Zur Ausgabe
Artikel 73 / 81

Briefe

Erbärmliche Entartung
aus DER SPIEGEL 9/1983

Erbärmliche Entartung

(Nr. 5-8/1983, Berichte, Meldungen und Kommentare zur Bundestagswahl)

In diesem unserem Lande hat eine erbärmliche Entartung eingesetzt. Ein großer Teil der Repräsentanten sind doch wohl das geistig und moralisch Bescheidenste, das man sich selbst bei langem Nachdenken vorzustellen vermag. Gehirn und Tugend bei diesen Herren stehen im umgekehrten Verhältnis zu ihren Mäulern und Lastern.

Berlin WOLFGANG STEFFES

»Die da« wollen doch nur eines und das ganz sicher: unser Bestes, unser Geld. Meine Achtung aber haben die unwiderruflich verloren.

Großensee (Schlesw.-Holst.) GÜNTHER THOM

Mit dem Aufkleber wünsch' ich Ihnen und Ihren Lesern viel Spaß.

München GÜNTER BROEGGER

Schon Karl Kraus hatte sich »alteriert« über »die Selbstverständlichkeit, mit der die meisten Menschen ihr Gesicht tragen« (Zitat). Und dabei gab es 1908 noch lange kein Fernsehen.

Was würde Kraus wohl heute sagen, wenn er den rabiaten Drang, auf den Bildschirm zu kommen, den manche Zeitgenossen laufend demonstrieren, miterleiden müßte. Vor allem den Eifer mancher schlitzohrigen Politiker.

Als Spitzenmodelle sind sie Glücksfälle für Karikaturisten, ihre Photos und Filme gehören aber nicht auf den Bildschirm, sondern in den Tresor.

Augsburg ALBRECHT LOMMER

Auf höchst verblüffende Weise konnte ich dem in meinem Bekanntenkreis sich epidemisch ausbreitenden Desinteresse an den Nöten der Genscher-FDP Einhalt gebieten, indem ich die uns alle betreffende Schicksalsfrage ohne Wenn und Aber nüchtern und vorurteilslos in den Raum dieses unseres Landes stellte: Schafft wohl dieser Kanzler Vertrauen und lächelt für uns auch noch nach dem 6. März, oder muß Verrat belohnt werden? Ob es gedankt wird?

Hamburg DR. JOHANN H. HARTL

Sollten die politischen Gauner mit ihrer dreisten Dummensuche bei der Wahl Erfolg nach dem Motto haben »Genscher abstrafen, diesmal nur die Zweitstimme für die FDP«, dann wird zu prüfen sein, ob es nicht demokratischer wäre, die Ausübung des Wahlrechts durch einen Zusatz im Wahlgesetz auf die zu beschränken, die nachweislich die Bedeutung ihrer Stimmen kennen.

Lilienthal (Nieders.) PROF. DR. JUR. DR. PHIL. LUTZ DIETZE

»Meine Freunde, wir werden spüren, es geht aufwärts«, rief der flügellahme Wende-Genscher auf dem FDP-Parteitag in Freiburg. Wie sagte der Spatz, als ihn die Katze die Treppe hinauftrug: Es geht aufwärts.

Altusried (Bayern) MARTIN RUF

Ich möchte Ihnen eine Feststellung von Simon Cameron anbieten: »Un honnete politicien est celui qui, ayant ete achete, reste a acheter.« (Frei übersetzt: Ein ehrbarer Politiker ist einer, der, wenn er einmal zu kaufen war, es auch weiterhin bleibt.)

Dortmund WERNER BRASS

Erstaunlich, daß jeder einzelne Bürger meint, seine Meinung sei tatsächlich wichtig und mitbestimmend für die Beschlußfindung der jeweiligen Regierungen. Heute und vor tausend Jahren ist es immer so gewesen: kaum ein Mächtiger interessiert sich wirklich für die Belange seines Landes und »seines Volkes«.

Wichtig ist nur das eigene Ego, sprich Pfründe, Eitelkeit und Macht, solange es eben nur geht. Aber in einer Demokratie muß man eben wenigstens so tun, als ob.

z. Z. Hamburg ANTOINE ST. MARIE

Lieber Mainz wie es singt und lacht als Bonn wie es flickt und kracht]

Wolfsburg (Nieders.) WOLFGANG MARK

Ich will in keinem Unternehmer- und Spekulantenstaat leben.

