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Briefe

Ein armes Licht
aus DER SPIEGEL 40/1981

Ein armes Licht

(Nr. 38/1981, Rüstung: Interview mit dem Erfinder der Neutronenwaffe Samuel T. Cohen)

Was bilden sich diese Amerikaner eigentlich ein, daß sie glauben, uns und unser Land zur Realisierung ihrer perversen Strategiespiele benutzen zu können? Was sind wir für ein Volk, daß wir dies mit uns geschehen und uns von einigen kriegsgeilen oder zumindest verantwortungslosen Politikern auch noch einreden lassen, die Auftraggeber dieses Monstrums seien unsere Verbündeten? Man will uns einreden, der Dritte Weltkrieg sei unser Krieg (Europa »ist, gelinde gesagt, immer ein sehr kriegerischer Kontinent gewesen"). Richtig ist jedoch, daß die USA es schon immer verstanden haben, ihre Kriege auf dem Boden anderer Völker zu führen.

Mainz GABRIELE ERBEN

Deutschland wird mehr und mehr Testobjekt amerikanischer Ideen und Neuerungen. Das Schicksal der Deutschen spielt dabei keine Rolle. Und was kann den Amerikanern schon passieren? Höchstens, daß sie eine Kolonie in Europa verlieren.

Laatzen (Nieders.) SÖNKE JACOBSEN

Unsere Regierung sollte doch einmal bei Präsident Reagan anfragen, was er mit Wahrung von Menschenwürde meint, wenn er die Erfindungen eines Mannes aufkauft und bei seinen politischen Freunden abstellt, der sich zwar einen »Humanisten« nennt, aber als »Monstrum« versteht, und der »Menschen« nur als »Militärs« und »feindliche Soldaten« begreifen kann und für den es »eine faszinierende Beschäftigung« ist, sich »scheußliche Dinge« auszudenken.

Eckendorf (Nrdrh.-Westf.) DR. LEOPOLD V. CAPRIVI

Angesichts der Kontinuität ihrer Anti-Reagan-Kampagne liegt der Verdacht nahe, daß hier durch Schilderung abstoßender Eigenschaften greifbarer einzelner sich beim Leser eine ablehnende Haltung gegen eine abstrakte Politik einstellen soll. Neutronenbombe ja oder nein -- fest steht doch wohl, daß der Ostblock in mindestens ähnlichem Maße über formbare wissenschaftliche Handlanger verfügt.

Göttingen MATTHIAS JENDIS

Ich wünsche mir, daß der Vater der Neutronenbombe ebenfalls in den Genuß einer Neutronendusche kommt und mit ihm Amerika, das Land, welches die Atombombe erfand und 1945 in Japan zum Einsatz brachte.

Mendig (Rhld.-Pf.) GEORG ROTHBRUST

Wie heruntergekommen die Begriffe sind: Samuel T. Cohen, Erfinder der Neutronenwaffe, betrachtet sich als Humanisten. Wie der Kerl über die S.8 Bombe spricht, diese gräßliche Kopfgeburt, wie er von Menschen redet, das hat mich in Schrecken versetzt. Sein Hund, der ihm das Liebste auf der Welt ist, sollte ihn nicht freudig begrüßen, sondern in den Arsch beißen.

Zürich SILVIO BLATTER

Beschäftigt man sich etwas eingehender mit seinen Ansichten, wird allerdings klar, daß sie so ungewöhnlich gar nicht sind, sondern im Prinzip nichts weiter als die logische Fortsetzung jenes technokratischen und politischen Kalküls, das in den meisten Ländern der westlichen Welt als realistisches, vernünftiges und verantwortungsvolles Denken in hohem Ansehen steht. Es ist Cohens Verdienst, gezeigt zu haben, zu welcher Inhumanität es führt.

