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»Du blinder Schwanzdackel«

aus DER SPIEGEL 22/1990

Wie honigsüß die Versuchungen sein müssen, die an Polizeibeamte in Ausübung ihres Dienstes herantreten, bedrängend, zermürbend, aushöhlend, bis diese sie eines Tages übermannen, melden die Zeitungen nicht ohne gewisses Amüsement. In Darmstadt nahm ein Beamter in einer Bar kostenlose Liebesdienste entgegen (zum Dank für ein wenig Beihilfe zur Prostitution). In Hannover standen Beamte vor Gericht, denen vorgeworfen wurde, mit gestohlenen Autoradios gehandelt zu haben.

In Bayern sollen Polizeibeamte jahrelang mit stiller Duldung ihrer Vorgesetzten ausgemusterte Polizeifahrzeuge zu Schleuderpreisen an Beamte des Innenministeriums und der Regierung von Oberbayern verhökert haben; eigentlich hätten diese Fahrzeuge versteigert oder an wohltätige Einrichtungen verkauft werden müssen.

Nicht ohne mißbilligende Schadenfreude dagegen wird vermeldet, wenn ein Polizeibeamter betrunken am Steuer erwischt wird. Wenn ihm bewiesen wird, daß ihn vom Ganoven kaum mehr als die Uniform unterscheidet. Wenn einer erpreßt, bestochen, Hehlerei getrieben oder der Kollegin mal an den Busen gefaßt hat. Oder wenn aus der Asservatenkammer gestohlen oder ein braver Bürger so brutal in den Polizeigriff genommen und gegen die Wand gestoßen wird, wie 1989 in Delmenhorst, daß er eine schmerzhafte Wirbelsäulenquetschung davonträgt.

Solche Vorkommnisse mögen noch unter die Rubrik fallen: Der Mensch ist leider nicht immer so, wie er sein sollte, und auch der Polizeibeamte ist nur ein Mensch.

In letzter Zeit aber häufen sich Delikte, die nicht mehr als polizeitypische Ausrutscher im Dienst, nicht mehr als allzu menschliche Schwächeanfälle angesehen werden können. In Mörfelden-Walldorf überfiel 1989 ein 26 Jahre alter Polizeimeister eine Filiale der Volksbank und nahm 16 700 Mark mit. Als Tatmotiv nannte er »völlige Verschuldung«. In Berlin raubte ein 48 Jahre alter Hauptmeister alte Frauen aus.

In Hamburg wurde jetzt ein Kriminalhauptkommissar zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, der zwei bewaffnete Überfälle auf Supermärkte verübt und 27 000 Mark Beute gemacht hatte. Das Motiv fand man nicht heraus. »Vielleicht kam er mit dem Gehalt von 4100 Mark nicht aus«, mutmaßte der Richter.

Anläßlich des Verfahrens gegen zwei ehemalige Polizeibeamte, die wegen schweren Raubes und Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit versuchtem Mord 1987 in Düsseldorf zu 13 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden waren, schrieb Gerhard Mauz (SPIEGEL 44/1987): »Die Uniform, die Ordnung, die der Dienst schafft, und die Macht, die dem Polizeibeamten sein Auftrag verleiht - da meint die Orientierungs- und Ziellosigkeit sich zu finden, da ist man doch endlich eine Person. Daß man nur von Amts wegen wer ist und noch immer nicht sein Ich gefunden, sondern nur eine Identität geliehen hat, ist eines Tages eine schreckliche Entdeckung.«

Dieser Tage standen in Düsseldorf wieder Polizeibeamte vor Gericht, sechs Mann zwischen 25 und 29, fast eine ganze Schicht, die 1985/1986 in der Station Ratingen Dienst verrichtete. Jeder der Verfahrensbeteiligten nannte die Taten, die diesen jungen Männern angelastet wurden, eine »Ungeheuerlichkeit«, auch die Verteidiger - wenn sie denn nicht gerade von ihrem jeweiligen Mandanten sprachen.