München FRIEDRICH MÜLLER S.8 Meine massive Kritik an der SPD: daß auch sie sich immer, immer wieder in finanzielle Betrügereien einläßt und die ordinäre Beschimpfungskampagne - wie auch die CDU - mitmacht]

Göttingen DOROTHEE RICHTER

Ich bitte Sie, bei der nächsten Veröffentlichung über den SPD-Vogel dem SPIEGEL eine Kotztüte beizufügen.

Delmenhorst (Nieders.) MICHAEL EFFENBERG

Auch ich denke wie Vogel-Freund Dahrendorf: Der SPD-Kandidat H.-J. Vogel ist genau der richtige Mann für diese Zeit.

Regensburg (Bayern) BARBARA BAUCH

Mein Gott, der SPIEGEL macht aus einer Krähe einen Adler.

Köln KALLI HÖFEL

Was soll der Quatsch, Herr Ehmke und Herr Vogel? Einerseits beschimpfen Sie prophylaktisch diejenigen, die sich mit dem Gedanken tragen, »Grün« zu wählen ("Jede Stimme für die Grünen ist eine halbe Stimme für die Schwarzen"), andererseits bekommt Herr Kohl schon jetzt seinen sozialdemokratischen Segen.

Für wie blöd halten die etablierten Politiker die Wähler eigentlich, beziehungsweise wie lange lassen sich die Wähler noch für so blöd verkaufen?

Lengede (Nieders.) DORIS MASUREK

Die Vorstellung einer »geistig-moralischen Erneuerung« durch einen Mann wie Herrn Vogel, der »niemanden braucht«, dem die Attribute eines Kleinkindes zugeschrieben werden (Babyrosa, singt im kleinen Kreis, niedlicher Hansi, bockig und trotzig, lausbubenhaft, albern, schutzbedürftig), erschreckt mich. Er ist mir in der Tat unheimlich.

Sottrum (Nieders.) HORST KRENZ

Daß die SPD »nirgends in ihrer Geschichte ... jemals Umstürzlerisches betrieben oder gar Wirtschaftsfeindlichkeit bewirkt« hat, hat diese Partei seltsamerweise nie von dem Verdacht bürgerlich-liberaler und konservativer Koalitionen und Bewegungen freigesprochen, sie werde dies eben bei nächstmöglicher Gelegenheit doch tun.

In Zeiten größerer ökonomischer und politischer Krise erlitt die deutsche Sozialdemokratie stets das, was die Wirtschaftspsychologen einen Image-Crash nennen: Ehemals freundlich gesinnte Industrielle und ihre politischen Repräsentanten, vor allem aber der Mittelstand jeglicher Prägung mochten an das Bild der friedlichen, wachstumsfreundlichen Reformpartei nicht mehr glauben.

So unsinnig eine Parole wie »13 Jahre Sozialismus« auch angesichts der Tatsachen sein mag, sie richtet sich ohnehin nicht gegen Wirklichkeit, sondern zielt auf virulente Vorurteile. Und sie hat einen strategischen Sinn. S.9

In der Weimarer Zeit waren sich, liest man die damalige bürgerliche Presse aufmerksam, die Gegner der Sozialdemokratie schon seit 1927/28 einig, daß es gelte, »den Sozialismus« zu verhindern, obwohl die SPD den schon damals nicht im Sinne hatte. Das Negativziel war klar, obwohl eine positive Gesamtlinie des bürgerlichen Lagers noch nicht in Sicht war.

Ähnlich ist es heute. Trotz fehlender Konzepte zur Überwindung der Krise ist allen, die auf die Marktkräfte setzen (zum Beispiel Senkung des Reallohns), eines sicher: Die »notwendigen Anpassungen« können nur gegen Sozialdemokratie und Gewerkschaften durchgeführt werden. Von den Grünen ganz zu schweigen.

