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Dubiose Geld-Geschäfte

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aus DER SPIEGEL 35/1983

Die Bundesregierung sammelt derzeit Material über schwarze Geschäfte Ost-Berlins mit der DDR-Mark. In einem Schreiben hat die Berliner Landeszentralbank West-Berliner Wechselstuben aufgefordert, dem Institut ihre monatlichen Umsätze aus dem Handel mit Ost-Mark zu melden. Die Zentralbank begründet ihre Forderung mit dem Hinweis: »Bei der politischen Bedeutung, die die DDR dem Handel mit M-DDR beimißt, besteht für die zuständigen Ministerien in Bonn und das Bundeskanzleramt ein großes Interesse daran, möglichst umfassende und zuverlässige Zahlenangaben zu erhalten.« Ost-Berlin hat gegenüber Bonn die Erhöhung des Mindestumtausches für DDR-Besucher auf 25 D-Mark pro Tag mehrfach mit dem Hinweis verteidigt, dieses Geld sei auch ein Ausgleich für schwarz getauschtes DDR-Geld, das aus dem Westen ins Land geschmuggelt werde. Solange die Bundesregierung diesen illegalen Handel nicht unterbinde, sei an eine Senkung der Umtauschsätze nicht zu denken. Die Bonner hoffen nun, mit den Zahlen der Wechselstuben ihren Verdacht erhärten zu können, daß die DDR selbst große Summen DDR-Mark über die Wechselstuben in Umlauf bringt.

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