Am 30. Juni 1986 erhielt der heute 23 Jahre alte Rainer Sawitzki aus Velbert von einem gewissen Fritz Lomberg, ebenfalls aus Velbert, einen ordentlich mit Schreibmaschine geschriebenen und handschriftlich unterzeichneten Brief. Sawitzki kannte den heute 77 Jahre alten Lomberg, er mußte also glauben, der alte Mann habe ihm tatsächlich geschrieben.

Der Brief lautete: »Lieber Kinderficker! Jetzt reicht es mir aber. Dir werd ich helfen. Dich werd ich lehren nachts anzurufen. Ist ja eine Unverschämtheit. Anständige Leute müssen sich von so einem wie Dich belästigen lassen, Du Tönisheider Saftsack - Dich eß ich doch zum Frühstück - da hab ich schon ganz andere fertig gemacht. Du wirst Dich noch wundern, ich kenn Dich ja noch aus meiner Zeit als Wirt, Du Suppendackel. Schmeiß Du mir nochmals was in meinen Fischteich rein, Dich mach ich kalt, Du Würstchen. Da habe ich aber unter Adolph ganz anderen Leuten das Fell abgezogen. Dich dreh ich auf links. Ja, jetzt lachst Du noch, aber nicht mehr lange! - Du hast ja ein Auto, ein schönes? Auch eine Garage? Du siehst also, mit mir ist nicht gut Kirschen essen! Man sieht sich. Lomberg.«

Bei Lomberg wiederum ging ein Brief diesen Inhalts ein: »Sie Lomberg, Sie! Ich werde es Ihnen schon zeigen, mich einen Kinderficker zu nennen. Du blinder, fetter Schwanzdackel. Ich sage nur Auschwitz . . .« Diese und ähnliche Briefe schrieben der damals 26 Jahre alte Polizeimeister Klaus Bohner und sein 25 Jahre alter Kollege Jörg Nehring, wenn sie auf der Polizeistation Ratingen Nachtdienst schoben.

Die Frau des alten Mannes, die den Brief öffnete, war zutiefst verstört und bestürzt. Angst und Schrecken trieben sie um. Lomberg, der in dem Verfahren als Zeuge geladen ist, weiß heute von nichts mehr. Seine Schwiegertochter spricht für ihn: Man habe die Sache vor ihm geheimgehalten; man habe ihm doch so etwas nicht zumuten können. Der alte Mann schaut verständnislos von einem Richter zum anderen.

War es Langeweile? Unreife? Lag es an unbefriedigender Arbeit? Am Gruppendruck? Es war wohl vieles zusammengekommen, als einige der Beamten, die in Ratingen Nachtdienst taten, im Dezember 1985 zunächst damit begannen, Freunde und Bekannte nachts aus dem Bett zu klingeln. Wer war der erste? Wer hatte die Idee? Keiner will es gewesen sein. Keiner erinnert sich nach vier Jahren noch an Einzelheiten. Gelacht haben sie wohl alle. Aber mitgemacht?

Nachdem Freunde und Bekannte als Opfer des Telefonterrors an Reiz verloren hatten, wurden Personen mit nächtlichen Anrufen und unflätigen Beschimpfungen überzogen, mit denen die jungen Polizisten im Dienst »Streß« gehabt hatten: bei einer Verkehrskontrolle etwa, bei einem Unfall, bei einem Gespräch auf der Wache. So schildert ein Zeuge, wie er einmal einen Verkehrsunfall beobachtet habe und sich als Auskunftsperson zur Verfügung stellen wollte. Er erhielt zur Antwort »Verpiß dich doch.« Und hinterher kamen unsägliche Anrufe.

