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Briefe

Elitäre Verweigerung
aus DER SPIEGEL 43/2001

Elitäre Verweigerung

Nr. 41/2001, Frankfurter Buchmesse/Literatur: Viele deutsche Erzählwerke schlagen einen ernsten Ton an und belegen düstere Vorahnungen; Autorenstimmen zu den Folgen der Terroranschläge

Ich bin nicht der Ansicht, dass die westliche Intelligenz metaphysisch blind sei, wie Botho Strauß es am Ende seines Kurz-Essays bemerkte, wir sind nur nicht mehr so gewohnt, darüber zu reden und mit anderen Leuten unsere unterschiedlichen »metaphysischen Konzepte« auszutauschen. Wir reden mehr über Sex als über Religion. Früher war es mal umgekehrt. Die meisten Menschen brauchen in irgendeiner Weise beides, um ihr Leben angenehm zu gestalten: Den Sex für das Individuelle, die Religion für das Soziale. Beide werden dann destruktiv, wenn sie diese Aufgabe nicht mehr erfüllen, sondern in den Dienst eines Machtstrebens gestellt werden.

ST. GALLEN (SCHWEIZ) DR. MARTINA SCHÄFER

Kaum ist der Rauch des Anschlags wider die Zivilisation verzogen, da holt uns aus der Uckermark urdeutsches Mickerwesen ein - elitäre Kommunikationsverweigerung, antiwestliche Affekte und als Tiefsinn getarnter Trübsinn. Amerika, du hast es besser.

HAMBURG DR. FRIEDRICH LOOCK

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