Zur Ausgabe
Artikel 127 / 137
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Briefe

Erschütternde Kraft
aus DER SPIEGEL 5/1999

Erschütternde Kraft

Nr. 3/1999, Architektur: Daniel Libeskinds Jüdisches Museum in Berlin wird eröffnet

Ihr Urteil über den gebauten Horror Daniel Libeskinds läßt sich problemlos verallgemeinern. Libeskind ist ja nur einer unter vielen selbsternannten Künstlern, die Pseudo-Kunst für Pseudo-Intellektuelle produzieren. Hier bemißt sich der Wert von Kunst danach, welche Menge an Bedeutungen dem Kunstwerk implantiert werden kann. Wer das Felix-Nussbaum-Museum in Osnabrück betritt, fühlt sich manipuliert durch das zu Baumaterial und bizarren Formen geronnene Bedeutungsgeschwafel des Architekten: Ständig soll der Besucher denken und empfinden, was sich Libeskind ausgedacht hat.

OSNABRÜCK TRAUGOTT TIMME

Nun hat Libeskind seine Duftmarke auch in Berlin hinterlassen. Dem erschrockenen Betrachter drängt sich mit dem Paranoia-Bau der Vergleich mit einem zerbrochenen Schlangenei auf, aus dem der Antisemitismus neugeboren entschlüpft.

BURGSTALL (NIEDERS.) DIETER BOCK

Das Haus ist eine der stärksten architektonischen Schöpfungen dieses Jahrhunderts. Es besitzt eine stille, aber erschütternde Kraft, die jeden Verdrängungsversuch entblößen wird - auch langfristig.

BUDAPEST ANDREW TIMOTHY GANE

Mehr lesen über
Zur Ausgabe
Artikel 127 / 137
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.