Name, Adresse und Telefonnummer unbescholtener Bürger, die den Beamten unliebsam aufgefallen waren, »die sich unhöflich gegenüber uns verhielten«, vermerkten sie in einer Kartei, auch die entsprechenden Angaben von Nachbarn, die sie aus dem Adreßbuch heraussuchten. Der Polizist Bohner sagte vor Gericht dazu: »Ich hatte wie jeder Polizeibeamte eine Kartei über Leute, mit denen ich mal Ärger hatte. Wenn man wieder mal zu einem Einsatz dorthin muß, hat man dann gleich ein Stichwort. Das sind alles Leute gewesen, mit denen vorsichtig umzugehen ist.«

Die Vorstellung, Zwietracht zu sähen, schien sie besonders zu ergötzen. »Natürlich habe ich an meinen Nachbarn gedacht«, berichtet ein Zeuge. Ein Mann namens Stuhr hatte es ihnen wegen seines Namens angetan. Einer Familie kamen damals ungefragt Container ins Haus. Eine Baufirma erschien und wollte mit dem Dachausbau beginnen, eine neue Fernsehantenne wurde geliefert. Nachts um drei Uhr klingelte ein Taxifahrer, den niemand aus der Familie gerufen hatte.

Einer der Zeugen, ein Kaufmann, war angeblich bei Rot über eine Kreuzung gefahren. Man drohte ihm - meist zwischen 4.45 Uhr und 5.15 Uhr früh, über fünf Wochen fast täglich -, ihn zu erschlagen, daß man ihm »den Pimmel abschneiden« wolle, man höhnte, seine Frau sei eine Hure. »Waren Sie denn aufsässig gegenüber den Beamten?« fragt der Richter. »Nein, die sind mehrere Kilometer hinter mir hergefahren«, antwortet der Zeuge.

Es stehen zahlreiche ältere Leute auf der Zeugenliste. »Warum haben Sie das Telefon denn nicht ins Nebenzimmer gestellt, nachts, dann hätten Sie doch Ihre Ruhe gehabt«, fragt das Gericht. »Es hätte ja auch ein wichtiger Anruf kommen können, ein Todesfall in der Familie, ein Unglück . . .«, erklärt die grauhaarige Zeugin. Daher habe sie nicht einmal nachts ein Kissen draufgelegt. Sondern nur gebangt, gezittert, daß es wieder klingelt. Einem Taxifahrer, den die Beamten in einer Gaststätte kennenlernten, in der Ausländer in Streit geraten waren, schickten sie einen Brief, angeblich, weil der Mann ihrer Meinung nach »eine bestimmte Ausländerfeindlichkeit« an den Tag gelegt hatte. Sie schrieben ihm, wie sie meinten, daß Türken sich ausdrücken, also etwa: Du Wilhelm Matheisen, ich Ahmed Celic. Du mich angefahren. Ich gut Mann, Du Nazi-Sau. Wir treten Loch in Taxi. Du nicht mehr schlafen können. Ich ficken Deine Frau, Du Deutsch-Schwein. Ich gut Feuer machen in Deine Wohnung.

Mit Telefonanrufen fing es an, mit Worten wie »Du alte Drecksau« oder »Judas, du Verräter«, oder es kam nur Musik durch den Hörer, zum Beispiel von »Benjamin Blümchen«, und das Wort »Rache«. Dann kam es immer massiver bis zum Exzeß. Nach etwa sechs Monaten folgten die Briefe. Einer der Hauptgeschädigten - er wurde zwischen 120- und 150mal nachts angerufen - ist Rainer Sawitzki. Er hatte den Polizisten Nehring auf einer Party kennengelernt, man war aneinandergeraten, hatte sich ein Wortgefecht geliefert. »Waren Sie der Unterlegene?« fragt der Richter den angeklagten Polizisten. »Herr Sawitzki ist mir negativ aufgefallen«, antwortet Nehring.

