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Briefe

Eine Art Gehirnwäsche
aus DER SPIEGEL 22/1996

Eine Art Gehirnwäsche

(Nr. 20/1996, Wohlfahrt: Das alternative Tvind-Imperium nimmt auch in Deutschland Idealisten aus)

Im vergangenen Jahr war ich drei Monate Studentin im Necessary Teacher Training College in Ulfborg und bestätige sämtliche von Ihnen genannten Fakten. Doch die Realität war noch viel schlimmer. Es gab keinen Versicherungsschutz für die Studenten sowie keine gute und ausreichende medizinische Versorgung. Es wurde eine Art Gehirnwäsche praktiziert, wodurch das Individuelle unterdrückt und das schlechte Gewissen aufgrund eigenmächtiger Handlungen innerhalb der Gruppe ausgeprägt wurde. Viele kamen wie ich, um Lehrer zu werden, doch von Studieren war nicht die Rede. Denn die Unterhaltung des Gebäudekomplexes und aller damit verbundenen Versorgungs- und Reparaturarbeiten mußte ausschließlich von den dort lebenden und ungelernten Studenten ausgeführt werden, obwohl von jedem zu Beginn der »Ausbildung« circa 7000 Mark als Studiengebühren für die ersten vier Monate kassiert wurde. Heute bin ich heilfroh, die Kraft aufgebracht zu haben, mich lossagen zu können. Es hat mich und meine Familie circa drei Monate der intensiven Aufarbeitung gekostet, die einer »Entziehungskur« gleichkamen. *UNTERSCHRIFT:

Berlin JULIA CONTZEN

Sie berichten, nach Aufzählung aller schlimmen Taten des Führungszirkels, auch von der Idee Tvinds als eines damals viel beachteten reformpädagogischen Bildungsprojektes. Dies sei nun dahin. Das Gegenteil aber ist richtig. Tvind-Schulen arbeiten nach wie vor im Sinne dieses Ansatzes und zwar mit beachtlichem Erfolg zum Nutzen ihrer Schüler und zum Nutzen der Solidarität mit geschundenen und ausgebeuteten Menschen der Dritten Welt. *UNTERSCHRIFT:

Ulfborg/Dänemark ANDREAS STIER

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