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Egon Krenz,

aus DER SPIEGEL 19/1990

53, ehemaliger Staatsratsvorsitzender der DDR, hat kein Glück mit neuen Berufen. Eine Lesereise, auf der der Buchautor seinen rasch zusammengeschriebenen Erstling »Wenn Mauern fallen« vorstellte, brach er ab, nachdem er von einem erbosten ehemaligen DDR-Bürger geohrfeigt worden war. Nun verlor Krenz auch noch eine echte Einkommensquelle, seinen Job als Wirtschaftsberater. Den hatte der einstige Jugendfunktionär von dem Bonner Jungunternehmer Ralph-Thomas Niemeyer, 20, Mitte Januar erhalten. Krenz sollte bei der Anbahnung von Geschäftskontakten zwischen ost- und westdeutschen Unternehmen mit seinen Kenntnissen der DDR-Wirtschaft helfen. Pro Vermittlung vereinbarten die beiden ein Honorar von 1000 Mark (West). Doch nur zweimal mußte der Bonner dem Berliner die Pauschale anweisen. Jetzt kündigte der Jungmanager dem Altkommunisten »wegen Unproduktivität«.

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