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STASI-AKTEN I Einigung mit Witt?

aus DER SPIEGEL 32/2001

Im Streit mit der Eiskunstläuferin Katarina Witt um die Herausgabe ihrer Stasi-Akte bemüht sich die Berliner Stasi-Akten-Behörde um ein gütliches Ende. Die Bundesbeauftragte Marianne Birthler teilte dem Berliner Verwaltungsgericht, bei dem Witt ebenso wie Altkanzler Helmut Kohl geklagt hat, mit, man beabsichtige »das Anhörungsverfahren mit dem Ziel einer Verständigung fortzusetzen«. Der Fall Witt ist komplizierter als der von Kohl, der ausschließlich Opfer der Stasi war. 181 der insgesamt 1354 zur Herausgabe vorgesehenen Seiten aus Witts Stasi-Dossier stuft die Behörde als »Begünstigten-Unterlagen« ein. Diese Berichte, in denen es etwa um einen von der Stasi für den Star beschafften VW-Golf geht, dürfen trotz des Verfahrens vor Gericht ohne Witts Zustimmung herausgegeben werden. Weil das Gros der Akte allerdings die Bespitzelung der zweimaligen Eiskunstlauf-Olympiasiegerin dokumentiert, fürchtet die Behörde, dass »in der Öffentlichkeit ein völlig unzutreffender Eindruck erzeugt« würde, wenn die Opfer-Unterlagen - wie mit dem Kohl-Urteil vorgegeben - unter Verschluss blieben.

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