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DURCHSICHTIG

aus DER SPIEGEL 43/1964

Bundeskanzler Erhard antwortete am Freitag vergangener Woche in einem Fernseh-interview auf Fragen des SPIEGEL-Herausgebers Rudolf Augstein.

FRAGE: Ich möchte gern wissen, ob Sie, Herr Bundeskanzler, eine Koalition von zwei oder von drei Parteien führen, Betrachten Sie die Bundesminister, der CSU etwa, als Ihre Parteifreunde? Weiter möchte ich Sie fragen, ob Sie beabsichtigen, im nächsten Wahlkampf auf Wahlversammlungen der CSU zu sprechen, obwohl doch zwischen Ihnen und dieser Partei möglicherweise weniger politische Übereinstimmung besteht als etwa mit der FDP? Erwägen Sie auch, auf Wahlversammlungen der FDP zu sprechen? Letzte Frage: Wird es eine Wahlparole geben »Erhard, Strauß und die Mannschaft«?

ANTWORT: Die Fragestellung ist natürlich ziemlich durchsichtig. CDU und CSU bilden bei aller Eigenständigkeit der CSU, das gilt übrigens für alle Landesverbände, auch der CDU, aber doch eine politische Einheit. Sie treten als eine Partei in den Wahlkampf ein. Und ich glaube, es ist nicht zu verantworten und nicht zu vertreten, hier die Gegensätze allzusehr zu dramatisieren. Ich hoffe auch, daß die Einigkeit noch wächst innerhalb der Fraktion und innerhalb der Partei. So gesehen spreche ich für die CDU und die CSU als einer politischen Einheit.

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