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Eberhard Hungerbühler

aus DER SPIEGEL 31/1992

(Künstlername »Felix Huby"), 53, erfolgreicher Autor zahlreicher Fernsehserien ("Die lieben Verwandten«, »Gute Zeiten, schlechte Zeiten«, »O Gott, Herr Pfarrer") und Erfinder des Kommissars Bienzle, muß sich in einem Kriminalroman als opportunistischer Absahnautor und skrupelloser Ausbeuter beschreiben lassen. Hauptfigur in dem neuen Krimi »Der harte Kern« der Stuttgarter Schriftstellerin Uta-Maria Heim ist der Drehbuchautor Heiko Fehrenbach, der in einem Schreibpool anonyme Textknechte beschäftigt ("Der wurde groß aufgebaut, und wir machten die Drecksarbeit") und erwürgt wird. Hungerbühler, der wie die Romanfigur Schwabe ist, die Schule abgebrochen hat und eine Textwerkstatt leitet, fühlt sich von dem bösartigen Buch »gemeint, aber nicht getroffen«. Es sei »unangenehm, daß jemand, der von meiner Arbeit profitiert hat«, nun so »hämisch« schreibe. Zwar rät der Serien-Profi der Krimi-Autorin Heim, die selbst mal bei Hubys Werkstatt-Drehbüchern mitgeschrieben hat, ihm »in nächster Zeit nicht unter die Augen zu kommen«, bleibt am Ende aber dennoch gelassen: »Die Hündinnen bellen, und die Karawane zieht weiter.«

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