Hannover PROF. DR. BERNHARD BLANKE

In der Anlage ein Wahlaufruf des Bundeskanzlers Kohl für die CDU. Der Aufruf trägt oben links den Bundesadler und die Amtsbezeichnung des Kanzlers: »Bundesrepublik Deutschland - Der Bundeskanzler«. Ich empfinde es als einen Amtsmißbrauch, wenn Herr Kohl unter dem Siegel des Bundes für die CDU wirbt. Wo bleiben Anstand und Rechtsgefühl, wenn die Träger höchster Ämter der Bundesrepublik unter dem Bundesadler und der Bezeichnung »Bundesrepublik Deutschland« für ihre privaten politischen Anschauungen werben dürfen?

Das allein reicht mir aus, um eine Partei, die so wenig Sinn für die Würde ihres Amtes hat, nicht zu wählen.

Freiburg PROF. DR. GERHARD MITSCHERLICH

Ganz gleich, wer knapp gewinnt: Die sich vor dem Wahlsieger auftürmenden Probleme sind so gewaltig, daß es sich weder die christlichen noch die sozialen Demokraten leisten können, sie zu lösen, indem sie gegen die jeweils andere Hälfte des Volkes regieren. Machen wir uns doch nichts vor: Die Zeiten sind passe, als es zum Regieren reichte, wenn die jeweilige Mehrheit ausschließlich ihre S.10 eigene Klientel bediente. Wer sich nach dem 6. März konfrontiert sieht mit

* Massenarbeitslosigkeit für mindestens ein Jahrzehnt,

* einer nicht mehr zu bändigenden gigantischen Staatsverschuldung,

* der Notwendigkeit von saugroben Einschnitten in das soziale Netz - inklusive rigoroser Renten- und Pensionskürzungen - und

* einer immer näher rückenden Umweltkatastrophe,

ist gezwungen, den allgemeinen Konsens zu suchen, wenn geschehen soll, was nottut. Was demnächst an individuellen Opfern auf jeden einzelnen Bürger zukommt, geht weit über das hinaus, was man ihm bisher offiziell zu sagen wagt. Die politische Antwort kann nur heißen: eine gemeinsame Anstrengung in einer großen Koalition.

Minden (Nrdrh.-Westf.) PROF. DR. RER. POL. KARL HENNKING

Ist eigentlich der rechte SPD-Flügel derart machtversessen, daß er zu einer solidarischen Perspektive mit anderen sozial engagierten Gruppen unfähig ist? Trotzig gebe ich meinem SPD-Direktkandidaten eine Stimme und den Grünen eine weitere, damit wir keine schwarz-roten Verhältnisse bekommen.

Hamburg ERNEST GEHRMANN

Wer in der Absicht, sich und seiner Partei die Macht zu erhalten, während eines Wahlkampfes bei der Auseinandersetzung über eine ganz normale politische Frage (= wer eine ohnehin notwendige Mieterhöhung veranlaßt hat) zur Diffamierung des politischen Gegners aus dem bekanntesten Werk eines modernen Dramatikers (= Leben des Galilei von Bert Brecht) ein Zitat entlehnt und dabei nicht weiß, daß dieser Dramatiker die zitierten Worte nicht bei der Darstellung eines politischen Streites, sondern zur Veranschaulichung des welthistorischen Kampfes um die Anerkennung des kopernikanischen (= heliozentrischen) Weltbildes anstelle des bis dahin geltenden aristotelisch-scholastischen Weltbildes durch die seiner Zeit von Papst Urban VIII. geführte katholische Kirche gebraucht hat, der ist bloß ein Dummkopf.

Wer aber auf Grund seiner Schulbildung den Inhalt des bekannten Schauspiels von Bert Brecht kennt und wem der Unterschied in den Dimensionen der zueinander in Beziehung gesetzten Auseinandersetzungen bewußt ist, der ist, sofern er das Zitat von Bert Brecht trotzdem in einem Wahlkampf gebraucht, ein böswilliger politischer Demagoge.

Einem solchen Politiker im Wahlkampf dann noch den Rücken stärken zu wollen, das ist nun wirklich doch nur großer Kohl.

Köln JULIUS HANSEN Richter am Landgericht i. R.

