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»Entlarvung der Lügenpropaganda«

aus DER SPIEGEL 47/1973

Werner Witt, 50, Oberstleutnant in Eutin, verschickte unter Angabe seines Dienstgrades und als »Personalreferent der NPD des Kreisverbandes Ost-Holstein« Briefe, in denen er -- so der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Karl Wilhelm Berkhahn -- »Willy Brandt in eine Reihe mit Rudolf Heß stellt« und sich »nachträglich noch schuldig macht an den Verbrechen, die in deutschem Namen unter den Nationalsozialisten begangen worden sind«. In dem »privaten Schreiben an Bekannte und Freunde« (Witt: »Ich habe alle von Hand adressiert") wollte der Standortoffizier »die Stimmung für die NPD testen« -- wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Soldatengesetz muß er jetzt »mit einem Disziplinarverfahren rechnen«. Auszug aus dem Witt-Brief:

Die NPD hat seit vielen Monaten

wieder eine eindeutige, nicht zu übersehende Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen ... Leider gibt es zu viele, die sich durch Fernsehen, Rundfunk und einen großen Teil der Presse manipulieren lassen und nur noch das nachsprechen, was ihnen vorgeredet wird! ... Dem derzeitigen Bundeskanzler Brandt, Frahm, Martin Flamme (oder wie er sonst noch heißen mag) wird der Friedensnobelpreis verliehen, während eine Persönlichkeit wie der 79jährige Rudolf Heß, der im Kriege durch seinen Flug nach England den Frieden für das deutsche Volk erringen wollte, seit über 30 Jahren in Spandau hinter Gittern schmachtet. Unendlich lang ist die Liste der Dinge, die faul in unserem Staate sind ... Die NPD wird mit allen Mitteln für die Verwirklichung folgender Ziele kämpfen: ... Widerstand gegen den Ungeist der Anpassung, des Verzichts und der Unterwerfung ... Verbreitung der geschichtlichen Wahrheit und Entlarvung der Lügenpropaganda.

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