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Briefe

Ein unschätzbarer Vorteil
aus DER SPIEGEL 6/2007

Ein unschätzbarer Vorteil

Nr. 4/2007, Medizin: Wie im Rheinland ein Zwölfjähriger als weltweit jüngster transsexueller Patient das Geschlecht wechselte

Der Beitrag zu einem eher delikaten und gleichermaßen ausgesprochenen Randgebiet der Medizin beweist, dass diese Thematik seriös, einfühlsam und wirklichkeitsnah bearbeitet werden kann. Diese Art der Darstellung der hochkomplexen Problematik ist geeignet, weniger Diskriminierung und mehr Verständnis für Betroffene zu bewirken.

WRESTEDT (NIEDERS.) FIONA ALT

Es bleibt die Tatsache, dass es viel zu wenig kompetente Unterstützung in Deutschland gibt. Die drei vorhandenen medizinisch-psychologischen Beratungszentren in Hamburg, Frankfurt am Main und Ulm reichen nicht aus für eine Gesamtheit von Betroffenen, die weit über der von ihnen genannten Zahl von rund 6000 transsexuellen Menschen liegt, die offiziell erfasst sind. Die Dunkelziffer liegt viel höher. Leider werden die ebenfalls beratend und unterstützend tätigen Selbsthilfegruppen, die oft räumlich leichter erreichbar sind, meist nur spärlich von Kommunen und Krankenkassen gefördert. Gerade Betroffene sind aber dazu prädestiniert, sich einzufühlen und den sehr komplexen Prozess eines manchmal unumgänglichen äußeren Geschlechterwechsels zu begleiten. Wenn heute bereits sehr jungen Menschen in der von Ihnen beschriebenen Art geholfen werden kann, ist dies ein unschätzbarer Vorteil gegenüber den Zeiten, als die Unterzeichnerin in den sechziger Jahren hilf- und ratlos mit ihren Empfindungen in einer unwissenden oder verständnislosen Welt herumirren musste.

KARLSRUHE DR. PETRA KAISER TRANSVITA-SELBSTHILFEGRUPPE

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