Dr. Kohl ist von besserer Qualität. Er ist beständig und zuverlässig und bewahrt uns vor dem Untergang.

Limburg (Hessen) ADOLF FISCHER

America has Ronald Reagan, Bob Hope and Johnny Cash. West-Germany has Helmut Kohl, no hope and no cash]

Buxtehude (Nieders.) MARTIN WEBER

Kanzler Kohl wehrt sich dagegen, daß die Kosten einer Abtreibung über die Krankenkasse auch von Abtreibungsgegnern bezahlt werden müssen. Recht hat er] Und somit wird er sicher auch Verständnis dafür haben, wenn künftig Rüstungsgegner, Kriegsdienstverweigerer und Pazifisten ihre Steuer nicht mehr in voller Höhe entrichten werden, da es - und das dürfte ja ganz im Sinne von S.12 diesem unserem Kanzler sein - einem Rüstungsgegner nicht zuzumuten ist, den Rüstungswahnsinn und den damit verbundenen weltweiten Massenmord mitzufinanzieren.

Tamm (Bad.-Württ.) REINER BALKO

Es ist wirklich nicht einzusehen, warum jeder, der Beiträge zur Krankenkasse zahlt, allen möglichen Schlampen die Abtreibung und somit Schlachtung ihrer Kinder zahlen soll, nur weil diese ihre Liederlichkeit nicht unter Kontrolle bringen.

München THOMAS KLEEBERG

Die Genscher-FDP hat der Demokratie nun wirklich genug Schaden zugefügt. Würden die Wähler Selbstbedienung, Verrat und Wählerbetrug auch noch durch ihre Stimme honorieren, wäre es wohl nur noch eine Frage der Zeit, daß aus der Birnenrepublik endgültig eine Bananenrepublik wird.

Heidelberg KLAUS STAECK Aktion für mehr Demokratie

In jedem Arbeitsamt innerhalb der Bundesrepublik Deutschland liegt seit Wochen das neue Kindergeld-Faltblatt aus, in dem der zuständige Minister Dr. Geißler auf übelste Art und Weise Parteipropaganda macht. Die Broschüre ist insgesamt nicht dazu angetan, der Wahrheit so recht das Wort zu reden. Sie bewegt sich vielmehr auf dem Niveau des Lügenexperten der CDU/CSU Dr. Geißler.

Bonn RALPH HERBERHOLZ, MdB/SPD

Folgendes Schreiben ihres Vermieters fand eine Kommilitonin vor wenigen Tagen in ihrem Briefkasten. Unterschrieben war es vom Kaufmann Hubert Janssen: S.13 » Durch die Sparmaßnahmen der neuen Bundesregierung beginnen » » erfreulicherweise die Zinsen zu fallen. Diese Politik bringt » auch Vorteile für Sie persönlich.

» Rückwirkend ab dem 1. Januar 1983 werden nämlich auch Sie in » » den Genuß der Zinssenkung kommen. Die Mieten können teilweise » » zwischen 0,30 und 0,50 D-Mark je Quadratmeter herabgesetzt » » werden. Aufgrund derzeitiger Verhandlungen mit den Banken » » besteht sogar die Möglichkeit, daß ich noch eine weitere » » Senkung erreichen kann ... Hier darf man nun wirklich sagen: » » »Schönen Gruß von Helmut Kohl.« »

Aachen CHRISTOPH RÖPER

Nachdem der Kandidat Vogel alle, die auf eine »andere« Politik hoffen, mit dem Bekenntnis schockiert hat, lieber eine Regierung Kohl/Strauß zu tolerieren als mit den Grünen über eine andere Politik zu reden, ist eine bedingungslose Wahl Vogels nicht mehr vertretbar.

Denn wir haben es nun schriftlich: Ein von den Grünen gewählter Kanzler Vogel hätte keine Skrupel, sich von Kohl/ Strauß tolerieren zu lassen. Die Politik würde weder anders noch besser]

Hamburg CHRISTIAN SCHMIDT

Bundeskanzler Kohl will das Wahlergebnis vom 6. März als Votum zur Stationierungsfrage gewertet wissen. Leider hat die SPD die hier notwendige Aufklärung nicht geleistet. Sie hat sich nicht entschließen können, einen konsequenten »Raketenwahlkampf« zu führen.

