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Briefe

Enorme Kapazitäten
aus DER SPIEGEL 14/1995

Enorme Kapazitäten

(Nr. 11/1995, Trends: Automobilindustrie)

Wer in Korea ein europäisches Importauto kauft, bekommt die Steuerfahndung ins Haus. Europäische Qualitätsautos werden diskriminierenden Vorschriften unterworfen. Resultat: Nur wenigen hundert europäischen Importautos in Korea stehen demnächst Hunderttausende von koreanischen Importautos in Europa gegenüber. Fair play? Alle europäischen Automobilhersteller sind sich einig, daß dieses nicht einfach so hingenommen werden darf. Koreanische Automobilarbeiter schaffen bis zu 3000 Arbeitsstunden im Jahr (Deutschland nach Einführung der 35-Stunden-Woche 1375 Stunden). Die Lohnnebenkosten liegen unter 30 Prozent der Lohnkosten (in Deutschland bis zu über 100 Prozent). Koreanische Automobilhersteller in vertrauter Allianz mit ihrer Regierung schaffen enorme neue Kapazitäten - Zielrichtung: Export nach Europa. Und das zu einer Zeit, wo weltweit bereits - auch verursacht durch die Japaner - die Industrie mit millionenfachen Überkapazitäten geplagt ist. Selbsternannte Verbraucherschützer behaupten, daß Importe aus unfair handelnden Niedrigkostenländern den Wettbewerb beleben. Sie übersehen, daß die von ihnen angeblich geschützten Verbraucher demnächst nicht mehr die Kaufkraft besitzen, um sich einen preiswert hergestellten Korea-Import leisten zu können. *UNTERSCHRIFT: Brüssel RUDOLF BEGER Europäischer Automobilherstellerverband

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