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Eckhardt Rehberg,

aus DER SPIEGEL 8/1997

42, CDU-Fraktionsvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern, wurde Opfer eines arg verrutschten Karnevalsscherzes. Die schweriner volkszeitung (svz) hatte Rehberg, der zur Zeit Urlaub in Sri Lanka macht, auf ihrer Politikseite der Aschermittwochs-Ausgabe mit harschen Äußerungen zitiert: Frauen müßten wieder an den Herd und nicht im Landtag und Bundestag herumlungern, so habe sich Rehberg während eines »angeblich von einem führenden Spirituosen-Hersteller aus Braunschweig finanzierten Touristen-Aschermittwochs« empört. Auch der Kanzler und seine Landesvorsitzende Angela Merkel sollten »aus dem jetzigen Dilemma die Konsequenzen ziehen und endlich den Heimweg antreten«. Rehberg selbst, so die svz weiter, sei nun für eine weitere Stellungnahme nicht mehr erreichbar. Der Beitrag, der Rehberg und seine Pressestelle ohne Vorwarnung überraschte, kam bei vielen Lesern nicht an: Die svz-Redaktion und das CDU-Büro im Schweriner Landtag wurden von wütenden Anrufern bestürmt, die die verunglückte Glosse nicht als Faschingsspaß verstanden hatten - selbst einige von Rehbergs Parteifreunden machten sich bereits Sorgen um die politische Karriere ihres Fraktionschefs. Zwar versuchte sich die zum Burda-Verlag gehörende svz am nächsten Tag in Beschwichtigung ("Alles nur Helau!"), aber die Landes-CDU behielt sich weitere Schritte vor - ein Boykott des zuständigen Redakteurs ist bereits beschlossen: »Der ist für uns tot.«

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