann, darin stimme ich mit Herrn Rumler überein. Was hat er aber gegen den Wunsch, »Klassiker so auf der Bühne zu sehen, wie der Dichter sie geschrieben hat«? Macht man sich unsauberer Gesinnung verdächtig, wenn man Goethes Regieanweisungen beachtet wissen möchte? An Beethovens

»Neunter« fummelt der Dirigent auch nicht herum. Warum der Regisseur am »Faust«?

Neubeuern (Bayern) DR. ALFONS SCHOLZ

Hiermit versichere ich freiwillig, daß ich weder Anhänger noch Mitglied der CSU bin, nicht zur Münchner Schickeria gehöre, noch aussehe wie Blacky Fuchsberger, sondern der einfach Spaß hat, Dienstag um 23 Uhr ein nettes Plauder-Dreiviertelstündchen zu erleben, wenn's nicht gefällt - abschalten. Sollte Herr Rumler auch tun.

Münster HENNER HACKENBERG

BRIEFE

Halleluja, Bhagwan Udo!

(Nr. 36/1983, Szene) _____« Bhagwan hin, Bhagwan her: das Ganze wiegt, finde ich, » _____« nur schwer, wenn es das eine nicht bezweckt, daß man das » _____« eigene Ich entdeckt. » *

Alles, was der Selbstfindung und Entfaltung des Individuums dient, finde ich gut. Mein Guru-Song befaßt sich nicht pauschal mit Sekten, sondern mit »blindem Gefolge« in allen Bereichen. »Blind« folgten und folgen viele übelsten politischen Führern, »blind« folgen viele irgendwelchen Pop-Idolen (so auch mir, und das will ich nicht) - »blind« latschen viele irgendwelchen Abzocker-Gurus hinterher. Nichts gegen Orientierung und Anleitungen, aber die bewußte Entscheidung jedes Menschen zum individuellen Weg ist für mich das Höchste und Erstrebenswerteste. Halleluja, Euer

Hamburg UDO LINDENBERG der Erleuchtete

BRIEFE

Zitate beanstandet

(Nr. 38/1983, SPIEGEL-Report über den Skandal-Konzern Hoffmann-La Roche) *

Sie zitieren aus einer Broschüre des Berliner Gesundheitsladens. Danach wird mir unterstellt, ich hätte erklärt, die Konzernleitung von Roche zeige »Menschenverachtung Himmlerschen Ausmaßes«. Ich stelle dazu fest: Ich habe die Äußerung weder gemacht noch autorisiert. Die Herausgeber der Broschüre werden von mir aufgefordert, diesen Sachverhalt richtig zu stellen.

Wiesbaden DR. FRITZ VAHRENHOLT

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