Wer in der Stationierung eine lebensbedrohende Gefahr sieht und diese daher unter allen Umständen verhindert sehen will, steht am 6. März recht hilflos vor seiner Wähleraufgabe. Was immer auch sonst seine politische Vorstellung sein mag, am Ende bleibt ihm nichts anderes als die Grünen. Denn nur sie lehnen die Stationierung auf dem Gebiet der Bundesrepublik ohne Einschränkung ab.

»öln FRANZ RODER Hand aufs Herz - und die Faust ins Gesicht dem, » der jetzt noch von Wachstum spricht.

» Wir sind gewachsen wie Rauch über Steppenbrand. Wir graben » das Grab uns mit eigener Hand.

» Wir haben zerstört, was uns nicht gehört, und lassen zurück » verbranntes Land.

» Hand aufs Herz - und die Faust ins Gesicht dem, der jetzt » » noch von Wachstum spricht. »

Berlin PROF. DR. HANS-DIETER GELFERT

Ein konkreter Beitrag der Landesregierung Baden-Württemberg zum Waldsterben ist das Zusammenstreichen der Forstassessorenstellen der personalmäßig bereits ausgebluteten Landesforstverwaltung S.14 um 30 Prozent. Dies beweist wieder einmal, daß Wahlkampf und konkretes Handeln der Politiker zweierlei sind.

St. Georgen (Bad.-Württ.) JÖRG SCHAM

Ich rate Herrn Otto Wolff von Amerongen schon jetzt »zu den grünen Ajatollahs« zu beten, daß er als Buße nicht eines Tages den Koran der Neuzeit ("Global 2000") auswendig lernen muß.

Billerbeck (Nrdrh.-Westf.) KLAUS BERKEMEYER

Tretet den Schwarzen in den Hintern und haut ihnen aufs Maul, sobald sie vom Umweltschutz zu schwafeln beginnen]

Freiburg MARTIN SCHREINER

Daß Sie die »Grünen« als Grundursache für die Ängste der bundesrepublikanischen Wohlstandsbürger ausmachen, erscheint mir fast schon wieder als Verfestigung von Vorurteilen.

Neuwied (Nrdrh.-Westf.) REINHARD GEYER

Franz Josef Strauß traf ins Schwarze: Vogel ist der »mittelmäßigste Spießbürger unserer Zeit«, ein »opportunistischer Wandervogel«. Hier hat ein Bayer mit bayrischem Instinkt einen Bayern durchschaut und entlarvt.

Gladenbach (Hessen) DR. REINHARD WALZ Pfarrer

Wem kann wohl sein, wenn vier Jahre lang uns Genscher-Kohl regieren? War es Verrat? Wer noch glaubt und denkt, der bete und sorge dafür, daß Gott alles richtig lenkt. Amen.

Tokio E. FRANK Pastor

S.13

Durch die Sparmaßnahmen der neuen Bundesregierung beginnen

erfreulicherweise die Zinsen zu fallen. Diese Politik bringt auch

Vorteile für Sie persönlich.

Rückwirkend ab dem 1. Januar 1983 werden nämlich auch Sie in den

Genuß der Zinssenkung kommen. Die Mieten können teilweise zwischen

0,30 und 0,50 D-Mark je Quadratmeter herabgesetzt werden. Aufgrund

derzeitiger Verhandlungen mit den Banken besteht sogar die

Möglichkeit, daß ich noch eine weitere Senkung erreichen kann ...

Hier darf man nun wirklich sagen: »Schönen Gruß von Helmut Kohl.«

*

Hand aufs Herz - und die Faust ins Gesicht dem, der jetzt noch von

Wachstum spricht.

Wir sind gewachsen wie Rauch über Steppenbrand. Wir graben das Grab

uns mit eigener Hand.

Wir haben zerstört, was uns nicht gehört, und lassen zurück

verbranntes Land.

Hand aufs Herz - und die Faust ins Gesicht dem, der jetzt noch von

Wachstum spricht.

*

Zur Ausgabe
Artikel 73 / 81
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.