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Energie-Gigant für Weltraumwaffen

aus DER SPIEGEL 52/1987

Einen gewaltigen unterirdischen Stromspeicher als Energielieferanten für futuristische Strahlenwaffen haben jetzt US-Wissenschaftler vorgeschlagen. Aus supraleitenden Materialien, in denen der Strom nahezu widerstandsfrei zirkulieren kann, wollen die Forscher einen Elektromagneten von 100 Metern Durchmesser bauen. Kostenpunkt: 800 Millionen Dollar. Damit sich die ringförmige Riesenspule nicht mit ihren eigenen Kraftfeldern zersprengt, müßte sie tief in gewachsenen Fels gebettet werden. Aus einem solchen Strom-Reservoir könnte ein am Boden stationierter Kampf-Laserstrahler seinen Energie-Heißhunger stillen: 1000 Millionen Watt starke Stromstöße von 100 Sekunden Dauer. Wenn es gelänge, den Koloß aus jüngst entdeckten Materialien zu formen, die nicht erst nach Kühlung bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt (minus 273 Grad Celsius) supraleitend werden, würde der Felsenspeicher auch wirtschaftlich interessant: Eine 800-Meter-Spule könnte fünf Stunden lang einen Spitzenbedarf von 1000 Megawatt abdecken. Die elektromagnetischen Felder dieser Super-Anlage würden allerdings im Umkreis von vier Kilometern jedes elektronische Gerät zerstören.

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