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Ein Schutzwall für die Seele

aus DER SPIEGEL 52/1979

»Ich verstecke mich hinter einer Fassade. Eigentlich bin ich ein ganz anderer Mensch, als ich mich nach außen hin zeige.« Solche Äußerungen von Patienten veranlaßten den Hamburger Psychologen Professor Reinhard Tausch und seine Doktorandin Gabriele Caspari zu einer Untersuchung, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Fazit: Seelisch beeinträchtigte, etwa von starken Ängsten, Minderwertigkeitsgefühlen oder Depressivität geplagte Menschen zeigen besonders häufig ein unecht-fassadenhaftes Verhalten. Umgekehrt sei, wer sich natürlich gibt, im allgemeinen seelisch gesund. Fassadenhaftigkeit und Rollengehabe wiederum ziehen neue Störungen nach sich: Zunehmende innere Spannungen führen häufig zu psychosomatischen Beeinträchtigungen und zu einer fortschreitenden Entfremdung von sich selber. Tausch: »Viele fassadenhafte Personen sagen aus, sie wüßten nicht, wer sie selbst wirklich sind.«

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