Sawitzki hatte schon Angst vor den Anrufen, aber dann noch die Briefe! Am 27. August 1986 erhielt er folgenden, wiederum angeblich abgesandt von Fritz Lomberg: »Hallo Kinderficker! Bezugnehmend auf deinen Brief vom 06. 7. 86 darf ich dir mit heutigem Datum den Krieg erklären. Jetzt wirst du mich kennenlernen! Du Schweißlecker. Dich werd ich lehren mich einen blinden, fetten, schmierigen, glatzköpfigen Schweinsdackel zu nennen. Du Sawitzki, du! - elende Kröte. Ich habe meine Schrotflinte schon für dich gewienert, ich höre schon, wie's knallt! Wieviele Kinder hast du eigentlich schon durchgefickt, du geiler Saftsack, du? Dich tauche ich in Beton und versenke dich in meinen Fischteich. Taschenwichser! Deine dumme, kalte Fresse glänzt wie ein verschimmeltes Judenei. Aus Typen wie dir habe ich früher Lampenschirme gemacht. Sobald du den Kopf aus dem Fenster streckst, habe ich dich schon im Visier. Und wehe du bestellst nochmal was für mich, dir schicke ich einen Leichenwagen auf den Hals! Wenn du wüstest, wie tot du schon bist, du auf links gedrehter Pavianarsch! Du sonnengetränkter Schwesterficker. Du Prologesicht hoch 3. Ich lasse demnächst die Sitte bei dir antanzen. Jetzt bin ich's leid, jetzt geh ich zum Angriff über!!! Wage dich bloß nicht mehr alleine vor die Tür. F. Lomberg«

Sawitzki ging zu dem alten Mann und stellte ihn zur Rede. Lomberg war fassungslos und begriff nichts mehr. Sawitzki wagte sich daraufhin nur noch mit einem langen Messer bewaffnet aus dem Haus. »Wie wehrt man sich denn mit Messer und Knüppel gegen eine Schrotflinte«, spottete der Verteidiger eines der Haupttäter im Gerichtssaal.

Einen anderen Zeugen quälten Selbstvorwürfe. »Wenn einer so etwas tut«, beschrieb er seine damaligen Überlegungen, »dann muß man dem doch etwas angetan haben.«

Im nachhinein, als das Fehlverhalten en bloc und mit all seinen Folgen dargestellt wird, ist das Entsetzen auf allen Seiten groß. »Was haben Sie sich denn gedacht, wie das bei den Bürgern rüberkommt?« fragt ein Richter. »Ich hab' mir keine Gedanken gemacht«, antwortet Nehring betreten. Nur ein Jux sollte es sein. Streiche habe man spielen wollen. Er schäme sich und bereue zutiefst.

Bohner streitet ab, auch die Briefe, obwohl ein Schriftsachverständiger sie eindeutig ihm und Nehring zuordnet. Bohner wird laut, fast rabiat, die Stimme schlägt über. »Ich verstehe das alles nur als Schuldzuschiebung von Herrn Nehring.«

Die anderen, sie waren in Urlaub, im Nebenraum, sie hatten dienstfrei oder waren erst wenige Wochen auf der Station und hatten noch keinen Durchblick. »Ich beschäftigte mich vorwiegend mit Schreibarbeiten, das dauerte bei mir ziemlich lange«, sagt einer. »Ich interessiere mich für die italienische Sprache, ich habe Vokabeln gelernt«, ein anderer.

Dem Wachhabenden der Station, einem 40 Jahre alten Mann, will nichts aufgefallen sein. Er will nichts mitbekommen haben. »Jeder der Beamten hat sich irgendwie beschäftigt«, sagt er, »damit er nicht einschläft« in den neun Stunden der Nachtschicht, von denen nur zwei im Durchschnitt mit Routinearbeiten ausgefüllt waren. Fiel kein Einsatz an, schlug man die Zeit tot. Würfelspiel, Kartenspiel, einer brachte ein Videogerät mit, elektronisches Spielzeug, Tischtennis.

Bohner lache sehr gern, sagt der Wachhabende. Fast jede dienstliche Sache sei »veralbert und belacht« worden. Er finde dies nicht richtig. Doch er sei nicht Vorgesetzter.

