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Sahara Droht neuer Aufstand der Tuareg?

aus DER SPIEGEL 1/1996

Der Tod eines Rebellenführers gefährdet den brüchigen Frieden zwischen der schwarzen Regierung der Republik Niger und den hellhäutigen Tuareg-Nomaden: Mano Dayak, 45, starb beim Absturz einer Cessna, die ihn zu Gesprächen mit dem Premier in die Hauptstadt Niamey bringen sollte. Dayak hatte gegen heftigen Widerstand seiner engeren Berater einen dreijährigen Partisanenkrieg der Tuareg beendet und arbeitete an der Verwirklichung eines Friedensplans mit der Regierung, der den Tuareg weitgehende Autonomie im Norden Nigers garantieren soll. Ursprünglich hatten die größtenteils in Gaddafis Libyen ausgebildeten Wüstenreiter die Schaffung einer unabhängigen »Tuareg-Republik« angestrebt. Dayak war der Intellektuelle unter den unbezähmbaren Nomaden und nutzte seine internationalen Beziehungen, um Aufmerksamkeit auf das Elend seines Volkes zu ziehen. Er nahm mehrfach an der Wüstenrallye Paris-Dakar teil und half dem italienischen Regisseur Bertolucci bei den Dreharbeiten des Films »Himmel über der Wüste«. Dayaks Anhänger argwöhnen nun, daß ihr Führer einem Attentat zum Opfer gefallen ist. Die Tuareg fordern eine Untersuchung des Flugzeugabsturzes durch eine internationale Kommission.

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