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Dominique Voynet

aus DER SPIEGEL 29/2001

Dominique Voynet, 42, frisch gekürte Parteivorsitzende der Grünen in Frankreich, wurde noch kurz vor ihrem Rücktritt als Umweltministerin am vergangenen Mittwoch an eigene Umweltsünden erinnert. Während die Spitzengrüne kürzlich im Pariser Museum für Naturgeschichte eine Regierunskampagne für umweltfreundliches Verhalten im täglichen Leben eröffnete (Motto: »Alles, was Sie tun, zählt für den Planeten"), wartete ihr Chauffeur vor dem Museum in ihrer Dienstlimousine, wie ein Reporter der Autozeitschrift »Auto Plus« beobachtete. Gut eine halbe Stunde, bevor Voynet wieder auftauchte, stellte der Fahrer den Motor an und ließ die Klimaanlage laufen - schließlich sollte seine Dienstherrin nicht ins Schwitzen kommen. Doch auch sonst ist die Grüne, die sich für Wahlkampfzwecke gern auf dem Fahrrad ablichten lässt, keine Komfort-Verächterin. So sah der Reporter, der Voynet tagelang beschattete, die Politikerin in dieser Zeit nicht einmal auf dem Rad, mit einem Elektroauto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Dagegen benutzte sie den Dienstwagen - einen Renault Safran mit Drei-Liter-Motor - sogar für die 800 Meter, die die Pariser Nationalversammlung vom Verkehrsministerium am benachbarten Boulevard Saint-Germain trennen.

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