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Engholms Autobahn

aus DER SPIEGEL 26/1992

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident und SPD-Kanzlerkandidat Björn Engholm befürwortet den Bau einer ökonomisch wie ökologisch umstrittenen Autobahn. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des ehemaligen Hamburger Umweltsenators Jörg Kuhbier (SPD) im Auftrag des Kieler Verkehrsministeriums. Danach fehlte bei der politischen Grundsatzentscheidung für eine Ostsee-Autobahn A 20 von Lübeck nach Stettin, so Kuhbier, »eine gesetzliche Grundlage« sowie »jegliches Datenmaterial über Bedarf, wirtschaftlichen Nutzen und Eingriffe in den Naturhaushalt«. Die schleswig-holsteinische Landesregierung habe sich »ohne Not« den Vorgaben des Bundesverkehrsministeriums »unterworfen« und arbeite damit »aktiv an ihrer Teilentmündigung in der Verkehrsplanung« mit. Da keine »fachlichen Aussagen« vorliegen, ob die Ostsee-Autobahn »wirklich zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in Mecklenburg-Vorpommern« beitrage, sei erneut die »Nullvariante« mit dem Ausbau bestehender Straßen zu prüfen. Engholms Kabinett reagierte auf das Votum des eigenen Gutachters mit einem deutlichen Beschluß: In den Bundesverkehrswegeplan von Minister Günther Krause solle die A 20 als »vordringlicher Bedarf« aufgenommen werden.

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