Es fällt das Wort von der »Problemschicht in Ratingen«, vor der man ihn »gewarnt« habe. In seiner ersten Vernehmung hatte der Beamte gesagt: »Das war auch Anlaß dafür, daß ich besonders korrekt meinen Dienst versah und keinen Anlaß zu Beanstandungen gab.«

Ob er sich mit dieser Schicht habe gut stellen wollen, wird er vom Gericht gefragt. Ob er nicht vielleicht bei anderen ein Verhalten tolerierte, das für ihn selbst nicht in Frage gekommen sei. Ob er Dinge wahrgenommen habe, über die sich die anderen vor Lachen ausschütteten, deren Tragweite er aber nicht überblickte und daher geschehen ließ. »Ich weiß nicht, ob das an mir vorbeigegangen wäre . . .«, antwortet er verlegen.

Das Gericht befragt den Dienststellenleiter Heinz-Josef Lenz, 40, er tritt in Strickjacke, Sandalen und offenem Hemd auf, über den Beamten Bohner. Einer der besten Beamten der Schicht, ihn habe man nie zu besserer Mitarbeit auffordern müssen wie Nehring. Bohner sei der einzige gewesen, der zu dem Außenseiter Nehring Kontakt hatte, der einzige, der mit diesem auf Streife ging. Die anderen hätten sich geweigert.

»Ich empfand seine Lustigkeit als unangenehm. Eine Lustigkeit, die ich nicht verstanden habe. Man kam zum Dienst, es fiel ein Wort, und alles lachte los. Bohner hat auf mich immer den Eindruck gemacht, daß seine Lustigkeit nur gespielt war.« An anderer Stelle spricht der Vorgesetzte von »dieser unnatürlichen Lustigkeit«, von der sich auch andere Beamte anstecken ließen. Bohner galt als einer, »der schwer zu führen ist«.

Der Dienststellenleiter bestätigt auch, daß er Nehring, den einzigen in der Schicht, der Abitur hat, heute noch »für sein Alter nicht reif« genug hält. Staatsanwältin Beate Thiele, 30, sagt in ihrem Schlußvortrag, die Angeklagten hätten gehandelt »wie Kinder«.

Vier Jahre nach den Taten, auf der Grundlage oberflächlicher Ermittlungen und einer Anklageschrift, die mehrfach juristisch nachgebessert werden mußte, konnte trotz der überaus sorgfältigen Beweisaufnahme der Richter Heinz Gerd Scheibe, 45, und Dietrich Schabinger, 56, eine Schuld bei vier der Angeklagten nicht mehr nachgewiesen werden. Die Zeugen hatten nicht Buch geführt über die Anrufe, ihnen blieb nur die Erinnerung an eine »Horror-Zeit«. Sie waren meist auch nicht zum Arzt gegangen, der ihnen etwa »Aufregungszustände mit Krankheitswert« hätte attestieren können.

Daß etwas nicht in Ordnung sein kann, wenn sich erwachsene Männer, ausgestattet mit der Autorität des Staates, Ordnungskräfte, die für den Rechtsfrieden unter den Bürgern zu sorgen, die dem Bürger zu dienen haben, aufführen »wie Kinder« - wenn man es denn so milde sehen will -, das hat die Vorgesetzten nicht beunruhigt. Ein junger Beamter erinnert sich an Wörter wie »Pappnase« und »Sackgesicht« als Umgangston. »Das ist polizeitypisch, das sagt man zu jedem, der für Straftaten in Frage kommt«, meinte er vor Gericht.

Die Beamten Bohner und Nehring wurden zu Freiheitsstrafen von sechs und vier Monaten verurteilt. Seit vier Jahren sind sie vom Dienst suspendiert. Sie haben sich um ihre Zukunft, zumindest bei der Polizei, gebracht. Nehring will ausscheiden.

Wenn erwachsene Männer sich so aufführen, hätte Alarm geschlagen und sofort gehandelt werden müssen. Warum sie sich so aufführten, hat man nicht gefragt. »Der vorige Dienststellenleiter«, sagt der jetzige, »ist wohl nicht ganz klargekommen.«

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