Rüde (Schlesw.-Holst.) INGA STÖRTENBECKER

Geradezu ein historisches Dokument: Ansichten eines stolzen Amerikaners, der einen der Schlüssel zur Vernichtung der Menschheit in Händen hält und sich nicht scheut, sich mit gotteslästerndem Zynismus als »Humanisten« zu bezeichnen. Das Tragische ist nämlich: Cohens Menschenbild und Geisteshaltung ist symptomatisch für unsere Zeit, kennzeichnend vor allem für die Rüstungsplaner in Ost und West, die aufs verantwortungsloseste mit dem menschlichen Leben spielen.

München EDITH KRAUSE

Daß Sie einen Schwachkopf wie Cohen interviewen, sind die zwei Seiten Papier nicht wert. Fragen Sie lieber Breschnew oder Mitterrand, warum sie die Neutronenbombe haben.

Essen DR. UDO THEISSEN

Er bezeichnet sich selbst als Humanisten, kann den Papst besuchen und klopft womöglich seinem Präsidenten auf die Schulter. Das ist also der Fortschritt menschlichen Denkens und Handelns. Ehrlich! Jetzt glaube ich, daß die Perversen schon an den Schalthebeln der Macht sitzen!

Oberasbach (Bayern) PETER LÖW S.9

Man muß diesem Mann zugute halten, daß er von Beruf Bombenerfinder ist, und daher etwas nachsichtig sein mit seiner Meinung vom Menschen. Aber in dieser Beziehung ist er jedenfalls konsequent: Selbst sein eigener Sohn wird von ihm nicht verschont. Ihm fällt auf die Frage, ob er seinen Sohn lieber von Neutronenbomben oder von Torpedos bedroht sieht, nicht ein, daß es wohl am besten wäre, wenn er durch keine Waffe bedroht werden würde.

Hamburg MARIO LEDER

Wie sehr irrte doch Egon Bahr, als er die Neutronenbombe eine »Perversion menschlichen Denkens« nannte. Dieser S. T. Cohen ist nicht pervers, sondern schizophren.

Schlierstadt (Bad.-Württ.) ROLF ARNOLD

Die Gesinnung und Moral dieses Mannes ist niederträchtiger als seine Neutronenbombe. Wer schützt uns vor solchen Triebtätern?

Offenburg (Bad.-Württ.) GUSTAV BALZ

Die Worte dieses gewissen Herrn Cohen haben in mir Abscheu und Ekel erregt, leider finde ich keine schlimmeren Worte des Entsetzens.

Essen MARGOT SYNORADZKI

Menschen, die so denken und fühlen wie Herr Samuel T. Cohen, werden unsere Welt auf dem Gewissen haben!

St. Veit an der Glan (Österreich) HANNO BIBER

Einer, der seinen Hund und Präsidenten mehr liebt als seine Frau, einer, der besser findet, daß sein Sohn durch einen Torpedo stirbt als durch seine Neutronenwaffe. Ein armes Licht!

Bottrop (Nrdrh.-Westf.) JÜRGEN BAUMANN

Normalerweise gehörte ein solcher Artikel in ein Lehrbuch der Psychologie, und zwar als Beispielfall für Verhaltensweisen und Reden von schwer Geistesgestörten.

Schwetzingen (Bad.-Württ.) UDO PÄÄRMANN

... direkt pervers ...

Hamburg KURT GRUN

Das Schicksal der Menschheit ist scheinbar endgültig in die Hände von unzurechnungsfähigen Idioten übergegangen.

Waldalgesheim (Rhld.-Pf.) WOLFGANG ADAM

Bei dem scheint die ganze Familie meschugge zu sein.

Reutlingen (Bad.-Württ.) MONIKA LESSAU

Der Mann gehört hinter Gitter.

Altenstadt (Bayern) RUDOLF PERTHOLD

Welch ein Monster.

Neu-Ulm (Bayern) LOTHAR RAIBLE

Dieser »Vater Cohen« scheint verrückt zu sein.

Ludwigshafen RAIMON GÖTZ

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