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Briefe

Erpreßbare Hilfe
aus DER SPIEGEL 7/1999

Erpreßbare Hilfe

Nr. 5/1999, Spenden: Russenzoll torpediert Hilfe

Im Rahmen einer Partnerschaft mit Peterhof (82 000 Einwohner) bei St. Petersburg führte der Deutsch-Russische Förderverein Bad Homburg im Januar seine 45. Hilfsaktion durch. Dem Hilfszug mit Kleidern und Kindernahrung nahm der Zoll zwei Rucksäcke mit dringend benötigten Arzneien ab. Die für den 55. Jahrestag der Beendigung der Blockade Leningrads kalkulierte »Entzollung« dauerte zehn Tage, was die Transportkosten um 3000 Mark erhöhte. Die Frage ist, ob die Weigerung des Vereins, Schmiergelder zu zahlen, beibehalten werden kann. Humanitäre Hilfe ist erpreßbar, solange keine entsprechenden Regierungsvereinbarungen abgeschlossen werden.

BAD HOMBURG HEINZ-JÖRG DOCKEN

DEUTSCH-RUSSISCHER FÖRDERVEREIN

Seit drei Jahren betreuen wir eine Familie in der Ukraine. Zu Weihnachten haben wir zwei Pakete geschickt (Porto pro Paket 60 Mark). In einem waren Nüsse zur Dekoration verteilt, es kam zurück. Wir haben sie herausgenommen, wieder Porto bezahlt und das Paket abgeschickt. Inhalt: Kaffee, Schokolade, Kakao, ein Spielzeugauto, warme Kleidung. Auch dieses Paket kam zurück mit dem Hinweis, daß es nicht den Zollbestimmungen entspreche. Wir empfinden diese Haltung des Zolls in einem hungernden Land als einen Riesenskandal und haben die Lust verloren, helfen zu wollen.

WÖLLSTEIN (RHLD.-PF.) ERNST K. JUNGK

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