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Edith Tar,

aus DER SPIEGEL 41/1990

46 (Foto), Leipziger Künstlerin, hat aus Überbleibseln der DDR-Revolte ein Kunstwerk geschaffen. Die Arbeit mit dem Titel »Revolutionstisch« ist aus fünf Tischen der »Tanzgaststätte Marienbrunn« gefertigt. In dem Vergnügungssaal pflegten sich im Herbst 1989 Teilnehmer der Leipziger Montagsdemonstration zu treffen. Die Tischplatten sind mit Fotos von den Protestmärschen beklebt, darüber liegt Plexiglas mit Autogrammen von Beteiligten. Zum Werk gehören neben einem Tonband mit Original-Demo-Tönen auch 30 lebende Helden von Leipzig, die von Fall zu Fall zu Tisch gebeten werden. Etwa am 31. Oktober, wenn die Tar-Arbeit mit Hilfe von Goethe-Institut und British Council ins schottische Glasgow transportiert und in der Royal Concert Hall eingeweiht werden wird. Mit dabei sein soll auch ein »Marienbrunn«-Kellner, dem der »Revolutionstisch« seinen Namen verdankt. Aufbruchsbereite Gäste hatte der Ober damals mit dem Spruch zum Bleiben bewegt: »Jetzt ist Revolution, da gibt es keine Schließzeiten mehr.«

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