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Briefe

Erholsamer Tourismus
aus DER SPIEGEL 3/1972

Erholsamer Tourismus

(Nr. 1-2/1972, Schiller)

Sie haben meine Reise nach Obervolta und in drei andere afrikanische Staaten als Urlaubsfahrt bezeichnet, die ich auf Kosten des Steuerzahlers unternommen hätte. Ihre Darstellung stimmt mit der Wirklichkeit nicht überein. Ich halte es zumindest für geschmacklos, Besprechungen mit führenden afrikanischen Politikern und die Besichtigung deutscher und europäischer Entwicklungsprojekte »Exkursionen in den

nahen Busch« zu nennen. Die Tatsachen sehen so aus: In Obervolta habe ich mit mehreren Regierungsmitgliedern. mit dem Präsidenten der Nationalversammlung und Staatspräsident Lamizana an mehreren Tagen eingehende Gespräche geführt. Hier und in Mali habe ich Bewässerungs-, Landwirtschafts-, Hafen- und Krankenhausprojekte besichtigt. Für einen Finanzminister ist auch das eine Notwendigkeit und kein erholsamer Tourismus zum Jahreswechsel, Danach folge ich einer Einladung des Präsidenten der Elfenbeinküste, Houphouët-Boigny, und werde auch dort mit meinem Finanzminister-Kollegen ausführliche Besprechungen haben sowie deutsche Kapitalhilfe-Projekte aufsuchen. Ein dreitägiger Aufenthalt in der Republik Niger ist Gesprächen mit -- mehreren Ministern, einer Zusammenkunft mit Staatspräsident Hamani Dion und dem Besuch einiger Entwicklungsvorhaben gewidmet, die mit deutscher Beteiligung errichtet werden. Gleich darauf werde ich nach Bonn zurückkehren. Sie unterstellen mir allzu leichtfertig eine private Urlaubsreise. Urlaub sieht wohl doch etwas anders aus z. Zt. Wagadugu (Obervolta)

PROFESSOR DR. KARL SCHILLER Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen

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