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MODERATOREN »Ein bitterer Wert«

Niels Ruf, 35, über seine Sat.1-Late-Night-Show, die wegen schlechter Quoten auf Mitternacht verschoben wurde
aus DER SPIEGEL 22/2008

SPIEGEL: Herr Ruf, was ist los mit Ihnen? Ihre Quoten sind mies, und auch für Skandale sorgen zurzeit andere Late-Night-Talker.

Ruf: Ich bin ja jetzt aus den Flegeljahren raus. Außerdem fand ich das, was Schmidt und Pocher beim Punksender ARD gemacht haben, gar nicht mal so skandalös. Lady Bitch Ray war auch schon bei mir. Und man kann sich mit ihr eigentlich auch ganz gepflegt versaut unterhalten.

SPIEGEL: Ein Skandal würde wenigstens für Aufmerksamkeit sorgen.

Ruf: Mein Lebensbedarf an Schlagzeilen ist gedeckt.

SPIEGEL: Ihre Sendung hatte 2,9 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen.

Ruf: Das ist natürlich ein bitterer Wert. Aber Freitag ist ein schwieriger Tag für Late Night, um das mal zu meiner Entschuldigung anzuführen. Auch Raab sendet ja am Freitag nicht. Da ist die Zielgruppe eben unterwegs.

SPIEGEL: Hat Sat.1 zu wenig Werbung gemacht für Ihre neue Show?

Ruf: Es kann ja auch passieren, dass man zu viel wirbt und so nur zu große Erwartungen weckt. Alles schon da gewesen. Der Plan hier war, erst mal eher im Stillen zu blühen.

SPIEGEL: Ist das nicht bitter für Sie: Der Sender erwartet ohnehin nichts und wird auch noch enttäuscht?

Ruf: Mehr Salz auf meine Wunden, bitte. Es ist ja schon ein Erfolg, dass wir überhaupt wieder Late Night bei Sat.1 haben. Aber es stimmt natürlich, mit den Zuschauerzahlen liegen wir momentan nicht so ganz im Plan.

SPIEGEL: Kurt Krömer hat montags in der ARD um 0.20 Uhr 13,6 Prozent aller Zuschauer erreicht. Ist das Erste mittlerweile der bessere Late-Night-Platz?

Ruf: Ach, da wollen die Leute doch nur mal nachsehen, ob für ihre Zwangsabgaben überhaupt gearbeitet wird. Late Night hat bei Sat.1 eine schöne Tradition, mit allen Höhen und Tiefen.

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