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Briefe

Eifrig und markig
aus DER SPIEGEL 1/1996

Eifrig und markig

(Nr. 50/1995, Hochschulen: An Berlins Humboldt-Universität schwinden Ost-West-Gegensätze)

Hält der Autor dieses Artikels die Einheit dann für vollzogen, wenn ein Konsens darüber hergestellt ist, daß Wessis kreativer, Ossis hingegen disziplinierter sind? *UNTERSCHRIFT:

Berlin BURKHARD DOMKE

Daß die Humboldt-Universität sich so schwer mit ihrer eigenen Vergangenheit tut, sollte niemanden verwundern, sang doch fast der gesamte Lehrkörper bis zur Wende eifrig und markig das Hohelied auf die SED und den Sozialismus. Als die Wende dann kam und mit ihr ein neuer Brötchengeber, verkauften die Damen und Herren Hochschullehrer - gemäß erprobtem Motto: Wes Brot ich ess', des Lied ich sing' - für schnöden Mammon ihre Meinung. Eine Aufarbeitung der Vergangenheit ihrer Hochschule hätte für sie zur Folge, daß ihr damaliges Tun bekanntwerden würde und sie ihres einkommensträchtigen Postens verlustig gehen würden. Zur Folge hätte eine Aufarbeitung aber auch, daß die Alma mater den Studenten und Wissenschaftlern, die sie aus politischen Gründen von der Hochschule vertrieb, eine materielle oder immaterielle Wiedergutmachung für den beruflichen und psychischen Schaden, die jene bei dem damaligen Rausschmiß erlitten haben, zukommen lassen müßte. *UNTERSCHRIFT:

Berlin FRANK R. MÜTZEL 1968 von der Humboldt-Universität geworfen

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